Überblick
Das Ark war Europas erstes Kunstzentrum, das speziell für Kinder gebaut wurde – ein Temple Bar-Haus in der Eustace Street für Zwei- bis Zwölfjährige, in dem Theater, Musik, Tanz, bildende Kunst und Workshops von, für und über ein junges Publikum gemacht werden, statt als Kindermatinee bloß angehängt zu sein. Eine Sache, die man vor dem Besuch wissen sollte: Das hier ist keine Attraktion, in die man einfach so hineinspaziert. Man bucht eine bestimmte Vorstellung, einen Workshop oder eine Ausstellung, das Programm wechselt alle paar Wochen, und Zuspätkommende werden nicht eingelassen – also erst prüfen, was gerade läuft, und etwa 15 Minuten vorher da sein. In über drei Jahrzehnten hat das Haus mehr als eine Million junge Besucherinnen und Besucher empfangen. (Kinder unter zwei Jahren werden nur in eigenen Angeboten wie „Babies @ The Ark“ berücksichtigt.)
Geschichte und Ursprünge
Das Zentrum wurde 1995 eröffnet, kurz nachdem Irland die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert hatte. Die Gründerinnen und Gründer wollten einen physischen Raum schaffen, in dem Kinder aktiv am kulturellen Leben teilhaben können, statt es nur zu beobachten. Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahr 1728 und diente ursprünglich als presbyterianisches Versammlungshaus. Während die georgianische Fassade unversehrt erhalten blieb, wurde das Innere komplett neu gestaltet, um zeitgenössische Kinder- und Jugendkunst zu ermöglichen. Als Europas erstes Kulturzentrum dieser Art bewies es, dass ein eigenes Haus für ein junges Publikum sowohl kommerziell als auch künstlerisch bestehen kann. Das Ark ist dieser Gründungsidee treu geblieben, vergibt Aufträge für Werke von, für und über Kinder und kooperiert mit großen Veranstaltungen wie dem Dublin Theatre Festival und dem Dublin Dance Festival.
Architektur und Ausstattung
Group 91 Architects leitete den Umbau und bewahrte die historische Straßenfront, während im Inneren ein modernes, 1.500 m² großes Raumprogramm entstand. Das Haupttheater bietet rund 70 Sitzplätze in amphitheaterartiger Anordnung und schafft so eine intime Atmosphäre, die die Einschüchterung großer Bühnen nimmt. Flexible Traversen, Akustikpaneele und anpassungsfähige Bodenbeläge erlauben alles von Puppenspiel und Spoken Word bis hin zu ausgewachsenen Musikproduktionen.
In den wärmeren Monaten öffnet sich das Freiluft-Amphitheater zur Straße und beherbergt Filmvorführungen, Pop-up-Performances und Nachbarschaftstreffen. Das gesamte Gelände ist rollstuhlgerecht, mit Rampen, die das Straßenniveau mit Theater, Galerie und Workshop-Bereichen verbinden. Zu den Familienangeboten gehören angepasste Toiletten, ein eigener Stillraum und breite Türen für Kinderwagen.
Programme und Ausstellungen
Der Spielplan des Ark wechselt monatlich – vor dem Besuch also am besten die aktuellen Termine prüfen. Zum Zeitpunkt des Schreibens kosten Vorstellungen mit Ticket rund 15 € und Workshops – Clownbau, Bühnenbild, bildende Kunst – rund 11,50 € pro Einheit, mit Ermäßigungen für Studierende, Seniorinnen und Senioren, Erwerbslose und Alleinerziehende; die Preise bei der Buchung bestätigen. Die Kinder arbeiten direkt mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern und nehmen ihre eigenen Werke mit nach Hause.
Die Galerie beherbergt regelmäßig Wechselausstellungen. Aktuell gibt es unter anderem kostenlose Präsentationen wie Under the Big Oak, das mit Illustrationen und interaktiven Spuren Umweltthemen erkundet. Das Zentrum unterhält außerdem einen Children’s Council, eine Gruppe von Grundschulkindern, die sich monatlich trifft, um kommende Programme zu begutachten, die Künstlerinnen und Künstler vor Ort zu beraten und gelegentlich Fragen an nationale Politikerinnen und Politiker zu stellen. Dieses Mitbestimmungsmodell stellt sicher, dass das Haus nah an seinem Kernpublikum bleibt.
Das saisonale Programm richtet sich nach Dublins Kulturkalender. Zu Ostern gibt es verlängerte Camps und Familienproduktionen, zu St Patrick’s Day kostenlose Storytelling-Sessions und Folklore-Workshops. Das ganze Jahr über beteiligt sich das Ark an stadtweiten Festivals wie dem Temple Bar Tradfest mit Satellitenaufführungen und interaktiven Installationen, die die Festivalatmosphäre ins Viertel tragen.
Besuch und Anreise
Das Haus liegt einen halben Block von der Millennium Bridge entfernt und ist von den meisten zentralen Hotels bequem zu Fuß erreichbar. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut angebunden:
- Luas Red Line: Haltestelle Jervis (über die Millennium Bridge und links in die Eustace Street)
- Luas Green Line: Haltestelle St Stephen’s Green (zu Fuß über die Grafton Street und die Dame Street)
- DART: Bahnhof Tara Street (die Quays entlang und über die Millennium Bridge)
- Bus: Viele Linien bedienen Dame Street und College Green, nur einen kurzen Fußweg entfernt
Wer mit dem Auto kommt, findet im Parkhaus Fleet Street an der Westmoreland Street einen ermäßigten Tarif für Ark-Besucher: 9 € für drei Stunden, danach 3,60 € pro Stunde. Dafür den Ark-Ticketabschnitt zusammen mit dem Parkschein an der Kasse vorzeigen, bevor man das Auto abholt.
Das Buchungsbüro ist montags bis freitags von 10:00 bis 16:30 Uhr geöffnet; am Wochenende öffnet das Haus eine Stunde vor jeder Veranstaltung. Online buchen, aber Achtung: Es gibt keine Rückerstattung oder Umtausch, sobald die Tickets gekauft sind – Datum und Uhrzeit also doppelt prüfen. Eine Vorausbuchung lohnt sich für Wochenendvorstellungen und Ferienworkshops. Schulgruppen und Kindertagesstätten wenden sich am besten direkt an das Haus. Geöffnet ist es das ganze Jahr über – eine verlässliche Option für verregnete Nachmittage. Danach ist das Abbey Theatre fünf Minuten zu Fuß entfernt, und die Galerien und Pubs der Eustace Street und Dame Street liegen direkt vor der Tür.