Cathaleen’s Fall power station

📍 Ballyshannon, Donegal

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Di.–Fr., 10:00–15:30 Uhr (saisonal; aktuelle Termine auf der ESB-Website prüfen)
🎟️ Eintritt
Kostenlos (Führungen)

Zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2026

Was die Staumauer verdrängt hat

Als Ingenieure hier Anfang der 1950er-Jahre den River Erne aufstauten, versank nicht nur der Assaroe Falls – ein Wasserfall, der über Jahrhunderte Menschen angezogen hatte –, sondern auch die 14-bogige Brücke aus dem 17. Jahrhundert, Camlin Castle und eine Handvoll Häuser mit Namen wie Stonewold, Laputa und Cliff House. An ihre Stelle trat Cathaleen’s Fall, das größere der beiden Kraftwerke des Erne Scheme und damals das erste große Infrastrukturprojekt, das die Republik und Nordirland seit der Teilung gemeinsam gestemmt hatten.

Dieses politische Gewicht ist die eigentliche Geschichte des Ortes. Für das Projekt setzten sich auf der einen Seite der nordirische Premierminister Basil Brooke ein, auf der anderen Seán Lemass, damals Handels- und Industrieminister der Republik – zwei Männer, die sich sonst in kaum etwas einig waren. Wenn du nur für eine Sache Zeit hast, dann für die kostenlose Führung durch die Maschinenhalle; die Außenansicht allein lohnt den langen Umweg nicht.

Geschichte und Bau

Die Idee, den Erne zu stauen, kursierte schon in den 1920er-Jahren, doch die Arbeiten begannen erst 1946. In den folgenden Jahren hoben die Bautrupps rund 600.000 m³ Erde und Fels aus, um den 6 km langen Belleek Channel und einen 1,37 km langen Unterwasserkanal unterhalb des Wasserfalls anzulegen. Dann entstand eine Gewichtsstaumauer aus Beton, 257 m lang und 27 m hoch, mit drei Überlaufschützen von jeweils etwa 7,9 m (26 ft) Breite. Die erste der beiden Kaplan-Turbinen ging im November 1951 ans Netz, die zweite 1952, und am 1. Oktober 1952 wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Die Staumauer selbst war 1955 fertig.

Die beiden 22,5-MW-Turbinen kommen zusammen auf 45 MW Leistung und im Schnitt rund 206 GWh im Jahr – nach einer zeitgenössischen Schätzung genug für mehr als 20.000 Haushalte. Cathaleen’s Fall ist bis heute Irlands zweitgrößter Wasserkraftkomplex nach Ardnacrusha am Shannon.

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In der Maschinenhalle

Das Krafthaus ist der Grund, eine Führung zu buchen. Es ist ein selbstbewusstes Stück Moderne der Jahrhundertmitte: ein Flachdachbau mit horizontalen Fensterbändern und ohne dekorative Verkleidung, innen von einem Glasdach überspannt, das Tageslicht über die Maschinen fluten lässt. Eine geschwungene, freitragende Betontreppe schwingt sich zwischen den Ebenen empor, und das Licht wandert im Lauf des Tages durch das Atrium. Das separate Eingangsgebäude, in dem heute die Ausstellung untergebracht ist, ist in einem früheren Art-déco-Stil gehalten.

Die Führungen gehen in kleinen Gruppen durch die Ausstellung und weiter in den Kontrollraum, wo alte Schalttafeln neben moderner Überwachungstechnik stehen. Die Exponate erzählen vom Bau, von der grenzüberschreitenden Politik und von den Folgen für die Gemeinden im Erne Valley, deren Land und Wahrzeichen in den Fluten verschwanden.

Fischtreppe und Brutanstalt

Stromerzeugung und Flussökologie gehen hier Hand in Hand. Eine Fischtreppe mit getauchten Durchlässen, deren Schlitze auf Glasaale abgestimmt sind, lässt Lachse und Aale an der Staumauer vorbei. Die Brutanstalt vor Ort setzt jährlich rund 500.000 Lachssmolts aus und fängt etwa 4 Millionen Glasaale, um die Jungbestände zu schützen. Schautafeln erklären, wie Durchflussmengen und Turbinenbetrieb auf die saisonale Wanderung abgestimmt werden. Wer zwischen März und Juni kommt, erlebt bei passendem Wasserstand vielleicht den Frühjahrsaufstieg der Lachse.

The Weir

Das Wehr von Cathaleen’s Fall diente einst als Vorbild für den Schauplatz von Conor McPhersons Stück The Weir – eine kleine literarische Fußnote zu einem ansonsten durch und durch industriellen Ort.

Besuch

Eine ehrliche Einschränkung: Das Führungsprogramm ist nicht verlässlich. Im Frühjahr und Frühsommer 2016 gab es hier kostenlose öffentliche Führungen, seither aber keinen verlässlich veröffentlichten Plan mehr. Nimm die angegebenen Zeiten von Di. bis Fr. also nur als Anhaltspunkt und frag vorab direkt beim ESB nach, bevor du einen ganzen Tag darum herum planst. Buche im Voraus über das ESB-Bildungsportal, denn die Gruppen sind klein.

Für Ausstellung und Führung solltest du etwa 90 Minuten einplanen. In der Maschinenhalle ist es kühler als draußen, nimm also eine leichte Jacke und bequeme Schuhe für drinnen mit. Der Hauptbereich der Ausstellung ist rollstuhlgerecht, die geschwungene Treppe nicht – das Personal kann jedoch einen alternativen Weg organisieren.

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Anfahrt und Parken

Das Kraftwerk liegt an der Belleek Road bei Townparks, direkt an der N15 dort, wo sie östlich von Ballyshannon den Erne quert. Von der Bushaltestelle in Ballyshannon (Bus-Éireann-Linien 64 und 370) und vom Parkplatz im Ort ist es nur ein kurzer Fußweg. Für Führungsgruppen gibt es kostenlose Stellplätze auf dem Gelände, dazu ein paar Besucherplätze nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Wer von weiter her anreist: Der nächste Bahnhof ist Sligo, rund 30 km entfernt, von dort geht es mit dem Bus oder Mietwagen weiter.

Stopps in der Umgebung

  • Ballyshannon – gilt als älteste Stadt Irlands, mit historischer Brücke und Spazierwegen am Fluss.
  • Assaroe Falls and Abbey – der versunkene Wasserfall und die Klosteranlage, heute unter dem Stausee.
  • Camlin Castle – Ruinen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert, das dem Staudamm weichen musste.
  • Ardnacrusha – Irlands erstes großes Wasserkraftwerk, am Shannon in County Clare.