Überblick
Der Name bedeutet „Die Sieben Kirchen“, doch nur zwei sind erhalten – und die niedrigen, rechteckigen Ruinen, die sich um sie herum verteilen, könnten der bessere Grund für einen Besuch sein, denn sie gelten als die einzigen mittelalterlichen Pilgerherbergen, die in Irland noch stehen. Die Anlage liegt nahe Eoghanacht am westlichen Ende von Inishmore, der größten der Aran Islands. Sie ist frei zugänglich, ohne Führung und rund um die Uhr geöffnet: zwei dachlose Steinkirchen, drei Hochkreuze, ein noch genutzter Friedhof und jene Herbergsruinen, auf einer niedrigen Anhöhe über dem Kalkstein.
Dún Aonghasa, 2,4 km weiter, ist die Hauptattraktion der Insel; die Seven Churches sind dagegen ein ruhigeres halbstündiges Ziel. Komm wegen der Steinmetzarbeit und der Kreuze, nicht wegen eines großen Schauspiels.
Ein Zentrum mittelalterlicher Pilgerfahrt
Etwa ab dem 8. Jahrhundert förderte die irische Kirche die Pilgerfahrt zu abgelegenen Küstenorten, und die Aran Islands gehörten zu den auserwählten Zielen. Der lokalen Legende nach gründete der heilige Breacán – der im 6. Jahrhundert gelebt haben soll – die Hauptkirche, die noch immer seinen Namen trägt. Das älteste Mauerwerk, ein Paar vorspringender Anten an der nordwestlichen Ecke der größeren Kirche, gehört zu den frühesten Zeugnissen hier; das Gebäude wurde im 13. Jahrhundert erweitert, und die Naht zwischen altem und jüngerem Mauerwerk ist an der Westwand noch deutlich zu erkennen, wo eine Inschrift OR AR II CONOIN („bete für die beiden Kanoniker“) lautet.
Bei den rechteckigen Steinbauten rund um die Kirchen handelt es sich vermutlich um Pilgerherbergen, die als die einzigen erhaltenen mittelalterlichen Beispiele in Irland gelten. Die Bedeutung des Ortes wurde 1607 offiziell anerkannt, als Papst Paul V. allen, die an bestimmten Feiertagen hierher kamen, einen Ablass gewährte – das hielt den Ort bis weit in die frühe Neuzeit als Pilgerziel lebendig.
Die Ruinen erkunden
Teampall Bhreacáin
Mit etwa 5 m mal 13 m ist dies die größere der beiden Kirchen. Westlich des Langhauses liegen zwei niedrige Steinplattformen – Leaba Bhreacáin und Leaba an Spiorad Naomh – bußfertige „Betten“, auf denen Pilger im Gebet lagen. Die Platte mit dem Namen des heiligen Breacán trägt auch ein Fragment eines kreuzverzierten Steins.
Teampall an Phoill
Die zweite, kleinere Kirche – die Kirche der Senke – liegt in einer natürlichen Mulde, der sie ihren Namen verdankt und die sie vor dem Atlantikwind schützt. Sie ist schlichter als Teampall Bhreacáin, aber die ruhigere der beiden zum Verweilen.
Die Hochkreuze
Drei Hochkreuze sind erhalten, alle etwa aus dem 11. Jahrhundert. Eines wurde im 19. Jahrhundert flach zementiert, sodass heute nur noch eine einzige verzierte Seite – ein Flechtband-Paneel – zu sehen ist. Ein zweites, in einer kleinen Einfriedung nördlich des Friedhofs, war einst etwa vier Meter hoch. Das dritte ist eine Kreuzplatte mit der Inschrift VII ROMANI („die sieben Römer“), höchstwahrscheinlich ein Zeugnis kontinentaler Pilger, auch wenn über ihre Bedeutung noch gestritten wird. Im Stil ähneln alle drei den Kreuzen von Cill Éinne und jenseits des Wassers in County Clare.
Der Friedhof
Der Begräbnisplatz wird noch genutzt, daher stehen moderne Grabsteine zwischen weit älteren Markierungen. Bleib auf den Wegen und halte die Stimme gesenkt, besonders in der Nähe der unmarkierten Gräber.
Praktische Informationen
- Öffnungszeiten: täglich geöffnet, 24 Stunden, keine saisonale Schließung
- Eintritt: frei
- Verwaltung: in Staatsbesitz, gepflegt vom Office of Public Works (OPW)
- Führungen: ohne Führung; du erkundest den Ort in deinem eigenen Tempo und, wie das OPW anmerkt, auf eigene Gefahr
- Untergrund: Der Boden ist uneben und wird im Winter durchnässt; die Steinstufen und Übertritte zwischen den ummauerten Einfriedungen sind bei Nässe rutschig. Festes Schuhwerk und Vorsicht beim Überqueren der Mauern.
- Kontakt: +353 996 1263
- Referenz: Heritage Ireland-Seite
Anreise
Die Anlage liegt am westlichen Ende von Inishmore und ist von der Hauptstraße der Insel nahe Eoghanacht und Onaght ausgeschildert. So erreichst du die Insel:
- Von Galway City: Bus Éireann-Linie 424 fährt vom Eyre Square nach Rossaveal (ca. 1 Stunde) und verbindet dort mit der Fähre.
- Fähre: Überfahrten verkehren regelmäßig ab Rossaveal (ca. 45 Minuten) und ab Doolin in County Clare (ca. 35 Minuten). Die Rückfahrpreise variieren je nach Betreiber – prüfe die Fahrpläne vor der Reise.
- Auf der Insel: Miete ein Fahrrad am Pier von Kilronan oder nimm einen Inselbus oder Pferdewagen. Die Straße hinaus zu den Kirchen ist klar ausgeschildert, mit Wegweisern in Richtung Man of Aran Cottage und Dún Aonghasa.
In der Nähe
- Dún Aonghasa: die prähistorische Steinfestung auf der Klippe, etwa 2,4 km nordwestlich und die Hauptattraktion der Insel. Im Sommer im Voraus buchen.
- Man of Aran Cottage: ein bewirtschaftetes Strohdachhaus mit Teestube direkt hinter den Kirchen, ein zuverlässiger Ort für Tee oder eine kleine Mahlzeit.
- Dún Eochla: der höchste Punkt der Insel, mit einem Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert und weitem Blick auf Connemara und Clare.
- Kilmurvey Beach: ein Blue-Flag-Strand ein kurzes Stück mit dem Rad östlich, gut für einen Spaziergang oder ein Sommerbad.
Plane deinen Besuch für den späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne über den verwitterten Kalkstein streicht und die Verzierungen auf den Kreuzen hervortreten lässt.