Blick auf Cromwell's Barracks, Inishbofin Island, County Galway
Blick auf Cromwell's Barracks, Inishbofin Island, County Galway Courtesy Fionnán Nestor

Cromwell's Barracks – eine Festung im Rhythmus der Gezeiten

📍 Inishbofin Island, Galway

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Freier Zugang – nur während der Niedrigwasserfenster erreichbar (in der Regel 2-Stunden-Fenster um die Niedrigwasserzeiten).
🎟️ Eintritt
Kostenlos

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2026

Überblick

Nach 1655 wurden gefangene katholische Priester aus ganz Irland in dieser Sternfestung auf einer kleinen Gezeiteninsel festgehalten, wo sie auf ihre Verschiffung in die Westindischen Inseln warteten. Diese Last trägt Cromwell’s Barracks: eine strenge fünfeckige Festung, die die östliche Seite der Einfahrt zum Hafen von Inishbofin bewacht, deren Steinmauern stellenweise noch bis zu drei Meter hoch stehen.

Die Krux für Besucher ist die Gezeiten. Die Festung liegt auf Port Island, das vom Rest von Inishbofin abgeschnitten ist – außer für ein paar Stunden um Niedrigwasser, wenn ein rauer natürlicher Damm trocken liegt. Wer den Zeitpunkt falsch wählt, kann entweder nicht hinüber oder wird, schlimmer noch, von der Flut überrascht. Das Nützlichste, was man hier tun kann, ist also, vor dem Aufbruch die Gezeiten zu prüfen – oder an der geführten Tour teilzunehmen, die das Timing für einen übernimmt. Die Belohnung ist eine wirklich atmosphärische Ruine und ein Blick zurück über die gesamte Hafenmündung.

Eine dunkle Geschichte

Die lokale Überlieferung gibt dem Ort ein farbenfrohes Vorspiel: Ein spanischer Pirat namens Don Bosco, ein angeblicher Verbündeter von Grace O’Malley (Granuaile), soll hier gegenüber ihrer eigenen Burg Dún Gráinne eine Festung besessen haben, und gemeinsam sollen sie eine Kettenbarriere über die Hafenmündung gespannt haben, um Schiffe zu fangen. Wie auch immer es darum bestellt sein mag – der strategische Wert des Hafens war real.

Die Festung selbst ist cromwellianisch. Inishbofin war einer der letzten Orte in Irland, die gegen Cromwells Truppen Widerstand leisteten, und fiel 1652; die Cromwellianer errichteten die sternförmige Festung um 1656 aus lokalem Stein mit Granitquadersteinen. Ihr Zweck wurde fast sofort düster. Nachdem das englische Statut von 1655 katholische Priester des Hochverrats für schuldig befunden hatte, wurde die Kaserne zu einem Sammellager für Geistliche, die im ganzen Land aufgegriffen und hier festgehalten wurden, bevor man sie in die Westindischen Inseln und andere Kolonien deportierte. Die letzten von ihnen wurden erst nach der Stuart-Restauration im Jahr 1662 freigelassen.

Im Jakobitenkrieg diente sie erneut: Irische Truppen hielten die Festung bis nach der Schlacht von Aughrim im Jahr 1691, als sie sich den Williamiten zu vernünftigen Bedingungen ergaben. Danach verfiel sie zu der Ruine, die man heute sieht.

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Der Weg hinüber – und die Warnung

Der Damm ist ein natürlicher Meeresboden aus unebenem Fels, Muscheln und Seetang, bei bestem Wetter rutschig und nach rauem Wetter noch schlimmer. Tragt feste, geschlossene Stiefel mit Profil; es ist kein Ort für Rollstühle, Kinderwagen oder unsicheren Tritt, und es gibt keinerlei Einrichtungen auf der Insel, also nehmt alles mit, was ihr braucht.

Nehmt die Gezeiten ernst. Das Wasser kommt schnell zurück, also überquert den Damm nie, wenn die Flut bereits eingesetzt hat, und verweilt nicht auf der Insel, während sie steigt. Wenn ihr nicht auf das Timing wetten wollt, bietet Inishbofin Experiences vorab buchbare geführte Touren an, die die Architektur der Festung, die gefangenen Priester und die maritime Geschichte der Insel abdecken und das Gezeitenfenster für euch managen. Die Festung ist ein geschütztes Nationaldenkmal: Bleibt auf dem Weg und klettert nicht auf die Mauern.

Die Insel und was in der Nähe liegt

Inishbofin liegt etwa 8 km vor der Küste von Connemara und ist mit der ganzjährig verkehrenden Fähre von Cleggan erreichbar; die Kaserne ist ein Spaziergang von der Anlegestelle zur Hafenmündung. Die Insel belohnt einen längeren Aufenthalt als nur die Festung: Die Rundwanderwege Westquarter, Cloonamore und Middlequarter bieten Küstenblicke, Hungersnot-Straßen und Kapellenruinen, es gibt eine Robbenkolonie draußen am Stags Rock, und das Inishbofin Heritage Museum füllt die Geschichte der Insel aus. Direkt östlich der Kaserne zeigt sich bei Springfluten die Kurve eines mittelalterlichen Hafens.

Findet vor allem anderen die Niedrigwasserzeit für euren Besuchstag heraus – alles hier hängt davon ab.