Longwood – Kanalhafen und Fair Green

📍 Longwood, Meath

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026

Überblick

Longwood lohnt einen Halt aus zwei Gründen, auf die man im Vorbeiradeln kaum käme. Da ist zum einen die Hauptstraße, breit genug, dass hier seit einer königlichen Charta von 1611 Viehmärkte abgehalten wurden. Zum anderen ein Kanalhafen ein paar Kilometer östlich, wo ein in den Boden eingelassener Bronzeschuh den Weg jener Hungermarschierer markiert, die 1847 von Strokestown nach Dublin zogen. Das Dorf selbst – irisch Maigh Dearmhaí, „die Ebene der Eiche“ – liegt an der R160 rund 15 km südlich von Trim und ist eher Versorgungsstopp als Sehenswürdigkeit. Seine Einwohnerzahl hat sich in den 2000er-Jahren mehr als verdreifacht, und heute gehören ein Spar, ein paar Imbisse, ein Baumarkt, vier Pubs und ein dreieckiges Fair Green im Ortskern dazu. Die Eiche, an die der Name erinnert, taucht bis heute in den umliegenden townlands auf, den kleinsten irischen Flureinheiten: Derringlig, „der Eichenwald der Senke“, und Ballinderry, „die Siedlung des Eichenwalds“.

Märkte und Grundherren

Longwoods Wurzeln reichen zurück bis zum Hospital of the Crutched Friars of St John the Baptist in Newtown Trim. Mit der Auflösung der Klöster 1540 fiel das Land an die Plunketts, und 1611 verlieh Jakob I. Christopher Plunkett eine Charta zur Abhaltung eines Marktes – eine der frühesten in der Grafschaft. Im 19. Jahrhundert fanden auf dem Green Märkte zu festen Terminen statt: am 1. Juli, am Dienstag nach Pfingsten, am 12. Juli und am 11. Dezember. Sie zogen Händler aus der ganzen Region an.

Ende des 17. Jahrhunderts übernahm die Familie Edgeworth das Anwesen und kassierte über Generationen Standgebühren von den Marktbesuchern. 1952 überschrieb sie das Green kostenlos dem Pfarrer, der es an die Diözese Meath weitergab – damit endete die Ära der grundherrlichen Abgaben. Das Green ist bis heute der Mittelpunkt des Dorfes, gesäumt von der alten Grundschule und der Garda-Station.

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Der Kanal und der Hafen

Zum Verweilen lädt vor allem das Wasser ein, und das liegt größtenteils ein Stück außerhalb des Dorfes. Über einen neu angelegten Weg schließt Longwood direkt an den Royal Canal Greenway an – einen ebenen, 130 km langen Treidelpfad von Maynooth nach Cloondara. Folge ihm rund 2 km nach Osten bis zum Longwood Harbour, auch Boyne Dock genannt, wo ein Schleusenwärterhaus restauriert wurde und heute vom Kanuklub Ribbontail Paddlers genutzt wird. Der Bronzeschuh hier gehört zum National Famine Way: Eine ganze Reihe davon erinnert an die 1.490 Menschen, die 1847 entlang des Kanals zu den Sargschiffen nach Dublin liefen.

Ein paar Hundert Meter westlich des Hafens trägt das Boyne Aqueduct den Kanal über den River Boyne, daneben verläuft ein Eisenbahnviadukt – zwei massive Zeugnisse der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts, erbaut in den 1820er-Jahren. Die nahe Ribbontail Bridge verdankt ihren Namen der Ribbon Society, jener Geheimbewegung, die im frühen 19. Jahrhundert arme Pachtbauern unterstützte. Für Paddler öffnet die Inchamore Bridge außerhalb des Dorfes den Zugang zum Boyne Blueway; der Abschnitt hinunter nach Trim ist allerdings etwas für erfahrene Kanuten und nichts für die erste Ausfahrt.

Rund ums Dorf

Die spätgotische St Mary’s Church of the Assumption von 1841 mit ihrem westlichen Glockengiebel prägt das Straßenbild; sie ersetzte einen früheren L-förmigen Bau und dient bis heute der Pfarrei. Das ehemalige Pfarrhaus von etwa 1845 und eine Reihe zweigeschossiger Häuser mit betonten Ecksteinen bewahren den Charakter des 19. Jahrhunderts.

Kurz außerhalb von Longwood erhebt sich die Castlerickard motte über dem Blackwater, ein normannischer Erdwall des späten 12. oder frühen 13. Jahrhunderts, vermutlich unter Hugh de Lacy aufgeschüttet. Daneben liegen die Ruinen der Castlerickard Church und das eigenwillige pyramidenförmige Mausoleum der Familie Swifte. Weiter an der Straße nach Trim hat Lionsden House einen Taubenturm, einen See und eine Parkanlage aus dem späten 18. Jahrhundert – einen Abstecher wert, wenn du Lust darauf hast.

Praktische Informationen

Anfahrt – Longwood liegt an der R160, 15 km südlich von Trim und rund 50 km nordwestlich von Dublin; die M4 ist ein kurzes Stück südlich. Die nächsten Bahnhöfe sind Hill of Down und Enfield, das letzte Stück legst du mit dem Bus vor Ort oder dem Taxi zurück.

Parken – Straßenparkplätze entlang der Hauptstraße in den Buchten des Meath County Council, dazu ein kleiner kostenloser Parkplatz hinter dem GAA-Klub.

Barrierefreiheit – der Ortskern ist flach und bequem zu begehen, der Treidelpfad am Kanal verläuft eben und eignet sich auf den befestigten Abschnitten für Kinderwagen und Rollstühle. Rund um die motte und die älteren Kirchengebäude ist der Boden uneben.

Öffnungszeiten und Eintritt – Fair Green, Kirche von außen und Treidelpfad sind das ganze Jahr über kostenlos zugänglich. Der GAA-Klub öffnet an Spieltagen für Besucher.

Veranstaltungen – die alten Markttermine sind Geschichte, doch auf dem Green finden nach wie vor sommerliche Treffen und GAA-Spiele statt, und der Treidelpfad ist das ganze Jahr über bei Wanderern und Radfahrern beliebt. Ein echtes Gefühl für den Ort bekommst du, wenn du deinen Besuch auf ein Spiel oder einen Spaziergang am Kanal legst und danach weiterfährst zum Trim Castle, 15 km nördlich, der größten anglonormannischen Burg Irlands.