Eine Person sitzt an einer felsigen, grasbewachsenen Klippenkante und blickt bei bewölktem Sonnenuntergang aufs Meer.
Eine Person sitzt auf den Felsklippen von Knockmore und blickt auf den Sonnenuntergang über der Clew Bay. Courtesy Michael McLaughlin

Knockmore – der höchste Punkt von Clare Island

📍 Clare Island, Mayo

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

Überblick

Knockmore (irisch: An Cnoc Mór, „der große Hügel“) ist der höchste Punkt von Clare Island – 462 m hoch – und nach der Zählweise, die so etwas auflistet, zugleich nur der 572. höchste Berg Irlands. Das wird ihm nicht gerecht. Denn weil er vor der Küste von County Mayo direkt aus dem Atlantik aufsteigt, überragt er alles um sich herum um volle 462 m (ein „Marilyn“, in der Sprache der Gipfelsammler), und vom breiten, torfgesprenkelten Gipfel aus liegt dir die ganze Weite der Clew Bay zu Füßen: die verstreuten versunkenen Drumlins (eiszeitliche Moränenhügel), die Berge Mayos auf der anderen Seite des Wassers und im Westen der offene Ozean. Es ist eine Bergwanderung, keine Klettertour – kein technisches Gelände, nur ein stetiger Anstieg.

Clew Bay from Clare Island Die Clew Bay und die vorgelagerte Inselwelt, von Clare Island aus gesehen.

Anreise

Clare Island liegt vor der Küste Mayos und ist mit der Personenfähre von Roonagh Pier westlich von Westport zu erreichen. Die Überfahrt ist kurz, doch die Rückfahrten sind rar und durch den Fahrplan festgelegt: Buche im Sommer und an Wochenenden im Voraus und plane deinen Tag um das letzte Boot herum. Vom Pier oder vom Dorf aus geht es zu Fuß auf den Knockmore – zum Gipfel führt keine Straße, und zu zahlen gibt es nichts: Der Berg ist ganzjährig frei zugänglich und unbewirtschaftet.

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Der Weg zum Gipfel

Es gibt mehr als einen Anstieg, und keiner davon ist technisch anspruchsvoll – das hier ist eine Bergwanderung über Heide und Torf, nicht über Fels. Die sanftere Variante führt vom Dorf her über die Südhänge hinauf: mäßig steiles Gelände, das zu einem breiten Gipfelplateau aus Torfhügeln ansteigt, still, mit der Clew Bay den ganzen Weg über im Blick. Ein steilerer Einstieg an der Nordwestflanke klettert einen grasigeren Rücken hinauf und gibt mit zunehmender Höhe den Blick auf Croagh Patrick und das Festland von Mayo frei.

Halte die Pfade in keinem Fall für einen markierten Wanderweg. Nimm eine Karte oder einen Offline-GPS-Track mit, denn bei Wolken bietet das Gelände keine Anhaltspunkte, und oben erwartet dich ein weites Plateau statt einer klaren Bergspitze. Der Gipfelcairn ist die einzige eindeutige Landmarke – und ein guter Platz, um sich aus dem Wind zu setzen.

Landschaft & Tierwelt

Geologisch besteht der Knockmore aus psammitischen und semipelitischen Schiefern der Sraheens-Lough-Formation, dazu kommen Kalksteinaufschlüsse entlang der Westklippen. Die oberen Hänge prägen Torfhügel – unregelmäßige, pilzförmige Torfgebilde, die dem Berg seine unverwechselbare, verwitterte Struktur geben. In Grasland und Heide ringsum weiden robuste Schafe, und in den Tümpeln, die sich zeitweise bilden, sammelt sich nach Regen Froschlaich. Vogelbeobachter entdecken hier oft Wiesenpieper, Feldlerchen und gelegentlich Greifvögel, die in der Thermik kreisen. Besonders eindrucksvoll wirken die Kalksteinklippen im Westen im flachen Licht des frühen Morgens oder späten Nachmittags.

Geschichte & archäologische Bezüge

Auf dem Berg selbst sind zwar keine antiken Bauwerke überliefert, doch sein gälischer Name spiegelt eine lange Tradition, markante Naturformen zu benennen. Die Insel insgesamt gehört zum Clew Bay Archaeological Trail, der ein Tower House aus dem 16. Jahrhundert, eine mittelalterliche Zisterzienserabtei und ein bronzezeitliches court tomb (Hofgrab) umfasst. Viele Besucher verbinden den Aufstieg auf den Knockmore mit einer Wanderung zu diesen Stätten und spüren so nach, wie das Gelände der Insel und ihre Lage weit draußen im Atlantik die Besiedlung über Jahrhunderte geprägt haben.

Tipps für Besucher

  • Schuhwerk: Feste Wanderstiefel sind Pflicht. Die Torfhügel und Graspfade können weich und uneben sein, vor allem nach Regen.
  • Wetter: Das Atlantikwetter schlägt schnell um. Pack eine Regen- und eine winddichte Jacke ein, auch im Sommer.
  • Zeitplanung: Brich früh auf, um dem Mittagswind auf dem Gipfel zu entgehen, und nimm dir für den Rückweg Zeit für das Dorf oder die Abtei.
  • Orientierung: Die Wege sind nicht ausgeschildert, nimm also eine Karte oder einen Offline-GPS-Track mit; der Handyempfang ist an den oberen Hängen lückenhaft, und der Gipfel ist bei Wolken ein weites, merkmalsarmes Plateau.
  • Hinweis zur Fähre: Die Rückfahrzeiten sind fest. Sieh dir den Fahrplan an, bevor du losziehst, damit du die letzte Überfahrt nach Roonagh nicht verpasst.

Der Berg ist nicht das Schwierige – die Fähre ist es. Die Rückfahrten sind fest getaktet und selten, sieh dir also zuerst den Fahrplan an, plane deine Wanderung um das letzte Boot herum, und lass dich vom Ausblick am Cairn nicht so einnehmen, dass du es verpasst.