Überblick
Keelhilla, auch Slieve Carron oder Eagle’s Rock genannt, liegt am nordöstlichen Rand des Burren – 145,5 Hektar (etwa 360 Acres) Karstfelsen, Haselgebüsch und Grasland, das der Staat 1986 als nationales Naturreservat unter Schutz stellte. Verwaltet wird es vom National Parks and Wildlife Service, der Eintritt ist frei und es ist ganzjährig geöffnet. Außerdem steht es auf den meisten Burren-Reiseplänen nicht drauf, was einen Großteil des Reizes ausmacht: Du kannst über nackten Kalkstein zu einer mittelalterlichen Einsiedelei wandern und dabei niemandem begegnen.
Die Landschaft
Der Boden ist das Erste, was dir auffällt. Das ist Lehrbuch-Karst – jahrhundertelanger Regen hat den Kalkstein zu tiefen Spalten aufgelöst, den sogenannten Grikes, die Flechten, Moosen und Farnen Schutz bieten, und am Haselgebüsch wächst ein seltener Gallertbecherling. Zwischen den Platten trägt dünner, kalkreicher Boden drei prioritäre Lebensraumtypen der EU: orchideenreiches Grasland, Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation und kalkreiche Sümpfe mit Quellfluren.
Der Frühling ist die Zeit zu kommen. Ab Ende Februar erfüllt der Duft von Bärlauch die unteren Hänge, und bis April und Mai schieben sich die Braunrote Stendelwurz und andere Orchideen durch das Grasland. Oberhalb werden die Klippen des Eagle’s Rock von verwilderten Ziegen, Kolkraben, Alpenkrähen und Wanderfalken bevölkert.
Geschichte und Legende
Natur und Menschheitsgeschichte laufen hier zusammen. Bei Untersuchungen wurden bronzezeitliche Überreste gefunden, darunter zwei fulacht fiadh (antike Kochgruben). Im frühen Mittelalter wurde der Ort mit St. Colman mac Duagh in Verbindung gebracht, und die Überreste seiner Siedlung stehen noch immer: ein kleines steinernes Oratorium, eine Heilige Quelle, die Ruinen einer späteren Kirche und ein Bullaun-Stein.
Die bekannteste Geschichte ist Bothar na Mias, der Pfad der Schüsseln. Der Überlieferung nach fastete St. Colman durch die Fastenzeit, als ein Festmahl, das König Guaire in Kinvara ausrichten ließ, vom Tisch aufstieg und über die Hügel flog, um ihn zu speisen – die Teller kamen hier auf dem Felsen zur Ruhe. Gläubige weisen auf hufförmige Abdrücke im Kalkstein als Beweis.
Die Wanderungen
Zwei markierte Routen starten am Slieve Carran und sind Teil eines größeren Netzes von Wanderwegen im Burren-Nationalpark, die zwischen etwa einer halben und drei Stunden dauern. Sie führen über offene Karstfelsen am Oratorium und der Heiligen Quelle vorbei und entlang der Linie von Bothar na Mias, mit der Möglichkeit, zum Gipfel-Cairn aufzusteigen und einen weiten Blick über den Burren zu genießen. Wenn du hier nur eines tust, dann mach den kurzen Spaziergang zum Oratorium und zur Quelle des St. Colman.
Der Felsen ist uneben und knöcheltückisch, und die Routen sind nicht rollstuhlgeeignet – trag also feste Schuhe mit Halt und pass auf, wo du hintrittst.
Praktische Informationen
- Öffnungszeiten und Eintritt: ganzjährig geöffnet, keine feste Schließzeit, kostenlos.
- Parken: ein einfacher Straßenrand-Parkplatz mit einer Informationstafel, die örtliche Freiwillige aufgestellt haben.
- Ausstattung: keine – keine Toiletten, kein Café, kein Unterstand. Bring Wasser und mehrere Schichten Kleidung mit, denn das exponierte Plateau fängt den Wind ab und das Wetter schlägt schnell um.
- Anreise: von Corofin nimm die R476 Richtung Kilnaboy, und hinter Leamaneh Castle biegst du rechts auf die R480 ab, dann wieder rechts auf die L1014, die nach Carran ausgeschildert ist; das Reservat liegt ein paar Kilometer weiter, nahe dem Dorf Carran. Von Ennis sind es etwa 45 Minuten bis eine Stunde, und öffentliche Verkehrsmittel kommen nicht wirklich hin, also brauchst du ein Auto.
In der Nähe
Zehn Autominuten nördlich liegt das Aillwee Cave and Birds of Prey Centre. Der Burren Way Fernwanderweg führt in der Nähe vorbei, wenn du eine längere Wanderung anschließen möchtest, und in Carran selbst gibt es einen Pub für ein Pint oder einen Happen danach.
Auf dem Felsen gibt es kaum oder gar keinen Handyempfang – sag also vorher jemandem Bescheid, was du vorhast, und verlass dich nicht darauf, im Notfall Hilfe rufen zu können, falls du umknickst.