Ram Head – das Wrack der Samson und der Klippenweg

📍 Ram Head, Waterford

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

Überblick

Ardmore, Co Waterford
Ardmore, Co Waterford Courtesy Waterford County Council

Seit einem Dezembermorgen im Jahr 1987 rostet ein Schwimmkran namens Samson auf den Felsen unterhalb von Ram Head vor sich hin, und genau deswegen kommen die meisten hierher. Die Landzunge bildet die Spitze der Halbinsel von Ardmore am südlichen Ende von Waterfords Copper Coast; erwandern lässt sie sich auf einer 4 km langen Klippenrunde, die im Dorf Ardmore beginnt, mit gelben Pfeilen markiert ist und rund eine Stunde dauert. Fast die gesamte Strecke liegt ungeschützt da, zwischen dir und dem Atlantik steht so gut wie nichts, also heb dir die Runde für einen ruhigen Tag auf.

Wenn du den Zeitpunkt auf Niedrigwasser legst, kommst du bis zum Wrack selbst hinunter. Und die Klippen gehören zu den besten Plätzen an der Südküste, um vom Land aus nach Walen und Delfinen Ausschau zu halten – ein Fernglas lohnt sich also.

Ein Gang durch die Geschichte

Die Geschichte der Landzunge reicht mehr als zwölf Jahrhunderte zurück. Frühe Mönche hinterließen hier Heilige Quellen, und zwei davon liegen bis heute am Weg: St Declan’s Well und Father O’Donnell’s Well, beide geschützt und still, ideal für eine Pause. Etwas weiter landeinwärts markiert das Fundament des Ardmore Round Tower aus dem 12. Jahrhundert eine der ältesten Klostersiedlungen Irlands; der über 29 m hohe Rundturm diente als Zuflucht, Glockenturm und Seezeichen für Schiffe, die die Landspitze umrundeten. Mehr dazu findest du auf der Hauptseite zu Ardmore.

Auf den alten Ordnance-Karten ist das townland – die kleinste irische Flureinheit – als Carraig oder Ceann an Ráma verzeichnet, und am westlichen Rand der Landzunge stand einst eine Burg, die 1642 einer kurzen Belagerung standhielt; erhalten ist davon nichts. Die spätere Landzunge prägte vor allem die Seeverteidigung: 1867 entstanden eine Coastguard Station und ein kleines zinnenbewehrtes Gebäude zur Überwachung der Schifffahrtswege, im Zweiten Weltkrieg kam auf demselben Kamm ein Beobachtungsposten dazu. Von beidem finden sich am oberen Wegabschnitt noch Spuren.

Am eindrucksvollsten ist das Wrack des Schwimmkrans Samson. Am 9. Dezember 1987 verließ er Liverpool im Schlepp, Ziel war Valletta auf Malta. Vor der walisischen Küste riss am frühen Morgen des 11. Dezember bei nahezu stürmischem Wind die Schleppleine; einen Tag lang trieb der Kran, bis er am 12. Dezember gegen 7.50 Uhr vor Ram Head auf Grund lief. Die gefährliche Ladung wurde kurz darauf geborgen, im Dáil gab es Anfragen dazu, doch der Rumpf wurde nie geborgen und liegt seither an Ort und Stelle. Als 2016 der Kranausleger teilweise einstürzte, kam noch mehr vom verrosteten Gerüst zum Vorschein. Die Schiffsschraube der Samson wurde geborgen und steht heute auf einem Sockel im Dorf Ardmore, mit einer Tafel, die die Geschichte erzählt.

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Sehenswertes und Aktivitäten

  • Das Wrack der Samson – bei Niedrigwasser gibt der Kieselstrand das Deck und den Kransockel frei. Geh vorsichtig um den Rumpf herum: Der Kontrast aus oxidiertem Stahl, windgeschliffenem Fels und Atlantikgischt ist bemerkenswert.
  • Die Küstenrunde – der Weg verbindet das Dorf, die Spitze der Landzunge und die Klosterstätten, unterwegs stehen behauene Steinmarkierungen und hier und da eine Bank.
  • Historische Ruinen – halte auf den Klippenkanten Ausschau nach den Fundamenten der Coastguard Station von 1867, dem zinnenbewehrten Gebäude und dem Beobachtungsposten aus dem Krieg; auf den grasbewachsenen Kämmen treten ältere Klostermauern zutage.
  • Heilige Quellen – St Declan’s Well und Father O’Donnell’s Well liegen in stillen Nischen der Klippen, windgeschützt, mit Tafeln zu ihrer Entstehung.
  • Tierwelt – an den Klippen brüten zur Saison Dreizehenmöwen, Alpenkrähen und Kolkraben nutzen die Aufwinde, und vor der Küste ist dies ein bekannter Platz, um vom Land aus Wale und Delfine zu sehen; die Irish Whale and Dolphin Group erfasst hier Sichtungen.
  • Kajakfahren – das geschützte Wasser auf der windabgewandten Seite ist bei Seekajakfahrern beliebt, und wer nah an der Samson paddelt, sieht das Wrack aus einem flachen Winkel, den man von den Klippen aus nie bekommt.

Deinen Besuch planen

  • Auf die Gezeiten achten – die Samson ist nur bei Niedrigwasser vollständig zugänglich; bei Hochwasser steht das Deck unter Wasser und der Strand wird schmal. Sieh in einer Gezeitentabelle für Ardmore oder Dunmore East nach und plane die Ankunft etwa eine Stunde vor Niedrigwasser.
  • Parken – im Dorf Ardmore gibt es Parkplätze, und dort beginnt auch die Runde. An sonnigen Sommerwochenenden ist alles belegt, komm also vor 10:00 Uhr oder nach 16:00 Uhr.
  • Schuhwerk und Wetter – der Weg besteht überwiegend aus festem Erdreich und Schotter, doch in den Abschnitten nahe dem Wrack geht es über losen Kies und rutschigen Tang, du brauchst also Schuhe mit gutem Grip. Die Landzunge ist dem Atlantikwetter voll ausgesetzt; nimm auch im Sommer winddichte Kleidung mit.
  • Hunde – an kurzer Leine willkommen, vor allem in Klippennähe und rund um das Wrack, wo instabiles Metall und unebener Boden echte Gefahren sind.
  • Einrichtungen – auf der Landzunge gibt es keine. Im Dorf Ardmore, nur einen kurzen Weg vom Startpunkt entfernt, findest du Pubs, Cafés und öffentliche Toiletten. Nimm Wasser und Proviant mit.
  • Anreise – am einfachsten mit dem Auto; die R672 führt vom Dorf Ardmore Richtung Startpunkt. Der öffentliche Nahverkehr nach Ardmore ist eingeschränkt, prüfe also die aktuellen Fahrpläne, wenn du auf den Bus angewiesen bist. Für die Runde solltest du in gemütlichem Tempo rund 1,5 Stunden einplanen.

Sehenswertes in der Umgebung

Die Runde um Ram Head fügt sich gut in einen größeren Tag an der Copper Coast ein. Kombiniere sie mit dem ausführlicheren Ardmore Peninsula and Cliff Walk, mit den Stränden und dem Dorfleben in Bunmahon oder mit dem Hafen und dem Küstenpfad in Dunmore East. Wer die Geologie dahinter verstehen will, ist im Copper Coast Geopark richtig: Dort geht es um das Bergbauerbe und die Gesteinsformationen der Region.

Zwei Dinge solltest du vor dem Aufbruch klären: eine Gezeitentabelle, damit du das Wrack bei ablaufendem Wasser erreichst, und ein Fernglas, falls die Finne, die du vor der Landspitze entdeckst, doch ein Delfin ist.