Eine efeubewachsene Steinbogenbrücke über einem ruhigen Kanal, mit grasbewachsenem Treidelpfad und Gartenblumen.
Hill of Down Bridge am Royal Canal. JP / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Hill of Down – ein Halt am Royal Canal Greenway

📍 Hill of Down, Meath

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026

Überblick

Hill of Down ist einer von nur drei Zugängen zum Royal Canal Greenway in County Meath – und genau deshalb lohnt es sich, den Namen zu kennen. Es ist ein townland (eine kleinste irische Flureinheit) und weder ein Hügel noch ein Dorf von nennenswerter Größe, gelegen dort, wo die Straße von Trim nach Kinnegad den Kanal quert. Die Brücke trägt hier das Motiv eines schwarzen Fisches und ist damit ein echtes Wahrzeichen; daneben markiert ein in den Boden eingelassener Bronzeschuh den National Famine Way. Dazu Pub, Laden und Postamt direkt am Wasser – fertig ist ein richtiger Halt. Kein Ziel für sich, aber ein guter Punkt, um einen Tag auf dem Treidelpfad zu unterbrechen.

Und dann wäre da noch eine lokale Legende, die als Randnotiz taugt: St. Columba, St. Brigid und St. Patrick sollen alle im Hügel begraben liegen – wobei es sich fast sicher um eine Verwechslung mit dem anderen Hill of Down bei Downpatrick in Ulster handelt.

Wandern und Radfahren auf dem Greenway

Der Royal Canal Greenway führt mitten durch Hill of Down und bietet eine vollkommen autofreie Strecke, ideal für Familien, Gelegenheitsradler und gemütliche Spaziergänge. Der Treidelpfad ist gut instand gehalten und weitgehend eben, sodass er auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Handbike befahrbar ist.

Richtung Osten sind es rund 5 km bis Longwood Harbour, Enfield liegt noch einmal etwa 10 km weiter; Richtung Westen, vorbei an der Ballasport Bridge, sind es etwa 10 km bis Killucan in County Westmeath. Der Bronzeschuh an der Brücke gehört zum National Famine Way, der die 165 km lange Strecke nachzeichnet, die 1.490 Menschen im Jahr 1847 zu Fuß zurücklegen mussten – von Strokestown Park in Roscommon bis zum Custom House Quay in Dublin, wo sie die Auswandererschiffe bestiegen. Eine ernüchternde Lektüre, bevor du selbst an demselben Wasser entlang aufbrichst. Im Frühjahr und Sommer blühen Wildblumen an den Rändern des Treidelpfads, im Herbst färben sich die Wiesen rostrot und golden.

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Überreste der alten Eisenbahn

Gleich neben dem Treidelpfad liegen die verwitterten Steinkanten des früheren Bahnsteigs. Die Midland Great Western Railway erreichte den Ort 1847, auf der Linie Dublin–Galway/Sligo; die Station wurde am 6. Dezember desselben Jahres eröffnet und am 10. November 1947 geschlossen, fast auf den Tag genau ein Jahrhundert später – manche Quellen sprechen allerdings davon, dass hier bis 1963 Züge hielten. Der letzte Stationsvorsteher war ein Mann namens Peter Logan. Ein Teil des Bahnsteigs ist erhalten.

Die Stationsgebäude sind längst verschwunden, doch der Grundriss ist klar genug, um sich die Züge vorzustellen, die hier einst durchfuhren – und in der Morgennebelstimmung über dem Kanal ist es ein stiller Ort für ein Foto.

Läden vor Ort und der traditionelle Pub

Was Hill of Down als Halt am Greenway wirklich auszeichnet, ist das Ensemble aus Pub, Laden und Postamt, das noch in Betrieb ist. Nahe der Kanalbrücke gelegen, funktioniert es als Treffpunkt, an dem sich Einheimische und Gäste ganz selbstverständlich mischen. Nach ein paar Kilometern auf dem Treidelpfad ist es ein willkommener Ort, um für einen Kaffee, einen kleinen Imbiss oder ein Pint einzukehren.

Der angeschlossene Laden führt das Nötigste, sodass du dich unkompliziert mit Wasser, Snacks oder einem Sandwich für die weitere Strecke eindecken kannst. Das Postamt hat werktags geöffnet, du kannst also problemlos eine Postkarte nach Hause schicken oder kleine Pakete aufgeben. Die Atmosphäre ist entspannt und unprätentiös, das Personal ist es gewohnt, Radfahrer und Wanderer zu begrüßen, die nach Öffnungszeiten oder dem Weg fragen oder einfach ein paar Worte über das Wetter wechseln wollen.

Ausflüge in die Umgebung

Hill of Down eignet sich durchaus als Basis für Tagesausflüge zu den historischen Stätten von County Meath. Die Stadt Trim liegt nur wenige Kilometer entfernt und beherbergt eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Irlands sowie das Dominican Blackfriary. Eine kurze Autofahrt bringt dich außerdem zur Bective Abbey, einer eindrucksvollen Klosterruine in altem Baumbestand, oder zum Fairy Trail in Enfield, der bei Familien beliebt ist.

Wer lieber auf zwei Rädern bleibt, findet rund um Clonard weitere Kulturwege und ruhige Landstraßen, die zurück ans Greenway-Netz anschließen. Weil die Region so kompakt ist, lässt sich ein Vormittag am Kanal mühelos mit einem Nachmittag zwischen mittelalterlichen Ruinen oder einem Bummel über Marktplätze verbinden.

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Praktische Informationen

Der Zugang zu Treidelpfad, Brücke und historischem Bahnsteig ist völlig kostenlos. Es gibt weder Eintritt noch verpflichtende Führungen; man erkundet den Ort auf eigene Faust. Nahe Pub und Brücke steht ein kleiner Parkplatz zur Verfügung, allerdings mit wenigen Plätzen, die an sonnigen Wochenenden schnell belegt sind. Wer früh oder unter der Woche kommt, findet problemlos einen Platz.

Der Treidelpfad selbst ist befestigt und eben und damit für Rollstühle und Elektromobile geeignet. Der Bereich um den historischen Bahnsteig besteht dagegen aus unebenem Stein und Gras, hier ist also Vorsicht geboten. Hunde sind am Kanal und auf den umliegenden Feldern willkommen, sollten aber in der Nähe der Brücke und am Eingang des Pubs angeleint bleiben, damit sich alle sicher fühlen.

Anfahrt

  • Mit dem Auto: Von Dublin nimmst du die M4 Richtung Westen und verlässt sie bei Enfield oder Kinnegad, danach über die Landstraßen auf die Straße Trim–Kinnegad, die an der Brücke von Hill of Down den Kanal quert. Der Zugang zum Greenway ist an der Brücke ausgeschildert.
  • Über den Greenway: Wenn du bereits auf dem Royal Canal Greenway unterwegs bist, folgst du einfach der Beschilderung des Treidelpfads; der Zugang ist auf den Entfernungsmarkierungen und Wegweisern verzeichnet.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es gibt keine brauchbare direkte Verbindung, daher kommen praktisch alle mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß über den Greenway von Enfield oder Trim.

Ausstattung auf einen Blick

  • Verpflegung: Pub und Laden täglich geöffnet; die Zeiten können saisonal wechseln, frag also am besten vor Ort nach.
  • Toiletten: Öffentliche Toiletten befinden sich im Pub.
  • Postamt: Werktags geöffnet; ideal für Postkarten oder kleine Pakete.
  • Parken: Kostenloser Parkplatz vor Ort mit begrenzter Platzzahl.
  • Nächste Stadt: Trim (etwa 5 km entfernt)

Tipps für den Besuch

Plane deinen Besuch in den ruhigeren Stunden am Kanal – das bringt die besseren Fotos und einen entspannteren Treidelpfad. Am frühen Morgen liegt oft leichter Nebel über dem Wasser, am späten Nachmittag fällt warmes, goldenes Licht auf Brücke und Bahnsteig. Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte ein Schloss und ein einfaches Reparaturset dabeihaben, denn zwischen den Greenway-Stationen ist die Versorgung dünn. Schau früh am Tag im Pub vorbei, um die Öffnungszeiten zu bestätigen und nach lokalen Veranstaltungen oder kurzfristigen Straßensperrungen auf der Route Trim–Kinnegad zu fragen. Und nimm den Ort als Wegpunkt, nicht als Tagesausflug: eine Stunde am Kanal, ein Blick auf die Brücke und den Schuh des Famine Way, ein Kaffee, zurück auf den Treidelpfad.