Irish National War Memorial Gardens

📍 South Circular Road, Dublin

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Mo.–Fr. 08:00–Einbruch der Dunkelheit; Sa.–So. 10:00–Einbruch der Dunkelheit
🎟️ Eintritt
Kostenlos
🅿️ Parken
Kostenloser Parkplatz vor Ort verfügbar.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026

Überblick

Die Namen aller 49.400 irischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, werden hier aufbewahrt – handillustriert vom Glasmaler Harry Clarke und verwahrt in vier Granit-Bücherräumen. Die Irish National War Memorial Gardens liegen in Islandbridge am Südufer der River Liffey, direkt westlich der Innenstadt, entworfen von Sir Edwin Lutyens und heute betreut vom Office of Public Works. Dies ist ein Denkmal, das man durchschreitet, nicht nur betrachtet: Terrassen, Staudenbeete und Alleen aus irischer Eiche, Linde und Esche sind auf stille Besinnung angelegt. Es gedenkt allein des Ersten Weltkriegs, 1914–1918 – nicht, wie manchmal behauptet wird, beider Weltkriege.

Gestaltung und Aufbau

Der Architekt Sir Edwin Lutyens, bekannt für seine klassischen Denkmalentwürfe in ganz Großbritannien und darüber hinaus, wurde mit der Gestaltung der Landschaft beauftragt. Seine Vision drehte sich um einen versenkten Rosengarten, in dem zwei kreisförmige Blumenbeete von oben betrachtet die subtile Umrisse eines keltischen Kreuzes bilden. Im Herzen dieser Anlage liegt der Stone of Remembrance, ein siebeneinhalb Tonnen schwerer Block aus irischem Granit mit der Inschrift: „To the memory of the 49,400 Irishmen who gave their lives in the Great War 1914-1918.“

Flankiert wird der Garten von vier Granit-Bücherräumen, die jeweils einer der historischen Provinzen Irlands gewidmet sind. Im Inneren listen illuminierte Manuskripte des gefeierten Glasmalers Harry Clarke die Namen der Gefallenen auf. Die Bücherräume sind nach vorheriger Absprache zugänglich, ihre imposanten Steinfassaden lassen sich jedoch frei von den Rasenflächen aus bewundern. Am nördlichen Rand rahmt ein kleiner Kuppelbau einen Auszug aus Rupert Brookes „War Sonnet II: Safety“ ein und verankert die Gedenkstätte in der literarischen Tradition.

Ein langer gepflasterter Weg, gesäumt von Reihen kahler Bäume, führt auf ein Pavillonbauwerk in der Ferne zu.
Irish National War Memorial Gardens, Inchicore, Co Dublin Courtesy Csar Dive
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Eine wechselvolle Geschichte

Der Weg zur Entstehung der Gärten war lang und politisch aufgeladen. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten über 206.000 Iren in britischen Streitkräften gedient. Ein im Juli 1919 eingerichteter Treuhandfonds zielte darauf ab, ein dauerhaftes, gesamtirisches Denkmal zu errichten. Erste Vorschläge sahen städtische Standorte wie den Merrion Square und den St Stephen’s Green vor, doch das Projekt fand schließlich auf den Longmeadows Estates in Islandbridge seine Heimat.

Der Bau begann schließlich 1932 und beschäftigte in einer bewussten Geste gleich viele britische wie irische Kriegsveteranen; der Granit stammte aus den Steinbrüchen von Ballyknockan und Barnaculla in den Hügeln von Dublin und Wicklow. Trotz Verzögerungen und politischer Verschiebungen wurde im Januar 1938 eine Fertigstellungsbescheinigung ausgestellt. Die geplante offizielle Eröffnung im Juli 1939 wurde wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs abgesagt. Die Gärten blieben bis zum 10. September 1988 ungeweiht, nach einer großen Restaurierung durch das OPW. Heute finden hier bedeutende staatliche Gedenkveranstaltungen statt, darunter die jährliche Kranzniederlegung zum Remembrance Sunday und der Gedenkgottesdienst zum Jahrestag der Schlacht an der Somme.

Ein Spaziergang durch die Gärten

Besucher verbringen in der Regel ein bis zwei Stunden mit der Erkundung des Geländes. Die Anlage lädt zu einem gemächlichen Tempo ein, mit gepflasterten Wegen, die an von Gertrude Jekyll inspirierten Staudenbeeten und Alleen aus irischer Eiche, Linde und Esche vorbeiführen. Ein Uferweg folgt dem Lauf der Liffey und bietet Blicke auf den Creosote Stream, wo er die Grenzen der Gärten erreicht.

Jahreszeitliche Veränderungen prägen die Atmosphäre enorm. Im späten Frühjahr und Frühsommer stehen die Rosen in voller Blüte, während der Herbst die alten Bäume in ein Blätterdach aus Gold und Rostrot taucht. Die Gärten sind hundefreundlich an der Leine in den zentralen Rasenflächen, Haustiere sind jedoch in den Rosenbeeten und an den Brunnen nicht erlaubt. Das OPW bietet von April bis Oktober jeden Mittwoch um 14:00 Uhr eine kostenlose Führung an; Treffpunkt ist innerhalb der Parkplatztore am Eingang an der South Circular Road. Ein praktischer Hinweis vorab: Es gibt keine öffentlichen Toiletten vor Ort und kein Café oder Kiosk – ein Ort für einen Spaziergang und eine Pause, nicht für einen langen Nachmittag mit Kindern.

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Praktische Informationen

  • Öffnungszeiten: Montag–Freitag 08:00–Einbruch der Dunkelheit; Samstag–Sonntag 10:00–Einbruch der Dunkelheit (Tore schließen bei Tageslicht)
  • Eintritt: Kostenlos
  • Parken: Kostenloser Parkplatz vor Ort verfügbar
  • Barrierefreiheit: Ebene Wege und rollstuhlgerechte Routen im gesamten Hauptgelände; die Innenräume der Bücherräume erfordern eine vorherige Absprache
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Mehrere Dublin-Bus-Linien entlang der South Circular Road (darunter die 25, 26 und 68) halten in Gehweite – aktuelle Fahrpläne prüfen; die Luas Red Line (Haltestelle Heuston) ist ein kurzer Fußweg entfernt
  • Kontakt: Gelände +353 1 475 7816 | Führungen +353 1 677 0095
  • Website: Heritage Ireland – War Memorial Gardens

Die Gärten lassen sich gut mit dem Kilmainham Gaol Museum und dem Royal Hospital Kilmainham kombinieren, beide weniger als einen Kilometer entfernt. Wenn du die Harry-Clarke-Manuskripte selbst sehen möchtest und nicht nur die Außenfassaden der Bücherräume, musst du den Zugang vorher mit der Geländeverwaltung vereinbaren – wer unangemeldet kommt, sieht den Granit, aber nicht die Seiten. Ansonsten komm früh an einem Wochentagmorgen, dann hast du den Rosengarten oft ganz für dich allein.