Der Toome Canal wurde zwischen 1753 und 1764 nach einem Plan des Ingenieurs Richard Owen Cambridge gegraben, um Waren vom Lough Neagh Richtung Belfast zu transportieren. Die Lastkähne sind längst verschwunden. Geblieben ist ein ebener, zwei Kilometer langer Treidelpfad, der vom Parkplatz an der Railway Road bis zum offenen Ufer des Lough Neagh führt – eher eine entspannte halbe Stunde als ein Tagesausflug. Wenn du ohnehin in der Gegend bist oder Game of Thrones-Drehorte jagst, lohnt sich der Stopp; für sich allein genommen ist er kein Grund für einen großen Umweg.
Die Route
Vom Parkplatz führt der Weg entlang des Kanals nach Süden, die ganze Strecke über denkbar eben und fest unter den Füßen. Rechts passierst du das eiserne Gerippe der alten Eisenbahnbrücke über den Bann sowie die Schleusentore des Lower Bann, die noch immer an Ort und Stelle sind und den Lough zurückhalten. Ein paar hundert Meter weiter öffnet sich der Kanal, und der Lough Neagh breitet sich vor dir aus – der größte See der Britischen Inseln, an einem stillen Morgen ein blasses Wasserband bis zum Horizont. Du kannst denselben Weg zurückgehen oder die kurze Schleife rechts nehmen. So oder so bist du bei gemütlichem Tempo etwa 30 bis 40 Minuten unterwegs.
Das Gelände ist wirklich eben, abseits der Straße, aber gleichmäßig – gut machbar mit Kinderwagen und für die meisten Wanderer. Hunde sind an der Leine willkommen, besonders an den Schilfgürteln, wo im Frühjahr Vögel nisten.
Die Eisenbahnbrücke und Game of Thrones
Die Stille täuscht über eine bewegte Vergangenheit hinweg. Der Kanal wurde gebaut, um Waren zwischen dem Lough Neagh und Belfast zu transportieren, und der Treidelpfad führt noch immer an den industriellen Überresten dieses Handels vorbei – allen voran der rostenden Eisenbahnbrücke und den Schleusentoren.
In jüngerer Zeit war der Kanal auf der Leinwand zu sehen. Dieser Abschnitt diente als Kulisse für die Bootsfahrt durch die Ruinen von Valyria in Game of Thrones, jene Szene, in der Jorah Mormont den gefangenen Tyrion Lannister durch einen stillen, zugewachsenen Kanal rudert. Das schmale Wasser, die geneigten Ufer und die verwitterte Brücke tun ihre Wirkung ganz von allein; man muss die Serie nicht kennen, um zu verstehen, warum die Location-Scouts sich gerade diesen Ort ausgesucht haben.
Tierwelt
Der Kanal und das Lough-Ufer sind gut für Vögel: Reiher, die an den Ufern auf der Lauer liegen, Schwäne auf dem offenen Wasser, Eisvögel, wenn du Glück hast, und im Winter Watvögel. Außerdem ist das Gewässer ein bekanntes Angelrevier für Friedfische, mit Hecht, Flussbarsch, Plötze, Brasse und Aal.
Praktische Informationen
- Anreise: Der Parkplatz am Startpunkt liegt in der 10 Railway Road, Toome (BT41 3TD), im Ort ausgeschildert und von Randalstown und Magherafelt aus gut zu erreichen.
- Parken: Vor Ort und in der Regel kostenlos, allerdings können zu Stoßzeiten oder bei Veranstaltungen Gebühren anfallen. Bei Sonnenschein füllt sich der Platz schnell, also komm besser vor Mittag.
- Ausstattung: Keine direkt am Weg. Öffentliche Toiletten, Geschäfte und Cafés sind zehn Gehminuten entfernt im Dorf Toome; Gran’s Café und der O’Neill Arms sind am nächsten für einen Kaffee oder ein Pint danach.
- Untergrund: Eben, unbefestigte Wege entlang des Kanalufers, für die meisten gut zu bewältigen.
- Sicherheit: Bei warmen Wetterperioden kann der Lough Neagh Blaualgenblüten bilden – halte Hunde und Kinder von schlierigem Wasser fern und bleib auf dem Weg.
Für Routenkarten hilft der Countryside Recreation Officer beim Antrim & Newtownabbey Borough Council unter 028 9446 3113 weiter. Wer einen ganzen Vormittag daraus machen möchte, schaut im Lough Neagh Fisheries Visitors Centre in Toomebridge vorbei, wo die Aalfischerei, die diese Gewässer seit Jahrhunderten nutzt, noch immer betrieben wird.