Augher – Spur Royal Castle, Clogher Valley

📍 Augher, Tyrone

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Überblick

Augher (irisch: Eochair, „Rand“ oder „Grenze“) ist ein Dorf mit 391 Einwohnern im Clogher Valley im Süden von County Tyrone, sechs Meilen von der Grenze zu County Monaghan entfernt. Die A4 führt mitten hindurch und verbindet Dungannon mit Enniskillen – die meisten Reisenden erleben Augher deshalb durch die Windschutzscheibe. Anhalten lohnt sich: Auf dem Hügel im Norden liegt ein neolithisches Ganggrab, und im alten Bahnhof gibt es ein komplettes Irish Breakfast. Wenn du nur einen Stopp einlegst, dann den Aufstieg auf den Knockmany – wegen des Grabes und der Aussicht über das Tal.

Geschichte und das Stadtrecht

Um Aughers Lage wurde schon früh gekämpft. Während des Neunjährigen Krieges diente der Ort als Garnison für Lord Mountjoy, den Lord Deputy von Elisabeth I., der die Truppen des Earl of Tyrone brechen sollte.

Nach dem Krieg vergab die Plantation of Ulster – die staatlich gelenkte Ansiedlung englischer und schottischer Siedler – 1613 rund 315 Acres rund um Augher an Sir Thomas Ridgway, den früheren Kriegsschatzmeister für Irland. Ridgway baute die Siedlung so zügig aus, dass König Jakob I. ihr binnen zweier Jahre das Stadtrecht verlieh; bis zur Union von 1801 entsandte der Borough zwei Abgeordnete ins irische Parlament. Burg und Gut gingen später über Sir James Erskine an die Familie Richardson über, die sie bis weit ins 19. Jahrhundert hielt.

Auch sportlich hat Augher mehr vorzuweisen, als seine Größe vermuten lässt. Augher St Macartan’s GAC holte 1976, 1982 und 1985 die Tyrone Senior Football Championship und brachte County-Trainer Fergal McCann und den früheren Kapitän Eugene McKenna hervor. Und der erste katholische Erzbischof von New York, John Hughes, wurde im townland Annaloghan – einer historischen irischen Flurgemarkung – direkt vor dem Dorf geboren.

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Spur Royal Castle

Am sichtbarsten erinnert Spur Royal Castle an diese Vergangenheit. Sir Thomas Ridgway ließ das ursprüngliche befestigte Herrenhaus in den Jahren nach seiner Landvergabe von 1613 errichten; während der irischen Rebellion von 1641 wurde es erfolgreich gehalten, ehe es 1689 abbrannte. Was heute steht, geht größtenteils auf eine Restaurierung und Erweiterung von 1832 zurück, bei der Teile der ursprünglichen Bawn-Mauer wiederverwendet wurden. Heute ist es ein denkmalgeschütztes Gebäude der Kategorie Grade A am Ufer eines Sees; die Anlage ist im Heritage Gardens Inventory of Northern Ireland verzeichnet und besitzt noch immer einen historischen Küchengarten mit Hochbeeten und Kräuterrabatten.

Besucherinformationen

  • Eintritt: Frei; Blick von den umliegenden Feldern und öffentlichen Wegen.
  • Zugang: Ein kurzer, befestigter Weg führt vom Parkplatz im Dorf zu einem Aussichtspunkt über Ruine und See; die umliegenden Felder sind uneben.
  • Parken: Kostenlose Parkplätze am Straßenrand nahe dem Aussichtspunkt, dazu ein kleiner Parkplatz im Ortskern.

Knockmany und das Ganggrab

Gleich nördlich des Dorfes erstreckt sich der Knockmany Forest Park über das frühere Gut Cecil Manor. Das Herrenhaus ist verschwunden, doch eine Allee aus Douglasien markiert noch die alte Zufahrt, und alter Baumbestand umschließt einen kleinen See, an dem gern geangelt wird.

Der eigentliche Anziehungspunkt ist das Knockmany Passage Grave auf der Kuppe – ein neolithischer Cairn mit megalithischer Kunst. Seit 1959 sind die Steine in einer Betonkammer geschützt, und normalerweise siehst du sie nur durch das Eingangsgitter; hinein kommt man nicht. Am Fuß des Hügels parken und hinaufgehen. Wer hinter das Gitter will, bucht die geführte Wanderung Spirit of Knockmany (rund 6 km, zwei Stunden, mittlere Kondition): Die Leitung hat den Schlüssel und schließt das Grab auf. Start ist am Hauptparkplatz, wo es auch Toiletten gibt.

Die markierten Wege im Wald eignen sich gut für Familien und Hundebesitzer; das Gelände ist überwiegend flach, wird nach Regen aber matschig – also feste Schuhe mitnehmen und Hunde unter Kontrolle halten.

Augher Station House Café

Das Café lohnt sich schon wegen des Gebäudes. Es wurde am 2. Mai 1887 als Bahnhof von Augher eröffnet, eine Station der schmalspurigen Clogher Valley Railway, und am 1. Januar 1942 geschlossen. Nach Jahren anderer Nutzungen – darunter eine Zeit als Kaffeehaus namens Rosamunde’s – wurde es saniert und als Station House Café wiedereröffnet.

Für ein Full Irish, hausgemachtes belegtes Soda Bread oder ein Mittagessen mit Wurst und Pommes ist es eine verlässliche Adresse; ein Teil der Eisenbahngeschichte hängt noch an den Wänden, und der Hauptgastraum ist stufenlos zugänglich. Die Öffnungszeiten wechseln im Wochenverlauf – vor einem Umweg also besser nachfragen.

  • Telefon: 028 8554 8888
  • Adresse: 2 Crossowen Road, Augher, BT77 0AX
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St Patrick’s Chair and Well und andere Kuriositäten

Am Ortsrand steht ein großer, 2 m hoher Sandsteinsitz namens St Patrick’s Chair and Well – auch Druids’ Chair oder St Brigid’s Well genannt –, versteckt im Wald, daneben eine Quelle, der Heilkraft nachgesagt wird; die Stätte wurde vor Kurzem unter Schutz gestellt. Kurioser noch ist das nahe gelegene Cooneen Ghost House: angeblich das einzige Haus in Irland, in dem je ein Exorzismus stattgefunden hat – die Geschichte dreht sich um einen lästigen Poltergeist.

Praktische Informationen

Anreise Am einfachsten erreichst du Augher mit dem Auto, über die A4 zwischen Dungannon und Enniskillen. Belfast International, der nächste größere Flughafen, liegt über M1 und A4 etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten entfernt. Das öffentliche Verkehrsangebot ist dünn – regelmäßige Busse fahren erst über Dungannon und Fivemiletown.

Unterkünfte Augher selbst ist klein: Campbell’s und Knockmany View Glamping liegen im Dorf. Mehr Auswahl gibt es in Ballygawley und Fivemiletown mit Ferienhäusern zur Selbstversorgung, und im nahen Clogher liegt das 4-Sterne-Hotel Corick House Hotel & Spa.

Vor Ort Das Dorf hat ein Postamt (Mo. bis Fr. 9:00–13:00 und 13:30–17:30 Uhr, Sa. 9:00–14:00 Uhr), eine Grundschule und ein paar unabhängige Läden. Der Mid Ulster Council betreibt in Dungannon und Cookstown Touristeninformationen mit Karten und Wandertipps für das Clogher Valley.

Vor dem Aufstieg auf den Knockmany im Station House Café stärken – das belegte Soda Bread ist die verlässliche Wahl.