Überblick
Die Ha’penny Bridge ist ein einzelner gusseiserner Bogen, 43 m lang und nur 3,66 m breit, der die Liffey zwischen Ormond Quay Lower auf der Nordseite und Wellington Quay im Süden überspannt. Sie wurde 1816 als Dublins erste Fußgängerüberquerung über den Fluss eröffnet und erfüllt diese Aufgabe bis heute: Rund 30.000 Menschen überqueren sie täglich, gegenüber etwa 450 pro Tag, als sie neu war. Wenn du sie für dich allein haben willst, komm früh an einem Werktagmorgen – mittags ist sie eine der belebtesten Fußgängerbrücken der Stadt.

Woher der Name kommt
Vor der Brücke gab es eine Fähre, und als die Überquerung eröffnet wurde, setzte man den Zoll auf einen Halfpenny fest – nicht um das Eisenwerk abzubezahlen, sondern schlicht, um mit dem gleichzuziehen, was die Fährleute verlangt hatten. An beiden Enden standen Drehkreuze, um den Zoll einzusammeln. Die Gebühr stieg eine Weile auf anderthalb Pence, bevor 1919 ganz darauf verzichtet wurde – und längst hatte sich der Spitzname gehalten.
Die Brücke hatte auch prächtigere offizielle Namen. Sie wurde als Wellington Bridge errichtet, benannt nach dem Herzog, und 1922 nach der Gründung des Freistaats offiziell in Liffey Bridge umbenannt. Niemand nennt sie so.
Das Eisen selbst stammte aus der Gießerei Coalbrookdale in Shropshire, gegossen, so erzählt man sich, aus Erz, das am Sliabh an Iarainn in County Leitrim abgebaut wurde. Es wurde in achtzehn Sektionen nach Dublin verschifft und unter den Augen eines Vorarbeiters namens John Windsor zusammengeschraubt.
Die Restaurierung von 2001 und die Liebesschlösser
Eine große Restaurierung im Jahr 2001 kostete 1,25 Millionen € und bewahrte – ungewöhnlich für einen Auftrag dieser Größe – mehr als 85 Prozent des ursprünglichen Geländers: Über tausend einzelne Stücke wurden in Nordirland repariert und kehrten auf die Brücke zurück, die im Dezember desselben Jahres wiedereröffnet wurde. Die Arbeiten wurden 2003 mit dem Europa-Nostra-Kulturpreis ausgezeichnet.
Kurz darauf kamen die Vorhängeschlösser. Paare begannen, „Liebesschlösser“ an das Geländer zu hängen, und 2013 schnitt der Dublin City Council bei jeder Aktion mehr als 300 kg davon ab, weil das Eisenwerk darunter litt. Schilder raten inzwischen von der Gewohnheit ab, und die Schlösser werden regelmäßig entfernt. Falls du vorhattest, eines zu hinterlassen: lass es.
Überqueren und was in der Nähe liegt
Die Überquerung dauert eine Minute und belohnt mit einer Pause in der Mitte: offene Blicke die Kais entlang und, zur richtigen Stunde, die Laternen, die sich im Wasser spiegeln. Am anderen Ende landest du direkt im Temple Bar mit seinen Pubs und Galerien. In kurzer Gehweite liegen Trinity College, Dublin Castle und die kostenlos zugängliche Chester Beatty Library daneben sowie die Grafton Street, die hinauf zum St Stephen’s Green führt. Fotografen bekommen das Eisenwerk im frühen Morgenlicht am besten hin und die Laternen in der blauen Stunde nach Sonnenuntergang.
Praktische Informationen
- Anreise: Mehrere Dublin-Bus-Linien halten innerhalb einer Minute an Bachelor’s Walk und Aston Quay. Die nächste Luas-Haltestelle ist Jervis (Red Line), fünf Gehminuten entfernt, und die nächste DART-Station ist Tara Street, etwa zehn Minuten. Der nächste Dublin-Bikes-Stand befindet sich in der Fownes Street Upper.
- Barrierefreiheit: An beiden Enden gibt es Stufen und ein steiles Mitteldeck, daher ist die Brücke für Rollstühle und Kinderwagen ungeeignet. Für eine stufenfreie Überquerung nutze die Millennium Bridge, 100–150 m flussaufwärts.
- Hunde: Willkommen an der Leine, gemäß den Regeln des Stadtrats.
- Toiletten: Öffentliche Toiletten gibt es auf der Temple-Bar-Seite, in der Nähe des Lebensmittelmarkts.
- Schließzeiten: Rund um die Uhr geöffnet, nur bei gelegentlichen Wartungsarbeiten geschlossen; der Dublin City Council kann Auskünfte zu Arbeiten geben.
Achte auf die originalen Segmente von 1816 im unteren Geländer – sie sind älter als fast alles andere, worüber du in Dublin gehst.