Booley and Butter, Mountain Ways Ireland, Slieve Gullion, Co. Armagh - Embrace a Giant Spirit
Booley and Butter, Mountain Ways Ireland, Slieve Gullion, Co. Armagh - Embrace a Giant Spirit Courtesy of Tourism Northern Ireland

The Fews – die Rebellenberge im Süden von Armagh

📍 Crossmaglen, Armagh

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Hearty's Cottage – Fr. & Sa. 16:00–23:00 Uhr, So. 14:00–23:00 Uhr (Mo.–Do. geschlossen)

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2026

Überblick

Slieve Gullion Mountain
© Tourism Ireland

The Fews, das ist das Gewirr aus Hügeln, Moor und Drumlins, das die südliche Hälfte von County Armagh ausfüllt – und jahrhundertelang war es schlicht zu unwegsam, um erobert zu werden. Gälische Familien, Harfner und mindestens ein berühmter Gesetzloser hielten sich hier, lange nachdem im übrigen Ulster längst die Plantation durchgesetzt war. Genau deshalb kommt auf keinen Quadratkilometer im Norden so viel Folklore wie hier. Der irische Name na Feá (oder Feadha) bedeutet schlicht „die Wälder“ – eine Erinnerung daran, dass dieses offene, windgegerbte Hochland einmal dicht bewaldet war.

Wenn du nur einen Nachmittag hast, steig auf den Slieve Gullion. Die Straße hinauf, das Ganggrab auf dem Gipfel und der kleine See darunter bündeln das Beste der Fews an einem Ort, und der Blick reicht bis zu den Mournes, den Cooleys und an klaren Tagen weit in die Republik hinein.

Eines solltest du vorher wissen: Ohne Auto geht hier nichts. Die Denkmäler verteilen sich auf Nebenstraßen beiderseits der Grenze, die Beschilderung ist lückenhaft, und öffentliche Verkehrsmittel gibt es so gut wie keine. Nimm eine Karte mit und verlass dich abseits der Hauptstraßen nicht auf dein Handy.

Landschaft und Entstehung

Landschaft am Ring of Gullion
Courtesy of Tourism Northern Ireland

Das alte Wort für Wald hat sich in einer Handvoll Townlands erhalten – Feebane, Feemore, Feebeg –, die sich über die Region verteilen (ein townland ist die kleinste traditionelle Flureinheit Irlands). Der Untergrund selbst ist eine Mischung aus Drumlins, die die letzte Eiszeit hinterlassen hat, und den schärfer geschnittenen Vulkanrücken des Ring of Gullion.

Slieve Gullion, ein 573 Meter hoher Vulkanschlot, ist der Ankerpunkt der ganzen Landschaft. Rundherum zieht sich der Ring of Gullion, ein Ringgang aus niedrigen Hügeln, den uralte Lava geformt hat – und die weltweit erste Landform dieser Art, die von Geologen kartiert und verstanden wurde. Heute liegt sie im Mourne Gullion Strangford Geopark.

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Geschichte und Erbe

The Fews blieb länger gälisch als der Großteil Ulsters, weil das Gelände jede Plantation zur Mühsal machte. 1572 verlieh Königin Elizabeth I. das Gebiet – damals beschrieben als „Orior, the Fews and Gallowglass country“ – an Sir Thomas Chatterton, doch sein Versuch, in Camlough eine befestigte Siedlung anzulegen, scheiterte, und die Schenkung wurde widerrufen. Später gründeten schottische und englische Siedler kleine Kolonien in Markethill, Creggan und Shillan, doch die einheimische irische Bevölkerung behauptete das Land bis weit in die Zeit Cromwells hinein.

Redmond O’Hanlon und die Rapparees

Der gälische Clanführer Redmond O’Hanlon wurde im 17. Jahrhundert zum Gesetzlosen, zum Rapparee, und trieb sein Wesen in diesen Hügeln: Er kassierte Schutzgeld von örtlichen Grundbesitzern und verteilte einen Teil davon weiter – genug für den Ruf eines Volkshelden, der bis heute in Balladen und Ortsnamen weiterlebt. 1681 wurde er ermordet, doch die Geschichte überdauerte ihn.

Patrick Linden, der Harfner der Fews

Der Harfner Patrick Linden (Pádraig na gCláirseach) lebte im 18. Jahrhundert bei Lisleitrim in Lower Creggan. Er unterrichtete den Harfenspieler Patrick Quin und trat 1792 bei der Harpers’ Assembly in Belfast auf. Zeitgenossen hoben hervor, dass er fließend Irisch lesen und schreiben konnte; sein Repertoire mit Melodien wie Miss Hamilton und Saely Kelly ist einer der Fäden, die die Fews mit Irlands Harfentradition verbinden.

Heilige und geweihte Steine

Das Land ist dicht besetzt mit frühchristlichen und prähistorischen Stätten. Die Dorsey Enclosure ist ein großes eisenzeitliches Erdwerk, und der Kilnasaggart Pillar Stone, datiert auf etwa 700 n. Chr., trägt eine Inschrift, die den Boden dem heiligen Petrus weiht; er steht an der alten Straße nach Tara durch den Moyry Pass. Gleich südlich davon, jenseits der Grenze zu Louth in Faughart, verortet die Überlieferung den Geburtsort der heiligen Brigid.

Was du sehen solltest

  • Slieve Gullion – „der heilige Berg“ erhebt sich auf 573 Meter, mit einem neolithischen Ganggrab auf dem Gipfel, dem kleinen, dunklen Wasser von Calliagh Berra’s Lake darunter und einem ganzen Knäuel an Legenden rund um Cú Chulainn. Für den Gipfelweg brauchst du rund zwei Stunden.
  • Ballykeel Dolmen – ein Dolmen mit drei Tragsteinen und einem Deckstein, vor Ort „the Hag’s Chair“ genannt, nur einen kurzen Fußweg von der Straße am Westfuß des Slieve Gullion entfernt.
  • Annaghmare Cairn – ein court tomb (eine Megalithanlage mit vorgelagertem Hof) in einem abgelegenen Wald bei Cullyhanna, vor Ort „the Black Castle“ genannt, über einen markierten Weg erreichbar.
  • Creggan Graveyard und Poet’s Glen – auf dem Friedhof der Church of Ireland liegen die Gruft der O’Neills sowie die Gräber der gälischen Dichter Art McCooey und Padraig MacAlinden aus dem 18. Jahrhundert und des Rapparee Séamus MacMurphy. Kostenloses Parken im Dorf Creggan.
  • Moyry Castle – ein quadratischer Turm, den Lord Mountjoy 1601 zur Sicherung des Gap of the North errichten ließ, mit Schießscharten und einer Bawn-Mauer. Von der Straße durch den Moyry Pass aus zu sehen; kostenlos.
  • Killeavy Old Churches – die Ruinen einer Klosteranlage aus dem 5. Jahrhundert, gegründet von der heiligen Monenna, mit einem granitenen Grabstein, an den bis heute Heilungssuchende pilgern.
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Wandern und der Fews Forest

  • Slieve Gullion – der kürzere Aufstieg von der Gegend um Camlough führt in etwa zwei Stunden auf den Gipfel, mit der Drumlin-Landschaft und den Mournes zu Füßen.
  • Ring of Gullion Loop – ein rund 12 km langer, ausgeschilderter Rundweg, der die Dorsey Enclosure und den Kranz niedriger Hügel einschließt; mittelschwer und auf gutem Untergrund.
  • The Fews Forest bei Darkley – über 1.000 Hektar Nadelforst mit markierten Wegen und einem Parkplatz am Darkley Wood, betreut vom Armagh City, Banbridge and Craigavon Borough Council. Von Armagh aus nimmst du die A29 nach Keady, biegst links zum Kreisverkehr ab und dort die zweite Ausfahrt nach Darkley; der Waldparkplatz liegt an der Mountain Lodge Road, kurz vor der Kirche von Mountain Lodge. Darkley Forest, Teil desselben Waldgebiets, umfasst 135 Hektar und hat zwei Wanderwege, die nach den Leave-No-Trace-Prinzipien betrieben werden.
  • Camlough Lake – ein schmaler, langgestreckter See mit Bachforellenbesatz; im Sommer kannst du im Dorf Camlough Kajaks und Stand-up-Paddleboards leihen. Parken am Nordufer.
  • The Poets’ Trail – verbindet die Gräber von Art McCooey, Padraig MacAlinden und Séamus MacMurphy, mit Infotafeln am Poet’s Glen.

Praktische Informationen

  • Unterwegs vor Ort – ein Auto ist unverzichtbar; die Hauptverbindungen sind die A1 (Belfast–Newry) und die B27 über Crossmaglen, Forkhill und Newtownhamilton. Wer über die Stadt Armagh anreist: Der Borough Council betreibt dort kostenlose und kostenpflichtige Parkplätze – der Court House Car Park an der Lonsdale Road etwa hat 31 kostenlose Stellplätze.
  • Öffnungszeiten – die Denkmäler, Steinhügel und Dolmen sind rund um die Uhr und ganzjährig zugänglich. Hearty’s Cottage bei Crossmaglen öffnet freitags und samstags von 16:00 bis 23:00 Uhr und sonntags ab 14:00 Uhr, Mo.–Do. geschlossen, mit Livemusik am Samstag und Sonntag.
  • Eintritt – für die Naturschauplätze und historischen Denkmäler wird nichts verlangt; Moyry Castle und der Kilnasaggart Pillar Stone lassen sich von der öffentlichen Straße aus betrachten.
  • Vor Ort – die meisten Stätten liegen in unebenem, teils steilem Gelände und eignen sich für Wanderer mit einigermaßen guter Kondition. Der Picknickplatz am Camlough Lake hat ebene Wege. Auf den Höhen rund um den Slieve Gullion schlägt das Wetter schnell um; pack also Regenjacke und feste Schuhe ein und wirf vor einer längeren Runde einen Blick auf die Vorhersage.

Der schönste Abschluss eines Tages in den Fews: Hearty’s Cottage an einem Samstag oder Sonntag, wenn sich der strohgedeckte Pub füllt und live gespielt wird. Geöffnet ist nur von Freitag bis Sonntag, plan den Rest des Tages also darum herum.