Grabsteine an St Gobnait's Well, Ballyvourney, County Cork, Irland
Grabsteine an St Gobnait's Well, Ballyvourney, County Cork, Irland Ceoil / Wikimedia Commons / CC0

St Gobnait's Shrine

📍 Ballyvourney, Cork

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

Worum es geht

St Gobnait’s Shrine ist eine Wallfahrt, die bis heute begangen wird, und keine Ruine hinter einem Geländer. Auf einer flachen Anhöhe außerhalb des Gaeltacht-Dorfs (irischsprachige Region) Ballyvourney (Baile Mhúirne) in West Cork liegen ein Heiligengrab, eine mittelalterliche Kirchenruine, ein rundes Steinhaus und zwei Heilige Quellen auf ein und demselben kleinen Friedhof, und am richtigen Tag triffst du hier Menschen, die zwischen ihnen ihre Runden gehen. Wenn du nur zwanzig Minuten hast, geh von der Statue von Séamus Murphy hinunter zur Quelle und wieder zurück: Das ist das Rückgrat der ganzen Anlage, und unterwegs kommst du am Grab und an der Kirche vorbei.

Ausgerechnet das, weswegen viele herkommen, bekommst du an den meisten Tagen nicht zu sehen. Die mittelalterliche Eichenstatue der Gobnait wird nur am 11. Februar, ihrem Festtag, und am Pfingstsonntag gezeigt. Den Rest des Jahres liegt sie verschlossen in der katholischen Pfarrkirche die Straße hinunter. Wenn die Statue dein Hauptgrund ist, plane deinen Besuch also auf einen dieser beiden Termine.

Die Heilige und der Schmied

Gobnait lebte vermutlich im 6. Jahrhundert. Der Legende nach trug ihr ein Engel auf zu wandern, bis sie neun weiße Hirsche beieinander grasen sähe – ihren „Ort der Auferstehung“. Drei erblickte sie bei Clondrohid, sechs bei Killeen und schließlich alle neun auf dem Hügel über dem River Sullane, wo sie eine Gemeinschaft von Frauen gründete und am Ende auch begraben wurde.

Hinter dem Namen steckt ein härterer Befund als hinter der Legende. Gobnait geht auf gobha zurück, das irische Wort für Schmied, und als Professor M.J. O’Kelly 1951 St Gobnait’s House ausgrub, stieß er auf Öfen, Blasdüsen, Schmelztiegel und Schlacke: Hier wurde tatsächlich Eisen verhüttet. Ihre zweite Schutzherrschaft, die über die Imker, steht auf noch älterem Grund – dem Glauben, die Seele verlasse den Körper als Biene, und den Erzählungen, Gobnait habe Bienenschwärme auf Viehdiebe losgelassen. 1601 gewährte Papst Clemens VIII. den Pilgern am Schrein einen Ablass, und im Jahr darauf veröffentlichte Rom ein eigenes Offizium für ihren Festtag. Die Verehrung ist also weit bis ins Mittelalter zurück belegt.

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Die Runden gehen (Turas Ghobnatan)

Der turas führt über elf Stationen im Uhrzeigersinn (deiseal), an jeder werden sieben Vaterunser, sieben Ave-Maria und sieben Ehre-sei-dem-Vater gebetet. Er beginnt bei der Kalksteinstatue von 1951, Séamus Murphys lebensgroßer Gobnait auf einem Bienenkorb, umkränzt von gemeißelten Bienen, und führt weiter zu St Gobnait’s House, zum Grab, zur mittelalterlichen Kirche und schließlich zur Quelle.

In der Kirchenruine ragt aus einem Fenster der Südwand eine geschnitzte Figur hervor. Manche Archäologen deuten sie als Sheela-na-Gig, die Einheimischen halten sie für Gobnait selbst. Pilger greifen durch das Fenster, berühren sie mit dem Rosenkranz und segnen sich damit dreimal die Stirn. Die Runde endet an Tobar Ghobnatan, wo ein Gesätz des Rosenkranzes gebetet und das Wasser getrunken wird. Am Lumpenbaum daneben hängen Stoffstreifen (clooties), Rosenkränze und andere Gaben, die Menschen hier zurücklassen – auf der Suche nach Heilung oder aus Dankbarkeit.

Was es zu sehen gibt

Die Kirchen und der Friedhof

Zwei Kirchen stehen in der Umfriedung: die mittelalterliche Ruine mit Langhaus und Chor (Teampall Ghobnatan), an der sich noch romanische Details erhalten haben, und ein unversehrter, aber ungenutzter Bau der Church of Ireland aus dem 19. Jahrhundert. Ein flacher, grasbewachsener Hügel ist das Grab der Heiligen, kenntlich an kreuzverzierten Platten und dem Bruchstück eines Bullaun-Steins.

St Gobnait’s House

Auf der anderen Straßenseite steht eine runde Steinhütte von rund 10 Metern Durchmesser, bekannt als St Gobnait’s House oder Kitchen. Die Grabung von 1951 legte das mittlere Pfostenloch frei, das einst das Dach trug, dazu zwei Türpfosten. Heute markieren Kalksteinsäulen, wo diese Hölzer standen, und Pilger ritzen im Vorbeigehen kleine Kreuze hinein.

Die Quellen

Es sind zwei. Die ältere Quelle, die Vorgängerin von Tobar Ghobnatan, kam bei der Grabung von 1951 zum Vorschein und wurde neu gefasst; sie liegt nahe dem Rundhaus. Die zweite ist St Abban’s Well. Tobar Ghobnatan, die von den meisten besuchte, liegt rund 50 Meter südöstlich des Friedhofs an einem schattigen Weg, ihr Steinbecken speist eine stetige Quelle. Meist stehen Becher bereit, und dem Wasser wird Heilkraft nachgesagt.

Die Eichenstatue

Die rund 75 cm hohe Figur der Gobnait aus dem 13. Jahrhundert ist aus Eiche geschnitzt und eine von nur fünf erhaltenen mittelalterlichen Holzstatuen irischer Heiliger. Pilger messen sie der Länge nach und um die Taille mit einem Band ab und behalten dieses Band (tomhas Ghobnatan) als Schutzamulett. Denk daran: Sie ist nur am 11. Februar und am Pfingstsonntag zu sehen.

Grabsteine an St Gobnait's Well
Grabsteine an St Gobnait's Well, Ballyvourney
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Anfahrt und Praktisches

Ein schmaler Weg von der R585 führt zu einem kleinen kostenlosen Parkplatz am Friedhof. An den beiden Festtagen ist er schnell voll, komm also früh oder stell das Auto dann im Dorf ab. Der Schrein liegt rund 30 km nordwestlich von Killarney und 45 km südwestlich von Cork City; die Bus-Éireann-Linie 275 hält in Ballyvourney, der nächste Bahnhof ist Mallow, von dort geht es mit Bus oder Taxi weiter.

Die Anlage ist ein offener Friedhof und frei begehbar, doch der Untergrund aus unebenem Stein und Gras und die steilen Stufen zur Quelle machen sie für Rollstuhlfahrer beschwerlich; das Rundhaus hat ein niedriges Dach. Öffentliche Toiletten gibt es an der nahen katholischen Pfarrkirche.

Wenn dich die Runden interessieren, der Kirchenbesuch aber nicht, sind die beiden Festtage die richtige Wahl: Die Statue kommt heraus, der Lumpenbaum füllt sich, und über dem stillen Gelände liegt der langsame Takt der Menschen, die den turas gehen. Bring ein Band mit, wenn du es an der Eichenfigur abmessen willst, so wie Pilger es seit Jahrhunderten tun.

In der Umgebung

  • Der Slí Gaeltacht Múscraí, ein 50 km langer markierter Weg, beginnt in Ballyvourney.
  • The Gearagh, ein seltener Auwald aus Flussinseln und Feuchtgebietsrinnen, südöstlich Richtung Macroom.
  • Gougane Barra Forest Park, für Waldspaziergänge, einen See und das kleine Inseloratorium.