Haulbowline Island – Corks Marinestützpunkt

📍 Cork Harbour, Cork

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Täglich 24 Stunden
🎟️ Eintritt
Kostenlos

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Überblick

Haulbowline (irisch: Inis Sionnach, „Insel der Füchse“) ist zwei Orte in einem. Die Westhälfte beherbergt das Hauptquartier des Irish Naval Service, ein aktiver, für die Öffentlichkeit gesperrter Stützpunkt; die Osthälfte, einst das Werksgelände von Irish Steel, öffnete 2021 nach einer langwierigen Sanierung des kontaminierten Bodens als 22 Acres großer Park wieder. Über eine Straßenbrücke von Ringaskiddy aus kannst du heute direkt auf die Insel fahren, die jahrhundertelang militärisches Sperrgebiet war. Wenn du herkommst, dann für den Spaziergang durch den Park: ein flacher Rundweg von 0,7 Meilen (rund 1 km) mit weiten Ausblicken über den Hafen von Cork bis nach Cobh und der Reihe von Marine-Lagerhäusern aus dem 19. Jahrhundert entlang der Uferpromenade.

Name und Ursprung

Der englische Name spaltet die Lokalhistoriker seit Langem. Eine Deutung sieht darin eine Redewendung der Seeleute aus der Zeit der Segelschifffahrt: „haul the bowline“. Eine andere verweist auf das Altnordische, vielleicht ál-boling, „Aalwohnung“, passend zum maritimen Leben des Hafens. Der irische Name Inis Sionnach erinnert schlicht an die Füchse, die einst die wilderen Ränder der Insel durchstreiften.

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Ein maritimes und militärisches Erbe

Haulbowlines Lage zieht seit über vier Jahrhunderten Militär und Handel an. Die ersten Befestigungen entstanden 1602 unter Lord Mountjoy, und die Insel diente als Stützpunkt der British Army, bis das Militär seinen Schwerpunkt 1806 auf das nahe Spike Island verlagerte. Danach ging sie an die Royal Navy und das Board of Ordnance über, was ein großes Bauprogramm auslöste: Zwischen 1807 und 1824 errichteten Arbeiter einen Ordnance Yard, einen Martello-Turm und eine Reihe mächtiger steinerner Lagerhäuser. Eine Trennmauer mit Torbogen, bis heute erhalten, schied einst den Marine- vom Munitionsbereich.

Die Insel kann zudem eine echte Premiere des Segelsports für sich verbuchen. 1720 wurde hier der älteste Yachtclub der Welt gegründet; später zog er über den Hafen nach Cobh, wurde zum Royal Cork Yacht Club und übersiedelte 1968 nach Crosshaven. Informationstafeln nahe dem einstigen Clubhaus markieren den Ort.

Im Ersten Weltkrieg war Haulbowline ein reger Nachschubstützpunkt für die alliierte Flotte; bis zu 4.000 Menschen arbeiteten in der Werft. Die Geschichte setzte sich im nächsten Krieg fort: Im Juni 1940 lief ein Schnellboot des Irish Marine and Coastwatching Service von hier aus zu zwei Fahrten aus, um während der Evakuierung von Dünkirchen Soldaten zu retten.

Der Irish Naval Service

Nach der Gründung des Irischen Freistaats wurde die Werft 1923 an die neue Regierung übergeben. Anders als die übrigen Hafenforts, die als Treaty Ports erhalten blieben, wurde Haulbowline zum ständigen Hauptquartier des Irish Naval Service. Die Westseite ist noch immer ein aktives Militärgelände mit Ausbildungseinrichtungen, Büros und Liegeplätzen für Marineschiffe – und für Besucher gesperrt: Die Kais lassen sich von den öffentlichen Wegen aus fotografieren, doch die Sicherheitsgrenze darfst du nicht überschreiten.

Vom Stahlwerk zum Erholungspark

Die Ostseite erzählt eine rauere Geschichte. Von 1939 bis 2001 war das Werftbecken Sitz von Irish Steel, später Irish Ispat. Das Werk hinterließ eine schwere Bodenkontamination, darunter Chrom-6, sowie eine riesige Schlackenhalde, die als „East Tip“ bekannt ist – und diese Verschmutzung blockierte jahrelang jede Neunutzung. Eine umfassende Sanierung befreite das Gelände schließlich von den Altlasten, und am 15. Januar 2021 öffnete der Haulbowline Island Amenity Park für die Öffentlichkeit. Auf 22 Acres bietet er einen ebenen Rundweg von 0,7 Meilen, heimische Gehölze und Wildblumenpflanzungen, Informationstafeln und Sitzgelegenheiten mit Blick auf die Aussicht. Die Wege geben freie Sicht über den Hafen, und der Park hat sich rasch zu einem beliebten Ort für einen Spaziergang, eine Laufrunde oder eine ruhige Stunde entwickelt.

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Sehenswertes und Aktivitäten

  • Die Marine-Lagerhäuser: Auf den Fußwegen am Wasser siehst du die erhaltenen Lagerhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die historische Bogenmauer und den rechteckigen Regenwassertank, der einst die vor Anker liegenden Schiffe mit Frischwasser versorgte.
  • Der Rundweg: Der ebene Weg von 0,7 Meilen eignet sich für einen Bummel oder eine Laufrunde, und die Ostspitze öffnet den Blick auf den Hafen, die Landzungen und das gegenüberliegende Cobh.
  • Segelsport-Geschichte: Informationstafeln erinnern an die Gründung des ältesten Yachtclubs der Welt im Jahr 1720.
  • Vogelbeobachtung: Die neu angelegte Bepflanzung und die offene Uferlinie ziehen die heimische Vogelwelt an, während draußen auf dem Wasser ein steter Zug von Fracht- und Freizeitbooten vorbeizieht.

Besuch von Haulbowline Island

Anreise und Parken

Die Insel erreichst du über die Haulbowline Bridge von Ringaskiddy aus, via Rocky Island, am Ende der N28. Von Cork City aus sind es mit dem Auto etwa 25 Minuten. Fahr über die Brücke und parke auf dem öffentlichen Parkplatz am Eingang zum Erholungspark. Die Bus-Éireann-Linie 223 verbindet Cork City mit Ringaskiddy; eine Haltestelle liegt in Gehweite der Brücke.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Erholungspark: täglich rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei.
  • Marinestützpunkt: nur für befugtes Personal. Von den öffentlichen Wegen aus kannst du die Kais und historischen Gebäude fotografieren, doch die Sicherheitsabsperrungen darfst du nicht überschreiten und eingezäunte Bereiche nicht betreten.
  • Unterwegs vor Ort: Hunde sind an der Leine willkommen; Radfahren ist im Park nicht erlaubt.

Einrichtungen

Am Parkplatz zum Ausgangspunkt des Weges gibt es Toiletten sowie Bänke, Abfalleimer und eine klare Beschilderung. Auf der Insel gibt es weder Cafés noch Geschäfte, nimm also mit, was du brauchst, oder mach in Ringaskiddy oder Carrigaline halt. Die Hauptwege sind befestigt und eben, gut geeignet für Rollstühle und Kinderwagen, während einige Nebenwege nahe den Steinbauten unebene Beläge haben.

Beste Reisezeit

Am frühen Morgen oder späten Nachmittag sind das Licht am weichsten und die Wege am ruhigsten, und der Sonnenuntergang wirft lange Spiegelungen über den Hafen. Auch der Winter hat seinen Reiz, wenn sich die steinernen Lagerhäuser scharf gegen einen harten Himmel abheben.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Direkt gegenüber am Wasser und vom Park aus gut sichtbar liegt Cobh. Um dorthin zu gelangen, nimmst du die Autofähre von Passage West (das Terminal liegt eine kurze Fahrt nördlich von Ringaskiddy) oder fährst über die N28 und N25 um den Hafen herum. Spike Island mit Fort Mitchel und seinem Gefängnismuseum erreichst du mit der Personenfähre von Cobh aus, und Camden Fort Meagher liegt am gegenüberliegenden Ufer nahe Crosshaven. Ringaskiddy selbst ist ein Tiefwasserhafen und Fährterminal für Verbindungen aufs europäische Festland.

Für den klarsten Blick auf die Lagerhäuser gehst du früh die Fußwege am Wasser ab, bevor das Licht auf dem Wasser flach wird, und nimmst ein Fernglas mit für den Schiffsverkehr im Hafen und die Vogelwelt entlang der wiederhergestellten Uferlinie.