Überblick
Carrownlisheen gilt als eines der am besten erhaltenen Wedge Tombs in Irland – ein durchaus berechtigter Anspruch für etwas, das vor mehr als 4.000 Jahren auf dem kahlen Kalkstein von Inishmaan, der mittleren der Aran Islands, errichtet wurde. Es steht im östlichen Tiefland der Insel, eine einzelne niedrige Kammer unter einem schweren Deckstein, mit Blick auf das Meer ringsum. Es gibt kein Ticket und keine Absperrung; vom Hafen aus ist es ein kurzer, ebener Fußweg oder eine kurze Radfahrt, was es zu einem der leichter erreichbaren Monumente der Insel macht, das sich gut in einen Tagesausflug einfügt.
Geschichte und Folklore
Das Grab ist ein keilförmiges Galeriegrab, wie es zwischen etwa 4000 und 2500 v. Chr. in ganz Irland errichtet wurde, an der Schwelle vom späten Neolithikum zur frühen Bronzezeit; die Bauzeit wird meist um 3250 v. Chr. datiert. Die Ost-West-Ausrichtung und die Art, wie sich die Kammer zu einem Ende hin verjüngt, sind Lehrbuchmerkmale dieser Form, die für kollektive Bestattungen und Rituale gedacht war und nicht für ein Einzelgrab. Altertumsforscher dokumentierten es im neunzehnten Jahrhundert, und 1934 grub der Archäologe R.A.S. Macalister es aus und förderte neolithische Keramikscherben und menschliche Knochen zutage, die bestätigten, wofür es gedacht war.
Der Folklore-Name ist die bessere Geschichte. Auf Irisch heißt es Leaba Dhiarmada agus Ghráinne, das Bett von Diarmuid und Gráinne, das den Liebenden Schutz geboten haben soll, als sie vor dem Krieger Fionn mac Cumhaill flohen. Es gibt Dutzende solcher „Betten“ über ganz Irland verstreut, die überall dort an megalithischen Gräbern hängen, wo die Legende hinkam; dies ist das Aran-Exemplar.
Das Grab besichtigen
Zwei Reihen aufrechter Steine (Orthostaten) rahmen die Kammer ein, die Überreste des niedrigen Steinhügels, der einst die gesamte Struktur bedeckte. Ringsum ist der Kalksteinpavement von natürlichen Spalten durchzogen und mit widerstandsfähigen Küstenpflanzen durchsetzt – derselbe Boden, auf dem die Erbauer arbeiteten. Da das Grab auf einer leichten Anhöhe liegt, ist der Meereshorizont in fast alle Richtungen sichtbar, was es im schwachen Licht des frühen Morgens oder späten Nachmittags zu einem dankbaren Fotomotiv macht.
Das Grab ist ein Wegpunkt auf mehreren Wander- und Radrouten, die die Dörfer und älteren Stätten der Insel verbinden, sodass die meisten Besucher es im Rahmen einer Runde erreichen und nicht als einzelnes Ziel.
Anreise und Fortbewegung auf Inishmaan
Inishmaan ist ganzjährig unkompliziert zu erreichen. Fähren fahren von Rossaveal (Ros a Mhíl) in Connemara und brauchen etwa 50 Minuten, und Aer Arann fliegt vom Connemara Airport ein; beide haben Anschluss an Busse von Galway City.
Vom Hafen der Insel führt ein gut markierter Fußweg von etwa 1 km direkt zum Grab auf sanftem, weitgehend ebenem Gelände. Es gibt keinen offiziellen Parkplatz, daher parken Besucher in der Nähe des Hafens und gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad; Fahrräder sind die übliche Art, die weitere Insel zu erkunden.
Das Grab liegt in einem dichten Geflecht von Kulturerbe. Ein kurzer Spaziergang führt zur großen Steinburg Dún Conor, mit der frühen Kirchenstätte St Gobnet’s und dem Cottage des Dramatikers J.M. Synge, Teach Synge, beide in Reichweite. Die 13 km lange Lúb Dún Fearbhaí-Runde startet am Pier und führt am Grab vorbei, ebenso wie an Synge’s Chair und anderen Küstenwahrzeichen. Die Insel hat einen Pub und einige B&Bs für alle, die übernachten möchten.
Praktische Informationen
Carrownlisheen ist ganzjährig geöffnet, kostenlos und ohne feste Öffnungszeiten. Es gibt keine Einrichtungen oder Toiletten vor Ort, und Tageslicht wird dringend empfohlen, um auf dem offenen Kalksteinpavement sicher zu gehen und die Sicht zu gewährleisten.
- Koordinaten: 53.087175 N, -9.575707 W
- Wegbeschreibung: Carrownlisheen Wedge Tomb – Directions
- Nächstgelegener öffentlicher Nahverkehr: Bus von Galway City nach Rossaveal, dann die Fähre nach Inishmaan.
Das Monument ist als National Monument geschützt; bleib auf den Wegen und klettere nicht auf den Deckstein. Mach es zu einem Teil einer Tagesrunde zu Fuß oder mit dem Fahrrad, statt eine eigene Anreise einzuplanen: Der Stein ist zehn Minuten vom Pier entfernt, aber es ist die Insel, nicht das Grab allein, die den Tag füllt.