Überblick
Lough Allua ist weniger ein See als ein breiter, träger Abschnitt des jungen River Lee, der sich auf etwa drei Meilen unterhalb des Dorfes Inchigeelagh im Westen von County Cork hinzieht. Halte Ausschau nach einer kleinen Baumgruppe, die aus dem Wasser ragt: Sie markiert einen crannog, eine frühmittelalterliche Inselsiedlung auf künstlich aufgeschüttetem Grund. Und ein Menhir am Ufer führt die Siedlungsgeschichte bis in die Bronzezeit zurück.
Der rund 1,36 Quadratkilometer große Lough liegt in einem steilen, bewaldeten Tal unterhalb der Sheehy Mountains; sein Wasserstand ist über die Jahre durch das flussabwärts gelegene Wasserkraftwerk bei Carrigadrohid gestiegen. Eine kleine Straße schmiegt sich ans Nordufer, im Süden verläuft die R584 – das Ufer ist also von beiden Seiten leicht zu erreichen, zwischen Inchigeelagh und Ballingeary.
Dies ist ein See zum Angeln und Wandern, nicht zum Schwimmen: Die Umweltbehörde Environmental Protection Agency stuft die Wasserqualität als „poor“ (schlecht) ein. Wer nicht die Angel auswirft, kommt vor allem wegen der stillen Straße am Nordufer hierher – so gut wie kein Verkehr und weite Blicke über das Wasser bis zu den Hügeln.
Angeln
Bei Anglern ist Lough Allua am bekanntesten. Im Wasser stehen Hecht, Lachs, Seesaibling – eine Kaltwasserart, die von der letzten Eiszeit zurückgeblieben ist – und Bachforelle. Der Hecht ist die Hauptbeute, und dafür braucht es hier keine Genehmigung, was ungewöhnlich ist; für Lachs oder Forelle solltest du die Regeln vorab vor Ort klären. Einige Fishing Lodges in der Umgebung haben sich auf Angler eingestellt.
Wandern und das Ufer
Rund um den See ist das Gelände überwiegend flach, und die verkehrsarme Straße am Nordufer eignet sich gut für einen leichten Spaziergang oder eine Radtour, die Sheehy Mountains stets im Blick. Wer in die Berge hinaufsteigt, trifft allerdings schnell auf steiles, unwegsames Terrain – festes Schuhwerk gehört ins Gepäck. Hunde sind willkommen, sollten aber an der Leine bleiben: Hier wird Vieh gehalten, und auf den angrenzenden Weiden stehen Tiere.
Anfahrt
Der Zugang ist kostenlos, geparkt wird in den Haltebuchten entlang der R584 am Südufer und an der kleinen Straße im Norden. Cafés oder ein Besucherzentrum gibt es am See nicht, nimm also alles mit, was du brauchst; im Dorf Inchigeelagh findest du Geschäfte und ein paar traditionelle Pubs. Der öffentliche Nahverkehr ist dünn, einige Buslinien bedienen aber die weitere Umgebung – aktuelle Zeiten zeigt Moovit.
Sehenswertes in der Nähe
Ballingeary liegt eine kurze Fahrt entfernt, ein irischsprachiges Dorf mit ein paar guten Pubs. Zu Fuß erreichbar ist die Steinreihe von Farranahineeny, eine Reihe prähistorischer Menhire auf einem stillen Feld. Weiter westlich locken in Gougane Barra die Wege des Waldparks und das vielfotografierte Oratorium des heiligen Finbarr auf einer kleinen Insel im See.