Überblick
Red Rock liegt nach Südwesten zur Dublin Bay hin, und das solltest du wissen, bevor du deinen Besuch planst: Das hier ist ein Ort für den Sonnenuntergang. Wenn das Licht schwindet, nimmt der rostrote Sandstein einen tiefen Kupferton an, und an einem klaren Abend zeichnen sich die Poolbeg Chimneys auf der anderen Seite des Wassers schwarz gegen den Himmel ab. Genau dafür lohnt sich der Weg, und für ein ruhiges Bad von den Felsen aus nach einem warmen Tag – nicht für einen Strandnachmittag im Sand. Denn das hier ist eine kompakte Kieselbucht an der Südwestecke der Halbinsel Howth, kein weiter Sandstrand.
Das Gebiet umfasst rund 21 Hektar geschützten Küstenlebensraum und gehört zum von der UNESCO ausgewiesenen Biosphärenreservat Dublin Bay; oberhalb begrenzen es die Carrickbrack Road und Sutton Castle, unterhalb die Dublin Bay. Die meisten kommen zu Fuß von Sutton her, am westlichen Ende des Howth Cliff Walk.
Anfahrt und Zuweg
Der Klippenweg ist gut ausgeschildert und verläuft überwiegend flach, nur der letzte Abstieg zum Wasser führt über unebene Stufen und Felsen.
- Mit dem Zug: Nimm die DART bis zur Station Sutton und folge den blauen Markierungen des Howth Cliff Walk. Rechne mit 20–30 Minuten hinunter zur Bucht.
- Mit dem Auto: An der Sutton Road nahe dem Martello-Turm gibt es Parkplätze, allerdings nur wenige, und örtliche Beschränkungen sind möglich; das Parken am Straßenrand in der Umgebung wird streng kontrolliert. An Sommerwochenenden solltest du vor 10 Uhr da sein oder gleich die DART nehmen.
- Die komplette Runde: Ab Howth Village dauert der ganze Rundweg etwa zwei bis zweieinhalb Stunden; alle Details findest du im Beitrag zum Black Linn Loop.
Was dich erwartet
Die Bucht ist eine Mischung aus Kieseln, kleinen Sandflächen und den roten Sandsteinplatten, die ihr den Namen geben. In einer geschützten Einbuchtung steht bei passendem Tidenstand ein ruhiger, flacher Pool, und viele setzen sich auf die Felsen und schwimmen von dort aus, gerade an heißen Abenden. Außerhalb einer Hitzewelle ist die Irische See kalt, nimm also einen Neoprenanzug oder ein dickes Handtuch mit. Einen Rettungsschwimmer gibt es nicht: Prüfe vor dem Reingehen die Tide und behalte sie im Auge.
Oberhalb der Bucht steht der Martello-Turm von Sutton, auch Red Rock Tower genannt – er ist in Privatbesitz, aber der Weg rundherum gibt den Blick über die Bucht frei. An den Klippen sind das ganze Jahr über Möwen, Kormorane und Tordalke unterwegs.
Geschichte und Überlieferung
Außer dem Martello-Turm und ein paar alten Steinmolen hat Red Rock keine Denkmäler zu bieten; sein Charakter steckt im Fels selbst, in Sandstein, den Jahrmillionen zu glatten, rostroten Platten geformt haben.
Vor Ort erzählt man sich die Geschichte eines Mannes, der von den steilen Klippen oberhalb abrutschte, auf den schräg abfallenden roten Felsen darunter landete und unverletzt davonging. Nachprüfen lässt sich das nicht, aber es passt zu diesem Ort, denn die Felsbänder fallen tatsächlich eher schräg ab als senkrecht. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist die Bucht ein stiller Badeplatz für die Dubliner.
Praktische Hinweise
Red Rock ist kostenlos zugänglich und ganzjährig geöffnet, hat aber keinerlei Einrichtungen: keine Toiletten, keinen Kiosk, keine Mülleimer. Nimm mit, was du brauchst, und deinen Müll wieder mit nach Hause. In Sutton und Howth, beide nur einen kurzen Fußweg oder eine kurze Fahrt entfernt, gibt es Pubs, Cafés und Imbisse.
Eine ehrliche Einschränkung: Der Reiz liegt hier in der Kulisse und im Sonnenuntergang, nicht im Schwimmen oder im Sand, und die letzte Kletterei nach unten ist unbequem. Bei Ebbe liegen die Felsplatten frei und eignen sich vor allem zum Spazieren und Fotografieren, bei Flut füllt sich die Einbuchtung, doch der felsige Abstieg wird rutschig. Wirf einen Blick in die Gezeitentabelle und zieh Schuhe mit gutem Grip an.
Weiter erkunden
- Bailey Lighthouse: ein aktiver Leuchtturm auf Howth Head, ein kurzer Abstecher vom Klippenweg.
- Howth Summit: der höchste Punkt der Halbinsel, mit weitem Blick über die Bucht und die Skyline von Dublin.