Rotten Island – das Hafenleuchtfeuer von Killybegs

📍 Rotten Island, Donegal

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Ein Leuchtturm zum Ansehen, nicht zum Anlanden

Rotten Island liegt rund 500 Meter vor der Einfahrt zum Hafen von Killybegs, und es gibt keine Fähre dorthin. Der Turm arbeitet seit 1959 automatisch und der Felsen ist unbewohnt – ein Leuchtturm also, den du vom Festland aus fotografierst, statt ihn zu besteigen. Die klarste Sicht hast du von der Uferpromenade in Killybegs und von Carntullagh Head. Um nah an den weißen Granitturm heranzukommen, brauchst du eine saisonale Bootstour aus dem Hafen – etwa von Mai bis Oktober und je nach Anbieter zwischen 10 € und 30 € pro Person.

Er tut noch immer seinen Dienst. Betrieben von den Commissioners of Irish Lights, weist das Leuchtfeuer den sicheren Weg von St John’s Point vorbei an den Felsen bis zum Ankerplatz im geschäftigsten Fischereihafen von County Donegal.

Hafen von Killybegs mit Rotten Island an der Einfahrt, Co Donegal
Hafen von Killybegs, Co Donegal Mit freundlicher Genehmigung von Gareth Wray Photography

Der Name

Der irische Name der Insel lautet An tOileán Bréan, der offizielle Stationsname Teach Solais An tOileán Bréan. Der Überlieferung nach geht er auf Naomh Rotain – Sankt Rotain – zurück, einen Einsiedler, der draußen auf dem Felsen gelebt haben soll; frühe englische Aufzeichnungen anglisierten den Klang schlicht zu „Rotten“, und diese Version hat sich gehalten.

Advertisement

Der Bau kostete drei Menschenleben

Ein Leuchtfeuer an dieser Stelle wurde erstmals im April 1832 vorgeschlagen. Mr Drury, der Inspecting Commander der Küstenwache, wollte es auf Drumanoo Point; George Halpin, der Inspektor des Ballast Board, plädierte für Rotten Island und setzte sich durch. Im November 1833 genehmigte das Board das Vorhaben, kurz darauf folgte die gesetzliche Zustimmung von Trinity House.

Halpin entwarf den Turm und die Wärterhäuser, und die Arbeiter des Board errichteten den sich verjüngenden Granitturm unter seiner Aufsicht zu Kosten von rund 8.700 £ (manche Aufzeichnungen nennen eher 8.850 £). Billig war der Bau in keiner Hinsicht. Am 15. September 1836 ertranken drei dieser Arbeiter, als ihr Boot auf dem Rückweg vom Felsen kenterte. Zum ersten Mal leuchtete das Feuer am 1. September 1838, noch bevor die Station ganz fertiggestellt war.

Danach hielt die Station mit der Technik Schritt: Am 7. Januar 1959 wurde sie automatisiert, und am 1. Februar 1963 wurde der Strom über ein Freileitungskabel über den Meeresarm geführt und ersetzte den alten Paraffinbrenner. Der Turm und seine Gebäude sind im Register Buildings of Ireland als geschütztes Bauwerk verzeichnet.

Ansehen und technische Daten

Hinein kommst du nicht, aber es gibt durchaus gute Möglichkeiten, ihn in Augenschein zu nehmen:

  • Landzungen – Carntullagh Head und die Uferpromenade von Killybegs bieten freie Sicht. Fotografen bevorzugen die Morgen- oder Abenddämmerung, wenn sich der weiße Turm vom dunklen Granitufer abhebt.
  • Bootstouren – saisonale Fahrten aus dem Hafen von Killybegs kommen der Insel nahe und geben den Blick frei auf die Laterne, den Metallsteg und die Umfassungsmauer aus Bruchstein.
  • Tierwelt – durch seine Abgeschiedenheit ist der Felsen ein Rastplatz für Möwen und Tordalke, und auf den umliegenden Felsen ruhen sich oft Robben aus.

Für die technisch Interessierten:

MerkmalDetail
Turmhöhe14 Meter
Feuerhöhe (MHWS)20 Meter
KennungFl WR 4s (weiße und rote Sektoren, Blitz alle vier Sekunden)
ReichweiteWeiß 15 Seemeilen / Rot 11 Seemeilen

Praktische Informationen

  • Zugang – die Insel ist unbewohnt und der Leuchtturm in Betrieb. Keine Wanderwege, keine reguläre Fähre; alle Blicke kommen vom Festland oder von einem lizenzierten Boot.
  • Parken – kostenlose Parkplätze am Hafen von Killybegs und im Ort, im Hochsommer sind sie allerdings schnell belegt, komm also früh. Richtung Bruckless gibt es zudem begrenzt Parkmöglichkeiten am Straßenrand.
  • Anreise – Bus Éireann und Local Link verbinden Donegal Town und Letterkenny mit Killybegs, von wo aus es nur ein kurzer Weg zum Kai ist, an dem die Bootsanbieter ablegen.
  • Bootstouren – in der Regel von Mai bis Oktober, sofern das Wetter mitspielt. Die Anbieter wechseln, erkundige dich daher an den Ständen am Hafen nach den Abfahrten.
  • Sicherheit – das Wasser ist hier dem atlantischen Seegang und starken Gezeiten ausgesetzt. Folge den Hinweisen des Skippers und prüfe den Seewetterbericht, bevor du hinausfährst.
Advertisement

In der Umgebung

  • St John’s Point Lighthouse – auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt, das kleinere Leuchtfeuer, das das Paar vervollständigt und die Boote nach Killybegs lotst.
  • Killybegs Maritime & Heritage Centre – im Ort, mit der Fischereiindustrie und dem Donegaler Handel mit handgeknüpften Teppichen als Thema.
  • Slieve League – eine kurze Fahrt westwärts, Steilküsten, die zu den höchsten Europas zählen. (Irlands majestätische Klippen)
  • Arranmore Island – mit der Fähre nach Norden zur größten vorgelagerten Insel Donegals, mit eigenem historischem Leuchtturm und Küstenwegen. (Arranmore)

Wähle einen ruhigen, klaren Tag und, wenn möglich, ein Boot: Von der Uferpromenade aus ist der Turm nur ein ferner weißer Punkt, vom Meeresarm aus siehst du Laterne und Steg aus der Nähe. Wirf einen Blick in die Gezeitentabellen, wenn du den Felsen bei Niedrigwasser sehen willst.