Überblick
Der Hügel, der das Ostende des Rathfranpark Wedge Tomb bedeckt, ist nicht Teil des Monuments – er ist ein ganzer Steinkreis, der bis etwa 1951 daneben stand, in den 1950er-Jahren herausgerissen und auf das Grab gekippt wurde. Dieses Wissen verändert, wie man die Stätte liest. Was darunter übrig ist, ist ein keilförmiges Galeriegrab aus der Zeit um 2250 v. Chr., gelegen in einem Feld 4 km nordwestlich von Killala, mit Blick über den Palmerstown River und die Killala Bay bis zu den Ox Mountains. Es ist ein National Monument (Referenznr. 633), der Eintritt ist frei, und man hat die Stätte mit ziemlicher Sicherheit für sich allein.
Geschichte und Archäologie
Das Grab stammt aus der Zeit um 2250 v. Chr., der Kupfer- oder frühen Bronzezeit, und diente – wie andere seiner Art – als gemeinschaftliche Begräbnisstätte. Sein deutlichstes erhaltenes Merkmal ist die Ausrichtung: Die Galerie verläuft von Ostnordost nach Westsüdwest, und das Ostnordost-Ende weist auf die aufgehende Sonne zur Sommersonnenwende – eine ungefähre Ausrichtung eher als eine präzise, aber dennoch eine bewusste Entscheidung.
Die Zerstörung des Kreises ist das jüngere Kapitel der Stätte. Um 1951 herum stand ein Steinkreis nahe dem Grab; in den folgenden Jahren wurden seine Steine herausgezogen und auf das östliche Ende des Wedge Tomb gehäuft, wodurch der Hügel entstand, der heute einen Großteil der Galerie verbirgt. Der Kern des Grabes überstand die Behandlung unversehrt.
Was es zu sehen gibt
Das Grab ist in gutem Zustand und belohnt einen langsamen Blick:
- Die Felswände: Die Galerie ist über drei Meter lang, ihre Seitenwände etwa zwei Meter voneinander entfernt, erbaut aus gewaltigen Felsblöcken, die noch fast 1,8 Meter hoch stehen. Die äußeren Seitenwände spreizen sich nach Osten hin um mehr als anderthalb Meter auseinander, was dem Grab seine Keilform verleiht.
- Die Eingangssteine: Gleich innerhalb der Galerie stehen die Eingangssteine. Welches Ende den ursprünglichen Eingang barg, ist tatsächlich umstritten – einige Fachleute weisen darauf hin, dass andere Wedge Tombs in Mayo ihren Eingang und ihre Fassade am breiten, östlichen Ende haben. Behandelt die Anordnung also eher als Rätsel denn als gesicherte Tatsache.
- Die Aussicht: Von der ebenen Plattform aus könnt ihr den Palmerstown River bis in die Killala Bay verfolgen, nach Westen bis zum offenen Atlantik blicken und an klaren Tagen die Ox Mountains im Süden ausmachen.
Anreise und praktische Informationen
Das Rathfranpark Wedge Tomb ist eine Freiluftstätte mit keinen festen Öffnungszeiten und keinem Eintrittspreis. Von Ballina fahrt ihr nach Norden durch Killala, nehmt nach der Überquerung der Palmerstown-Brücke eine Rechtsabbiegung und fahrt dann etwa einen Kilometer nach Norden; das ausgeschilderte Grab ist im Feld auf der rechten Seite zu sehen.
Parken und Zugang: Es gibt eine Parkbucht an der Straße nahe der Abzweigung von der R314, und es ist ein kurzer, ebener Weg zu den Steinen. Eine Sache, die ihr wissen solltet: Das Feld ist nicht eingezäunt und wird von Rindern beweidet. Achtet also auf euren Tritt und rechnet damit, dass der Boden nach Regen aufgewühlt ist. Besucher werden gebeten, keine der Steine zu versetzen.
Ausstattung: Keine vor Ort – keine Toiletten, kein Café, keine Informationstafel. Die nächsten Einrichtungen gibt es in Killala, etwa vier Kilometer entfernt.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Die Gegend ist dicht an Vorgeschichte, daher ist das Grab am besten als eine Station auf einem Streifzug zu behandeln, nicht als Ziel an sich:
- Rathfran Stone Circle: etwa 830 m östlich.
- Carbad More Court Tomb: ungefähr 600 m südlich, überwuchert, aber von der Straße aus sichtbar.
- Rathfran Friary: das dachlose Dominikanerpriorat aus dem 13. Jahrhundert liegt etwa 700 m südöstlich.
- Breastagh Ogham Stone: ein hoher Menhir mit einer frühmittelalterlichen Inschrift, eine kurze Strecke entfernt.
- Killala: die nahegelegene Stadt hat einen historischen Hafen und einen Rundturm.
Tipps für Besucher
- Sommersonnenwende: Das Ostnordost-Ende der Galerie ist auf den Sonnenaufgang zur Sonnenwende ausgerichtet. Am Morgen des 21. Juni ist die Ausrichtung am besten zu erkennen – kommt zum ersten Licht.
- Beste Bedingungen: An klaren, windstillen Tagen hat man die schärfsten Blicke über die Bucht. Nach Winterstürmen ist der Boden matschig und die Steine sind rutschig, also tragt Stiefel.
- Fotografie: Am frühen Morgen oder am späten Nachmittag hebt das Licht die dunklen Felsblöcke gegen das helle Meer hervor.
- Hunde: Mit Leine kein Problem, sowohl für die Steine als auch für die Rinder auf dem Feld.