Kilroot – Swifts Gemeinde am Belfast Lough

📍 Kilroot, Antrim

🏛️ Sehenswürdigkeit
🅿️ Parken
Kostenloses Parken auf einem kleinen Parkstreifen an der Fort Road.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026

Überblick

Jonathan Swift verbrachte in den 1690er-Jahren einsame achtzehn Monate in Kilroot als Präbendar der Gemeinde, und die Küstenlinie, an der er entlanggegangen sein dürfte, wird heute von einem Kraftwerk und Salzminen eingerahmt, die sich meilenweit unter dem Lough erstrecken. Genau dieser Kontrast – eine frühchristliche Kirchenstätte, die sich an die Schwerindustrie schmiegt – macht den ganzen Charakter des Ortes aus. Kilroot (irisch: Cill Ruaidh) liegt direkt östlich von Carrickfergus am Nordufer des Belfast Lough, erreichbar über die Fort Road ab der A2 in Richtung Larne. Der Name bedeutet „Kirche des Roten“, höchstwahrscheinlich nach dem rotbraunen Mercia-Mudstone im örtlichen Boden benannt und nicht nach einem Gebäude.

Sei dir im Klaren darüber, was es ist: ein bescheidener Friedhof und ein dachloses Haus, eingebettet zwischen einem arbeitenden Kraftwerk und einem abgezäunten Bergwerk. Es ist ein kurzer, kurioser Umweg, wenn du ohnehin in Carrickfergus bist, aber kein Ziel für sich.

Geschichte

Frühchristliche Anfänge

Laut dem Codex Salmanticensis schickte der heilige Ailbhe von Emly seinen Schüler Colmán mac Cathbaid, um hier um 500 n. Chr. eine Kirche zu gründen. Ein gesegneter Stein soll eine Quelle hervorgebracht haben – den „Unerschöpflichen Strom von Cill-ruaidh“ –, der noch heute als ungefasste Quelle südwestlich des heutigen Friedhofs sprudelt. Der Name blieb haften und markierte den Ort als Stätte der Verehrung, lange bevor das mittelalterliche Pfarrsystem entstand.

Mittelalter und Nachmittelalter

Im 13. Jahrhundert war dies die Pfarrkirche des heiligen Colmán, mit einem Bullaun-Stein – zum Mahlen oder als Taufbecken genutzt – in ihre Mauer eingelassen. Die Kirche verfiel irgendwann nach dem 15. Jahrhundert und hinterließ Fundamente, die noch auf der Ordnance-Survey-Karte von 1857 zu sehen sind.

Im frühen 17. Jahrhundert erwarb Edward Brice, ein schottischer Geistlicher, das Land und baute das dreistöckige Kilroot House innerhalb eines Bawn, einer ummauerten Verteidigungsanlage. Zwei ruinierte Bastionen und etwa ein Drittel der Bawn-Mauer sind heute noch erhalten. Das Haus wurde später zur Präbendarresidenz der Church of Ireland, und Jonathan Swift bekleidete dieses Amt von 1695 bis 1696. Er soll in der Nähe im „Round House“ gelebt haben, einem strohgedeckten ovalen Häuschen ohne Ecken, in denen sich der Teufel verstecken könnte, das nach einem Brand 1959 abgerissen wurde. Das Kilroot House selbst war Ende des 19. Jahrhunderts eine Ruine; das Innere ist heute wegen herabfallenden Mauerwerks gesperrt.

Industrielle Ära

Das 20. Jahrhundert brachte eine völlig andere Landschaft. Das Kraftwerk Kilroot, jahrzehntelang kohlebefeuert, bevor es auf Gas umgestellt wurde, lieferte einst etwa ein Drittel des Stroms von Nordirland. Daneben erstreckt sich ein Netzwerk von Steinsalzminen rund 30 Meilen (48 km) unter Kilroot, Eden und der Carrickfergus East Division, das Salz für den Winterdienst produziert. Die Minen sind nicht für Besucher geöffnet, aber ihre Silhouette – Türme, Förderbänder, Abraum – gehört heute ebenso zu Kilroot wie die Ruinen.

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Was es zu sehen und zu tun gibt

Kilroot House und Friedhof

Die stimmungsvollste Ecke ist das ruinierte Haus innerhalb seines Bawn, mit den zwei gebrochenen Bastionen und dem Friedhof – lokal „God’s Acre“ – daneben. Ein kurzer, ebener Weg führt von einem kleinen Parkstreifen an der Fort Road zum Eingangstor, sodass er zu Fuß leicht zu erreichen ist. 2002 stürzte hier eine Stützmauer ein, und die anschließende Ausgrabung brachte Bestattungen und spätere Ablagerungen zutage, was bestätigt, wie lange das Gelände genutzt wurde.

Industrielle Ausblicke

Das Kraftwerk ist nicht für Führungen geöffnet, aber der Steg an seiner Nordkante ist öffentlich zugänglich und bietet einen direkten Blick auf die Turbinentürme über dem Wasser. Es ist ein seltsam gutes Fotomotiv: behauene Grabsteine im Vordergrund, Industrie dahinter.

Küstenwanderungen

Die Küstenlinie bildet einen natürlichen Korridor für Wanderer und Radfahrer, wobei der Weg zurück in Richtung Carrickfergus und seiner Burg führt. So lässt sich ein kurzer Geschichtsstopp leicht in einen längeren Spaziergang entlang des Lough einweben. Watvögel und Möwen arbeiten die Gezeitenlinie ab, und im Frühjahr und Herbst ziehen Zugvögel durch.

Praktische Informationen

Anfahrt und Parken – von der A2 in Richtung Larne auf die Fort Road abbiegen und den Schildern zum Kilroot Business Park folgen. Ein kleiner Parkstreifen links bietet kostenloses Parken. Das Gelände ist unbewacht.

Öffnungszeiten und Eintritt – der Friedhof und die Ruinen sind ganzjährig geöffnet und kostenlos. Auch der Steg ist zugänglich, auch wenn Sicherheitspatrouillen ihn zeitweise einschränken können.

Barrierefreiheit – der Friedhofsweg ist ziemlich eben, aber die Bawn-Mauern sind uneben, und das Innere des Kilroot House ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Festes Schuhwerk ist nach Regen sinnvoll.

Anreise – regelmäßige Busse fahren von Carrickfergus und Belfast, und der nächste Bahnhof ist Carrickfergus, etwa 2 km nördlich. Mit dem Auto verbindet die A2 direkt mit Belfast, rund 20 km entfernt.

Verpflegung in der Nähe – Kilroot selbst hat wenig an Essensmöglichkeiten zu bieten, aber Carrickfergus ist nur wenige Minuten entfernt, mit Cafés, Pubs und Restaurants rund um die Burg.

Sicherheit – der Steg ist bei Nässe rutschig, also achte auf die Wasserkante, und das Gelände der Salzminen ist abgezäunt und mit „No Entry“ beschildert.

Plane deinen Besuch für den späten Nachmittag, um vom Steg aus das wechselnde Licht über dem Lough zu erleben, und fahre dann die paar Kilometer nach Carrickfergus zum Abendessen an der Burg.