Überblick
Wenn du in Castlecove nur eine Sache machst, dann fahr hinauf zum Staigue Fort. Das Dorf selbst ist kaum mehr als eine Handvoll verstreuter Häuser an der N70 (dem Ring of Kerry) im Südwesten der Iveragh Peninsula und taugt vor allem als Ausgangspunkt für den Strand und die Archäologie dahinter. Eine Kuriosität steckt im Namen: Während sich „Castlecove“ wörtlich als Cuan an Chaisleáin übersetzt, lautet der offiziell anerkannte irische Name An Siopa Dubh (Der schwarze Laden) – nach dem Pub und Laden des Dorfes. Alte Ordnance-Survey-Karten von der Wende zum letzten Jahrhundert bezeichnen die Siedlung als „Bridgeville“ und verorten das ursprüngliche Castlecove weiter südlich, an der Mündung des Gowlane River.
Staigue Fort
Staigue Fort ist der Grund, von der Hauptstraße abzubiegen. Der eisenzeitliche Ráth entstand irgendwann zwischen etwa 500 v. Chr. und 400 n. Chr. und zählt zu den besterhaltenen seiner Art in Irland. Die Trockenmauern, aufgeschichtet ohne einen Hauch Mörtel, ragen noch bis zu 5,5 m (18 ft) hoch auf und sind am Fuß 4 m (13 ft) dick; sie umschließen einen Kreis von rund 27,4 m (90 ft) Durchmesser. Hinein geht es durch einen niedrigen Gang, 1,8 m hoch und mit doppelten Steinstürzen gedeckt, und drinnen führen Treppenläufe, die in die Mauer eingebaut sind, hinauf zu den Wehrgängen. Verwaltet wird die Anlage vom Office of Public Works; sie ist frei zugänglich und gehört zu den fünf Western Stone Forts auf Irlands Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.
Der Aufstieg vom Dorf zum Fort ist die beliebte Route der Einheimischen: gerechnet wird vor Ort mit rund 5 km und zwei Stunden über ruhige Nebenstraßen und Küstenpfade, bevor es sanft hinauf zu den Wehrgängen geht – unterwegs mit Blick über die Kenmare Bay. Beschilderung gibt es kaum, eine Karte oder die App ActiveME leistet also gute Dienste.
Weitere Geschichte
Näher am Dorf markiert St Crohan’s Hermitage ein altes Kupferbergwerk, und in den umliegenden Hügeln finden sich in Fels geritzte Kunstplatten mit Spiralen und Schälchen, die jeder schriftlichen Überlieferung vorausgehen. Die republikanische Aktivistin Gobnait ní Bruidair gründete hier Anfang des 20. Jahrhunderts ein Krankenhaus, dessen Ruinen sich noch erkennen lassen, und die nahe Siedlung Coad zeigt Spuren der Besiedlung aus mehreren Epochen. Ein dicht geschichteter Winkel der Halbinsel.
Noch stiller wird die ferne Vergangenheit bei Ebbe: Wandere hinaus nach Bunaneer, wo das Meer die geschwärzten Stümpfe eines versunkenen Waldes freigibt – Baumbestand, der wuchs, bevor das Wasser stieg.
Strand, Hafen und Tierwelt
Castlecove Beach ist ein Strand mit weißem Sand, geschützt von Landzungen, die den schlimmsten Atlantikschwell abfangen. Das macht ihn im Sommer zu einem verlässlichen Platz zum Schwimmen und Planschen mit Kindern. Der Zugang ist frei, in der Nähe gibt es einen kleinen Parkplatz, der sich im Juli und August allerdings schnell füllt.
Tiere beobachtest du am besten früh am Morgen oder bei Ebbe. Kegelrobben und Otter sind rund um die Gezeitenrinnen von Westcove Harbour regelmäßig zu sehen, oft auf den freiliegenden Felsen ruhend, und in den Hügeln darüber brüten Seevögel, Möwen und Seeschwalben, dazu gelegentlich ein Wanderfalke. Fernglas und Geduld zahlen sich meist aus.
Praktische Informationen
- Anreise: Castlecove liegt direkt an der N70, mit dem Auto ist es also am einfachsten. Der Kerry Airport (KIR) ist rund 70 km entfernt. Regionalbusse verkehren zwischen Killarney und der Skellig Coast und halten in Nachbardörfern wie Waterville und Sneem, die Verbindungen nach Castlecove selbst sind jedoch dünn – prüfe die Fahrpläne, bevor du dich darauf verlässt.
- Parken: Kostenlose Plätze liegen neben dem Strand und nahe der Zufahrt zum Staigue Fort, beide sind allerdings klein. Wer im Hochsommer vor 11:00 Uhr oder nach 16:00 Uhr kommt, findet meist noch eine Lücke.
- Eintritt: Strand, Hafen, Staigue Fort und die Felskunst-Stätten sind allesamt kostenlos.
- Einrichtungen: Im Dorf gibt es ein, zwei Cafés, einen Laden und den Pub. Für den Strand selbst nimmst du besser alles mit, was du brauchst, statt dort auf Einrichtungen zu zählen.
- Gezeiten: Die Küste ist stark von den Gezeiten geprägt. Wirf einen Blick in die Tabellen, bevor du Strand- oder Hafenwanderungen planst: Bei Ebbe liegen Fels und Sand frei, die bei auflaufendem Wasser wieder verschwinden.
Plane nach der Ebbe: erst über das Watt bei Bunaneer zu den versunkenen Baumstümpfen, dann hinauf zum Staigue Fort und die Mauertreppen hoch – dann hast du das ganze Gefühl für diesen Ort.
