Steinstufen führen zum Eingang des Dublin Writers Museum, markiert durch ein hängendes Eisenschild.
Das Dublin Writers Museum am Parnell Square – seine rotbacksteinige Fassade und das steinerne Portal sind für Besucher inzwischen geschlossen. Courtesy Failte Ireland

Dublin Writers Museum

📍 Dublin, Dublin

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Geschlossen (Sammlung ins MoLI verlegt)

Zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2026

Überblick

Das Dublin Writers Museum schloss im März 2020 und öffnete nie wieder. Eine Überprüfung von Bord Fáilte aus dem Jahr 2020 befand es für veraltet, und 2022 wurde die Schließung endgültig. Die Sammlung ist quer durch die Stadt ins Museum of Literature Ireland (MoLI) am St Stephen’s Green umgezogen – wer also nach Dublin kommt, um Joyce und Beckett zu sehen und nicht das Gebäude, sollte direkt dorthin gehen: Die praktischen Details stehen am Ende dieser Seite.

Was in der Nummer 18 am Parnell Square zurückbleibt, ist das Haus. Es besteht eigentlich aus zwei zusammengelegten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert; das prächtigere gehörte einst George Jameson aus der Whisky-Familie. Im Inneren werden die Räume noch immer von Stuckarbeiten des Dubliner Stuckateurs Michael Stapleton gerahmt. Inzwischen gibt es einen Vorschlag, daraus ein Museum für den Glasmaler Harry Clarke zu machen, bestätigt ist allerdings noch nichts.

Ein Haus der Worte

Die Idee nahm in den 1970er-Jahren Gestalt an, vorangetrieben vom Journalisten und Autor Maurice Gorham; das Museum öffnete am 18. November 1991. Fast dreißig Jahre lang führte es Besucher chronologisch durch die irische Literatur, mit einem persönlichen Audioguide in sechs Sprachen. Im Erdgeschoss und im ersten Stock befanden sich Räume für verschiedene Literaturepochen; im Obergeschoss lag die Gorham Library. Ein Anbau beherbergte ein Café, einen Buchladen und einen Vortragssaal für Autorengespräche und Lesungen – das machte den Ort eher zu einer lebendigen Literaturbühne als zu einem statischen Archiv.

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Die Sammlung & das Erbe

Die Stärke des Museums lag in seiner kuratierten Auswahl persönlicher und historischer Gegenstände. Zu sehen waren frühe Ausgaben von Jonathan Swifts Gullivers Reisen und Oliver Goldsmiths The Vicar of Wakefield, Erstausgaben von Bram Stokers Dracula sowie Theaterzettel aus Oscar Wildes Zeit. Der Raum der Moderne zog die Besucher an: James Joyces Schreibmaschine, eine signierte Erstausgabe des Ulysses, Samuel Becketts Telefon. Auch zeitgenössische Autoren waren vertreten, mit Werken und Erinnerungsstücken von Seamus Heaney, Roddy Doyle, Edna O’Brien und Colm Tóibín.

Statt das Archiv aufzuteilen, ging die gesamte Sammlung ins Museum of Literature Ireland (MoLI) in der 86 St Stephen’s Green, im alten Newman House der UCD, wo Joyce, Maeve Binchy und Kate O’Brien alle studiert haben. Dort stehen dieselben Manuskripte und Objekte neben digitalen Installationen und interaktiven Exponaten; seinen Namen verdankt das Museum Molly Bloom aus dem Ulysses.

Rund um den Parnell Square

Auch wenn das Museum geschlossen ist, lohnt der Platz einen Umweg, wenn man in der nördlichen Innenstadt unterwegs ist. Die Hugh Lane Gallery ist gleich nebenan und geöffnet, der Garden of Remembrance liegt in der Mitte des Platzes, und das Abbey Theatre, Irlands Nationalbühne, ist etwa zehn Gehminuten südlich in Richtung Fluss. Nur sollte man keinen besonderen Ausflug machen, um in die Nummer 18 zu gelangen: Die Tür bleibt zu.

Die Sammlung im MoLI sehen

Hier sind die Schriftsteller jetzt zu Hause – und es ist ohnehin das bessere Museum. Das MoLI ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 16:00 Uhr; der reguläre Eintritt kostet 16,50 €, eine Führung 18 €. Wenn man es zeitlich einrichten kann: Am ersten Freitag im Monat ist der Eintritt bei einer Abendöffnung von 18:00 bis 21:00 Uhr frei. Vom Luas-Halt St Stephen’s Green sind es zwei Gehminuten, es liegt an mehreren Buslinien, und gegenüber gibt es zwei DublinBikes-Stationen. Vor der Reise sollte man die MoLI-Website prüfen, denn das Museum schließt am 17. März, über Weihnachten und an Neujahr.