Überblick
Kate Kearney’s Cottage liegt am nördlichen Eingang zum Gap of Dunloe, jenem Gebirgspass, der sich zwischen die Macgillycuddy’s Reeks und den Purple Mountain schiebt. Es ist ein familiengeführter Pub mit Restaurant und Kunsthandwerksladen, kein historisches Haus zum Besichtigen – seit rund 150 Jahren ist es die letzte Gelegenheit für eine Mahlzeit und ein Pint vor dem Pass und zugleich der Ort, an dem die meisten Besucher aufbrechen: zu Fuß, mit dem Rad oder mit Pony und Kutsche. Bis Killarney sind es etwa 12 km nach Osten, eine Viertelstunde mit dem Auto; Parkplätze für Pkw und Reisebusse stehen kostenlos vor Ort zur Verfügung.
Geschichte und die Familie Kearney
Über das Alter des Cottage gehen die Angaben auseinander – mal ist von 150, mal von 250 Jahren die Rede –, doch als Raststation an der Straße zum Gap dient es weit länger als ein Jahrhundert. Um 1905 bauten John und Mary Kearney Räume an, um dem wachsenden Touristenverkehr aus Jaunting Cars und den ersten Motorfahrzeugen gerecht zu werden. Aus dem einstigen Gasthaus ist ein verwinkeltes Ensemble geworden: eine Bar mit offenem Kamin, ein Restaurant, ein Kunsthandwerksladen und ein moderner Biergarten. Bei allen Anbauten hat die Familie das ursprüngliche Mauerwerk und die Holzbalken bewahrt.
Sagen und Legenden
Kate Kearney hat es wirklich gegeben: In den 1840er-Jahren, mitten in der schlimmsten Zeit der Großen Hungersnot in Irland, führte sie an dieser Stelle eine Schwarzschenke und brannte einen illegalen Poitín, der so stark war, dass er den Namen „Mountain Dew“ bekam. Den Rest hat die Überlieferung ausgeschmückt: In manchen Erzählungen ist sie eine Hexe, die den Reisenden böse Tränke braut, in anderen eine unbeugsam eigenständige Wirtin, die jedem, der den Pass überquerte, Obdach und einen wärmenden Schluck gab. So oder so hat ihr Name sie um weit mehr als ein Jahrhundert überdauert – und das offene Feuer und die Steinmauern des ursprünglichen Cottage gibt es noch immer.
Sehenswertes und Aktivitäten
Traditional Irish Night
An mehreren Abenden pro Woche steigt in der Saison die Traditional Irish Night: Musiker an Fiddle, Bouzouki, Bodhrán und Uilleann Pipes im scheunenartigen Saal oder im Restaurant, dazu kostümierte Tänzer mit Reels und Jigs und ein Abendessen. Welche Abende es trifft, wechselt – erkundige dich also, bevor du deinen Abend darauf ausrichtest, und reserviere, denn an Sommerwochenenden ist es voll.
Essen und Biergarten
Die À-la-carte-Karte setzt auf saisonale irische Produkte und traditionelle Rezepte, modern zubereitet. Zu den Höhepunkten zählen gebratene Ente, geschmorte Lammhaxe und lange gegarter Irish Stew, dazu Tagesgerichte, die mit der örtlichen Ernte wechseln. An der Bar gibt es eine wechselnde Auswahl irischer Craft-Biere und Cider sowie das hauseigene Stout. In den wärmeren Monaten bietet der zeitgenössische Biergarten ebenerdige Sitzplätze im Freien mit freiem Blick auf den Gebirgspass – eine ruhigere Alternative zur Hauptbar.
Kunsthandwerksladen und Souvenirs
Der Laden vor Ort führt handgefertigten Schmuck, Strickwaren aus Wolle und regional erzeugte Lebensmittel. Vieles stammt von Kunsthandwerkern aus Kerry, was die Stücke zu praktischen Mitbringseln macht, die zugleich das regionale Handwerk unterstützen. Außerdem gibt es traditionelle irische Tanzkleidung und Bücher zur Kultur für alle, die sich für das Erbe der Gegend interessieren.
Wander- und Radrouten
Kate Kearney’s Cottage ist der klassische Ausgangspunkt für die Wanderung durch das Gap of Dunloe, eine 11 km lange Route entlang der alten Straße, die einst Händler und Schäfer nutzten. Rund 200 Höhenmeter geht es hinauf und wieder hinunter, und je höher man kommt, desto schöner werden die Ausblicke. Radfahrer können sich in Killarney ein Rad leihen und die Passstraße in Angriff nehmen, die bei Renn- wie Mountainbikern beliebt ist; für eine gemächlichere Tour durch den Pass starten in der Nähe des Cottage Pferdekutschen.
Eine ehrliche Warnung: Im Sommer ist im Gap viel los, mit Reisebussen und Jaunting Cars, und die einspurige Straße fühlt sich mitunter mehr nach Warteschlange als nach Wildnis an. Brich früh auf – bevor die Busse eintreffen – oder komm außerhalb der Saison, dann ist es ein völlig anderer Ort.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Dank seiner Lage ist das Cottage ein hervorragender Ausgangspunkt, um das übrige County Kerry zu erkunden. Eine kurze Fahrt nach Süden führt nach Aghadoe, wo die Ruinen einer frühchristlichen Siedlung auf einem Hügel über dem Killarney Lake thronen. Weiter westlich locken in Annascaul Küstenwanderungen und ein kleines Museum, das dem Polarforscher Tom Crean gewidmet ist. Wer sich für das Mittelalter interessiert, findet in Ardfert gut erhaltene Kathedralenruinen und Hochkreuze aus dem 9. Jahrhundert. Alle drei liegen 20–30 Fahrminuten entfernt und lassen sich gut mit einem Stopp am Cottage am Vormittag oder Nachmittag verbinden.
Praktische Informationen
Öffnungszeiten
Die Zeiten schwanken je nach Saison erheblich und sollten vor der Anfahrt bestätigt werden – die veröffentlichten Angaben reichen von reinem Tagesbetrieb bis zu späten Bar-Abenden an Sommerwochenenden, und die offizielle Website ist häufig nicht erreichbar. Am sichersten fährst du, wenn du vorher anrufst, besonders außerhalb der Zeit von Mai bis September und wenn du zum Abendessen oder zu einem Musikabend kommst.
Kontakt und Reservierung
- Telefon: 064 664 4146
- Anfragen mobil: 087 947 8716
- E-Mail: [email protected]
- Website: katekearneyscottage.com
- Für das Abendessen und für Gruppen wird eine Reservierung empfohlen. Das Haus richtet außerdem Hochzeiten und private Veranstaltungen in zwei Veranstaltungsräumen für bis zu 250 Gäste aus.
Anfahrt und Parken
Das Cottage liegt an der R562/R568 westlich von Killarney, rund 12 km – eine Viertelstunde mit dem Auto – von der Stadt entfernt. Vor Ort stehen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung, auch für Reisebusse. Öffentliche Verkehrsmittel sind dünn gesät: Linienbusse fahren das Zentrum von Killarney an, nicht das Gap; von dort geht es also per Taxi oder mit einer vorab gebuchten Gap-of-Dunloe-Tour weiter. Die meisten Besucher kommen mit dem Auto, oft im Rahmen einer Runde über den Ring of Kerry.
Barrierefreiheit
Der Hauptgastraum, die Bar und der ebenerdige Biergarten sind rollstuhlgerecht. Im ursprünglichen Steincottage gibt es steile Stufen, die für Gäste mit eingeschränkter Mobilität schwierig sein können. Das Personal hilft auf Wunsch bei der Platzwahl und bei Fragen zur Speisekarte.
Wer die Traditional Irish Night erleben möchte, sollte bis 19:30 Uhr da sein, um einen Tisch nahe den Musikern zu bekommen, denn an Sommerwochenenden füllt sich die Scheune schnell. Eine Reservierung sichert den Platz und gibt der Küche die Möglichkeit, besondere Ernährungswünsche vorzubereiten.
