Die Steinruinen von Granuaile's Castle überblicken einen Hafen, während eine Gruppe von Touristen in der Nähe auf dem Gras steht.
Besucher erkunden die historischen Steinruinen von Granuaile’s Castle auf Clare Island, County Mayo. Courtesy Michael McLaughlin

Granuaile’s Castle – Turm der Piratenkönigin

📍 Clare Island, Mayo

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Täglich geöffnet, von der Dämmerung bis zur Dämmerung
🎟️ Eintritt
Kostenlos
🅿️ Parken
Parkplätze in der Nähe des Fährterminals auf dem Festland in Roonagh sind begrenzt.

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Überblick

Granuaile’s Castle ist das Erste, was du siehst, wenn du von der Fähre auf Clare Island steigst: ein gedrungenes, dreistöckiges Turmhaus, das kaum hundert Meter vom Steg entfernt direkt am Ufer steht. Es war eine Festung von Gráinne Ní Mháille – der O’Malley-Häuptlingin, die die Engländer Piratenkönigin nannten – und es ist der Grund, warum viele Menschen überhaupt nach Clew Bay übersetzen. Aber eine Warnung vorweg: Du kannst es nur von außen betrachten. Das Innere ist geschlossen, also ist dies ein Zehn-Minuten-Stopp, kein Nachmittagsprogramm. Die Insel rundherum ist der eigentliche Tagesausflug.

Die Piratenkönigin

Der Turm entstand im 16. Jahrhundert, erbaut von der Familie Ó Máille (O’Malley), den seefahrenden Herren von Umhall, die diesen Abschnitt der Mayo-Küste beherrschten. Er war eine von drei O’Malley-Festungen, die die Zufahrten zur Clew Bay bewachten, neben Rockfleet Castle auf dem Festland und Carrickkildavnet Castle auf Achill Island.

Gráinne Ní Mháille (Grace O’Malley) wuchs auf Clare Island auf und nutzte die Insel als Basis, um die Seewege in die Bucht und aus ihr hinaus zu kontrollieren – sie erhob Zölle, handelte und, wenn es ihr passte, plünderte sie die vorbeifahrenden Schiffe. Sie hielt daran in offener Missachtung der englischen Herrschaft fest und segelte 1593 nach Greenwich, um ihre Sache persönlich vor Elizabeth I. zu vertreten. Sie starb um 1603; der lokalen Überlieferung zufolge soll ihr Kopf irgendwo in der Nähe der Burg begraben sein. In den 1820er-Jahren war der Turm zu einer Polizeikaserne umgebaut worden, das Innere mit Trennwänden zerstückelt, während die Außenmauern weitgehend unverändert blieben.

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Das Gebäude

Es ist ein Lehrbuchbeispiel eines irischen Turmhauses: etwa 12 Meter hoch, mit dicken Mauern, auf Verteidigung statt Komfort ausgelegt. Das Erdgeschoss war ein gewölbtes Lager, der Hauptwohnraum lag sicher im Stockwerk darüber und war über eine Treppe erreichbar. Von außen kannst du die schmalen Fenster und die zugemauerten Öffnungen erkennen und nachvollziehen, warum die O’Malleys diesen Ort gewählt haben – er liegt direkt über dem Hafen, mit freier Sicht auf alles, was kommt und geht.

Der Rest der Insel

Da die Burg nur ein kurzer Blick ist, widme den Tag Clare Island selbst. Vom Hafen führen markierte Wege entlang der Küste: Der Fawnglass Loop ist eine leichte 3-km-Runde, die am Hafen startet und endet, an der Burg vorbeiführt und etwa eine Stunde dauert. Weiter draußen beherbergt die Zisterzienserabtei aus dem 15. Jahrhundert seltene mittelalterliche Wand- und Deckenmalereien sowie das O’Malley-Familiengrab, und der Leuchtturm von 1806 an den nördlichen Klippen (heute ein Gästehaus) blickt über den gesamten Archipel zurück. Bronzezeitliche Grabhügel und Ráth sind über das Grasland dazwischen verstreut, und an den Seeklippen nisten im Frühjahr und Sommer Trottellummen, Dreizehenmöwen und Tordalke.

Auf dem Festland erreichst du nach einer kurzen Autofahrt östlich von Louisburgh den Wild Nephin National Park, eine Wildnis aus Deckenmoor und den Nephin-Beg-Bergen, während Ben Gorm eine Gratwanderung mit weitem Blick über die Clew Bay bietet.

Praktische Informationen

  • Eintritt: Kostenlos. Ein ungeführtes National Monument in staatlicher Obhut (Office of Public Works). Nur Außenbesichtigung – kein Zugang zum Inneren.
  • Anreise: Die Clare Island Ferry fährt ganzjährig täglich von Roonagh Quay bei Louisburgh, im Sommer mit mehr, im Winter mit weniger Abfahrten, wetterabhängig. Zeiten prüfen und buchen kannst du über Clare Island Ferry.
  • Auf der Insel: Ein kleines Gemeindezentrum und ein Café in der Nähe des Hafens servieren Kaffee und leichte Snacks. Parkplätze in der Nähe des Fährterminals auf dem Festland in Roonagh sind begrenzt.
  • Barrierefreiheit: Die Burg ist über unebenes Hafengelände und Steinboden erreichbar und daher für Rollstühle oder Kinderwagen ungeeignet. Hunde sind an der Leine willkommen.

Tipps für den Besuch

  • Wetter: Die Insel ist atlantischem Wind und plötzlichen Schauern ausgesetzt. Regenkleidung und feste Schuhe lohnen sich, besonders auf den Hafenfelsen und den Klippenpfaden.
  • Gezeiten und Fähren: Prüfe vor der Abreise immer den Fahrplan; Überfahrten können bei rauer See verzögert oder gestrichen werden, und im Winter gibt es weniger Abfahrten.
  • Respektiere das Denkmal: Bleib von den Turmmauern und dem Mauerwerk fern – die Stätte steht unter nationalem Denkmalschutz.

Nimm wenn möglich die erste Fähre des Tages: Das Licht ist am Morgen am besten auf dem Turm, die Abteimalereien sind den Weg wert, und du hast Zeit für die Runde, bevor das Nachmittagsboot zurückfährt.