Überblick
Im 7. Jahrhundert gründete ein Mönch namens Mosacra in Saggart ein Kloster, das zu einem Nonnenkonvent mit mehr als 80 Frauen anwuchs, bis Wikinger-Räuber die Gemeinschaft im 9. Jahrhundert zerstreuten. Die steinernen Fundamente liegen noch heute in einem Feld nahe dem modernen Dorf. Diese vielschichtige Vergangenheit ist der Grund, hier anzuhalten, denn oberflächlich betrachtet ist Saggart heute vor allem Pendler-Dublin: Die Bevölkerung hat sich seit 2011 ungefähr verdoppelt, und der Geschäfts- und Freizeitkomplex Citywest hat sich über die umliegenden Felder ausgebreitet. Komm wegen der Menhire und des Tals, nicht wegen des Dorfzentrums.
Die Luas Red Line endet hier und bringt dich in etwa 45 Minuten ohne Umsteigen in die Stadt. Wenn du eine Stunde hast, geh zu den Steinen „Adam and Eve“ und zurück; wenn du einen Vormittag hast, folge stattdessen dem Slade of Saggart-Tal.
Geschichte und Erbe
Der Name stammt vom irischen Teach Sagard, „das Haus des Priesters“. Nach Mosacras Gründung und den Wikinger-Überfällen verzeichneten die Normannen die Siedlung 1207 als Tasagart und machten sie zu einer Präbende der St Patrick’s Cathedral in Dublin. Die alte Pfarrkirche war in den 1630er-Jahren eingestürzt; die heutige katholische Kirche, die der Geburt der seligen Jungfrau Maria geweiht ist, wurde zwischen 1847 und 1849 erbaut und ist noch immer das wichtigste Wahrzeichen des Dorfes.
Der Boden rund um Saggart ist ungewöhnlich dicht mit prähistorischen Markierungen übersät. Die bekanntesten sind die Menhire „Adam and Eve“ in Boherboy, ein Paar neolithischer aufrechter Steine im offenen Feld. Der Raheen Standing Stone steht allein an der Blessington Road, und ein Pilgerstein aus dem 10. Jahrhundert ruht im örtlichen Friedhof. Die spätere Industrie hinterließ ihre eigenen Spuren: Die Swift Brook Paper Mill arbeitete hier ab der Mitte des 18. Jahrhunderts über 200 Jahre lang, und die Dublin and Blessington Steam Tramway fuhr von 1888 bis 1932 durch das Dorf – Jahrzehnte vor der Luas.
Was du sehen und unternehmen kannst
Menhire und Klosterruinen
- Adam and Eve standing stones – in Boherboy, kostenlos zu besichtigen und ein kurzer Spaziergang vom Dorf. Der lohnendste Stopp hier.
- Raheen Standing Stone – ein einzelner neolithischer Monolith entlang der Blessington Road nahe Crooksling.
- Coolmine monastic ruins – die Überreste von Mosacras Gründung aus dem 7. Jahrhundert, auf dem Gelände des Coolmine Equestrian Centre etwa 1,5 km vom Dorf entfernt.
- Church of the Nativity of the Blessed Virgin Mary – eine gepflegte Steinkirche aus dem 19. Jahrhundert mit Glasmalerei, die noch immer für den Sonntagsgottesdienst genutzt wird.
Wandern und das Tal
- Slade of Saggart und River Camac – das Dorf liegt am Kopf dieses schmalen Ost-West-Tals, wo der River Camac seinen Lauf hinunter zur Liffey in der Nähe der Heuston Station beginnt.
- Slade Valley walking trail – ein Weg, der das Tal durch Mischwald und offenes Feld mit dem Saggart Reservoir verbindet. Teile davon waren 2021 noch im Bau, also erkundige dich vor Ort, bevor du aufbrichst, und rechne im Winter mit Matsch; es gibt einen Kiesabschnitt, der trockener bleibt. Ein herunterladbarer Dorf-Erbgang deckt den historischen Kern ab.
Rund um das Dorf
- Citywest Shopping Centre – mit Dunnes Stores als Ankermieter, dazu Apotheke, Cafés und Geschäfte des täglichen Bedarfs.
- Jacob’s Bar – eine traditionelle Kneipe von 1901 mit Livemusik.
- St Mary’s GAA – 1906 gegründet, mit Gaelic-Football- und Hurling-Teams.
Anreise und praktische Informationen
Saggart ist neben Tallaght eine der beiden westlichen Endstationen der Luas Red Line. Die Straßenbahnen fahren ungefähr alle 20 Minuten und erreichen das Stadtzentrum in etwa 45 Minuten, Tickets kosten rund 2–3 €. Mit dem Auto führt die N7 (Naas Road) in der Nähe vorbei. Die Dublin-Buslinie 69 und GoAhead Ireland’s W6 bedienen ebenfalls das Dorf; die 69 vom Usher’s Quay braucht etwa 51 Minuten und kostet 3 €.
Fürs Parken kostet der Luas-Park-and-Ride in Saggart 2 € pro Tag oder 1 € für bis zu vier Stunden – er ist kleiner als der Parkplatz in Red Cow, daher füllt er sich. Es gibt außerdem 16 Parkplätze auf der Straße an der Main Street, die für Einkäufer reserviert sind. Für einen ruhigen Spaziergang geh früh ins Slade Valley hinauf: Der Weg ist am besten, bevor die Wochenendmassen kommen und solange die Vogelwelt noch unterwegs ist.