Der Ausblick ist der einzige Grund, den Errisbeg zu besteigen – heb ihn dir also für einen klaren Tag auf und spar ihn dir bei tiefhängenden Wolken. Vom 300 m hohen Gipfel schaust du direkt hinab auf die beiden weißen Sandbögen von Dog’s Bay und Gurteen, nach Osten zu den Twelve Bens und – wenn die Luft klar ist – nach Süden über den Atlantik zu den Aran Islands. Der Haken, und es ist ein echter, ist: Es gibt keinen Weg. AllTrails sagt es unverblümt: „eine Wanderung ohne erkennbaren Pfad … du musst dir deinen eigenen Weg suchen.” Nimm das als richtige Navigation durch offenes Moor, nicht als Spaziergang.
Die Wanderung
Hin und zurück sind es rund 6 km bei etwa 300 Höhenmetern, und die meisten brauchen drei bis vier Stunden. Eine gute Route beginnt am Hafen von Roundstone: Du gehst die Fuschia Lane neben O’Dowd’s hinauf, erreichst nach etwa fünfzehn Minuten ein Gatter, hältst dich links und suchst dir dann deinen Weg über den rauen, moorigen Hang hinauf zum Steinmann und zum Vermessungspfeiler oben. Der Boden ist nass und die Route unmarkiert, trag also wasserdichte Stiefel und nimm auch im Sommer warme, wasserdichte Kleidung mit.
Ein wirklich wichtiger Punkt: Der Handyempfang ist hier oben schlecht. Lade dir eine Offline-Karte herunter oder nimm eine Papierkarte und einen Kompass mit – verlass dich nicht auf dein Handy, um den Weg nach unten zu finden, wenn Nebel aufzieht.
Was du siehst
Der Errisbeg gilt als Marilyn – ein Hügel mit mindestens 150 m Schartenhöhe – und an der Skyline von South Connemara fällt er dadurch auf, wie viel er dir für so wenig Höhe zeigt. Unten liegen Dog’s Bay, Gurteen Bay und die braune Weite des Roundstone Bog; die Twelve Bens füllen den östlichen Horizont, der Atlantik den westlichen. Der Connemara-Historiker Roderic O’Flaherty hielt den Hügel im 17. Jahrhundert als Seezeichen fest – als die Landmarke, die Seefahrer nach den Twelve Bens ansteuerten –, und der Vermessungspfeiler unter dem Gipfel-Steinmann zieht bis heute Orientierungsläufer an.
Die Hänge sind Deckenmoor und saure Heide, für Bäume zu flachgründig – genau deshalb ist der Blick ungebrochen. Im Spätfrühling und Frühsommer färbt sich der Hang mit Glockenheide und Stechginster, und dieser Winkel Connemaras ist einer der wenigen Orte in Irland für die seltene Mackay-Heide und das St.-Dabeoc-Heidekraut. Bussarde und Turmfalken segeln auf den Aufwinden entlang des Grats, und unten an der Dog’s Bay ruhen sich oft Kegelrobben auf den Felsen aus.
Praktische Informationen
- Parken: Der Parkplatz am Ausgangspunkt im Dorf Roundstone ist kostenpflichtig. Manche Wanderer nutzen die Haltebuchten in der Nähe von O’Dowd’s, aber die Plätze sind inoffiziell und nicht garantiert – im Sommer solltest du früh da sein.
- Hunde: Auf dem Errisbeg-Mountain-Weg nicht erlaubt, der über beweidetes Schafland führt.
- Einrichtungen: keine am Hügel. Deck dich in Roundstone ein, bevor du losgehst.
- Beste Bedingungen: Spätfrühling bis Frühherbst für den trockensten Untergrund und das längste Tageslicht. Im Winter brauchst du komplette Regenkleidung und eine Stirnlampe für eine späte Rückkehr.
- Anreise: Von Galway aus fährst du auf der N59 nach Westen, dann auf der R341 nach Roundstone; der Hügel erhebt sich hinter dem Dorf. Die Busverbindungen nach Roundstone sind begrenzt, ein Auto ist daher die praktische Wahl.
Wenn du ein Bett am Fuß des Hügels suchst: Die Errisbeg Lodge liegt etwa 1,5 km von Dog’s Bay entfernt in der Nähe von Gurteen Beach und bietet kostenlose Parkplätze. Wirf vor dem Start einen Blick auf die Wettervorhersage von Met Éireann – die Wolken können schnell auf den Gipfel sinken, und an einem weglosen Hügel wird der Abstieg dadurch in Minuten von einfach zu heikel.