Wrack der Sampson – Klippenweg von Ardmore

📍 Rams Head, Waterford

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

Das Wrack

Die Sampson ist ein Kranponton, der seit Dezember 1987 auf den Felsen von Rams Head festsitzt, kurz außerhalb von Ardmore. Sie liegt aufrecht und völlig frei – kein Sand, kein Schlick, nur ein rostender Stahlrumpf ohne Farbe und ohne Maschinen, verkeilt genau dort, wo die Flut ihn zurückgelassen hat. Man fährt nicht eigens zur Sampson, man geht an ihr vorbei: Sie ist eine Station auf dem Klippenweg von Ardmore, und genau so besucht man sie am ehrlichsten. Den Ponton selbst siehst du vom Weg oberhalb; hinaufklettern oder ihn erreichen kannst du nicht, und seit sein Ausleger im April 2016 eingestürzt ist, ist weniger von ihm übrig als früher.

Wie er dorthin kam

Gebaut wurde der Ponton 1959 von Lobnitz & Company – 54,86 m lang, 974 Tonnen – und er arbeitete fast dreißig Jahre lang als Schwimmkran in europäischen Häfen. Seine letzte Reise begann am 9. Dezember 1987, im Schlepp von Liverpool nach Valletta auf Malta. Vor der walisischen Küste riss am 11. die Schleppleine, und der Ponton trieb führerlos und ohne Besatzung ab. Die beiden Männer an Bord wurden von einem Sea King der RAF aus RAF Brawdy ausgeflogen, und die Sampson trieb nach Süden, bis sie am 12. Dezember gegen 07:50 Uhr bei Rams Head hart auf Grund lief. Für eine Bergung war sie zu groß und zu ungünstig gelegen; trotz gelegentlicher Debatten im Dáil Éireann über eine Beseitigung hat man sie liegen lassen, wo sie ist.

Eine Richtigstellung lohnt sich, denn viele Reiseführer geben es falsch wieder: Die Schiffsschraube der Sampson blieb nicht in Ardmore. Sie wurde abmontiert und 1991 vor dem Commodore Hotel in Cobh aufgestellt, drüben in County Cork. Und gelegentlich liest du das Wrack auf 1988 datiert – ein verbreiteter Irrtum; auf Grund lief es 1987.

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Der Weg dorthin

Die Sampson liegt am Klippenweg von Ardmore, einer 4 km langen Runde, die etwa ein bis anderthalb Stunden dauert und nahe der Strandpromenade beginnt und endet. Sie ist gut ausgeschildert und verläuft überwiegend eben, doch die Abschnitte nahe der Landspitze sind schmal und dem Wind ausgesetzt. Das Wrack ist nur ein Teil des Reizes. Unterwegs kommst du vorbei an:

  • einer Küstenwachstation von 1867 und einem Wachturm aus napoleonischer Zeit;
  • einem Ausguckposten aus dem Zweiten Weltkrieg;
  • St Declan’s Well, einer frühchristlichen Heiligen Quelle;
  • einem Rundturm aus dem 12. Jahrhundert, 29 Meter hoch, aus der Zeit, als Ardmore eine der ältesten Klostersiedlungen Irlands war;
  • der sandigen Bucht von Goat Island, einen kurzen Weg abseits des Hauptpfads.

Der Weg ist die Schlussetappe von St Declan’s Way, dem 115 km langen Pilgerweg von Cashel in Tipperary. An den Klippen kannst du Strandpieper, Turmfalken, Wanderfalken und Fasane beobachten.

Das richtige Foto

Am besten wirkt das Wrack bei flachem Licht – der Sonnenaufgang wärmt den rostigen Rumpf, der späte Nachmittag arbeitet die Struktur der Klippen heraus. Nimm die Landspitze mit ins Bild, das gibt dem Ganzen Maßstab. Bei Ebbe liegen mehr vom Rumpf und von den Felsen darunter frei, bei Flut schlagen die Wellen gegen den Stahl. Sieh dir vorher die Gezeitentabellen an.

Praktische Informationen

Der Weg ist kostenlos und ganzjährig zugänglich. Parken kannst du am Ardmore Beach Car Park an der Strandpromenade, an Sommernachmittagen wird es dort voll. Am Weg selbst gibt es keine Einrichtungen; Toiletten, Cafés und Geschäfte findest du im Ort Ardmore. Die Klippen fallen steil zum Meer ab, halte dich deshalb an den markierten Weg und bei Nässe oder Wind gut vom Rand entfernt – die Felsen sind rutschig und Wellen branden ohne Vorwarnung heran. Trag Schuhe mit gutem Profil.

In der Umgebung

Verbinde den Weg mit dem Ort Ardmore und seinen frühchristlichen Stätten. Weiter entlang der Küste bietet Dunmore East einen aktiven Fischereihafen und Fischrestaurants, Bunmahon eine geschützte Bucht und der Copper Coast Geopark fossilreiche Klippen und eine landschaftlich reizvolle Küstenstraße.