Sechzehn Granitfindlinge stehen in einem lockeren Ring auf einem niedrigen Hügel im Westen Wicklows, und die lokale Überlieferung sagt, sie seien einst Menschen gewesen. Die Geschichte erzählt, dass ein Pfeifer und eine Gruppe von Tänzern dabei ertappt wurden, wie sie am Sabbat ausgelassen feierten, und an Ort und Stelle zu Stein erstarrten – der Ring die Tänzer, ein einzelner Stein nordöstlich der Pfeifer, der für sie aufspielte. Die Archäologie ist nüchterner. Es handelt sich um einen bronzezeitlichen Steinkreis, errichtet irgendwann zwischen etwa 1400 und 500 v. Chr., auf einem Hügel, den die Iren Achadh Gréine nannten, das Feld der Sonne.
Der Steinkreis
Die Steine sind zwischen etwa 1,3 und 1,9 Metern hoch und bilden einen Ring von rund 23 Metern Durchmesser. Sechzehn sind heute erhalten, doch nur fünf stehen vermutlich noch dort, wo sie ursprünglich aufgerichtet wurden. Eine Aufzeichnung des Ordnance Survey von 1941 zählte neunundzwanzig, der Kreis, den du siehst, ist also der Rest von etwas Größerem. Einige der Findlinge tragen schwache megalithische Markierungen – flache Rillen und Schälchen, die dreitausend Jahre Wetter fast glattgewaschen haben. Der Pfeifer steht abseits, etwa 36 Meter nordöstlich und ein wenig größer als die übrigen.
Zwischen den Steinen wächst ein alter, knorriger Weißdorn, die Art Baum, die die irische Volkstradition lieber in Ruhe lässt. Seine Zweige sind meist mit Stofffetzen und Bändern behängt, Opfergaben der Besucher – dieselbe Volkserinnerung, die dem Ort seinen Namen gab, immer noch lebendig. Es gibt eine zweite Version der Legende, seltener erzählt, in der die Tänzer in Flammen aufgingen statt zu Stein. Such dir deine aus.
Anreise
Der Steinkreis liegt auf einer niedrigen Anhöhe oberhalb der N81, etwa 2 km südlich von Hollywood und an der Hauptstraße, die hinunter nach Baltinglass führt. Es gibt eine kleine Parkbucht auf dem Seitenstreifen und einen markierten Eingang daneben. Von dort ist es ein kurzer Anstieg über ein Feld zu den Steinen, höchstens ein paar Minuten. Die Belohnung oben ist die Lage ebenso wie die Steine: offenes Ackerland, das sich nach Westen erstreckt, und die Wicklow Hills hinter dir.
Es ist ein National Monument in staatlicher Obhut, ausgewiesen als unbetreute Stätte ohne Eintrittsgebühr.
Vor deinem Besuch
Der ehrliche Teil. Dies ist ein bewirtschaftetes Feld, und der Weg führt über privates Ackerland – oft sind Rinder oder Schafe unterwegs, also schließe Tore hinter dir und halte deinen Hund an der Leine. Die Parkbucht ist klein und bei Straßentempo leicht zu übersehen, besonders in südlicher Richtung, also verlangsame die Fahrt, wenn du dich Athgreany näherst. Der Boden kann matschig und das Gras hoch sein, und es gibt keinerlei Einrichtungen: nur die Steine, den Baum und die Aussicht. Zieh Stiefel statt Turnschuhen an und beachte alle Hinweise am Tor.
In der Nähe
Nördlich entlang der N81 erstreckt sich Blessington am Ufer eines Stausees, der ein ganzes Tal überflutete, mit dem großen palladianischen Herrenhaus von Russborough an seinem Rand. Östlich über den Bergen liegt das Klostertal von Glendalough, erreichbar über die hohe Bergstraße durch den Wicklow Gap – an klaren Tagen eine der schönsten kurzen Fahrten des Landes. Die Piper’s Stones sind eher ein kurzer Stopp als ein Tagesausflug; zwanzig Minuten auf dem Hügel sind ungefähr richtig.
Wenn du kannst, komm spät am Tag. Die tief stehende Sonne streicht über das Feld, lässt die Findlinge hervortreten und hebt hervor, was von den Gravuren übrig ist – und wenn man der Geschichte glauben will, ist das der Moment, in dem der Pfeifer wieder aufspielt.
