Überblick
Der Lough Boora Discovery Park umfasst 2.000 Hektar renaturierter Landschaft im Herzen von County Offaly. Was einst ein geschäftiges Torfabbaugebiet von Bord na Móna war, wurde sorgfältig in ein Mosaik aus flachen Seen, Schilfflächen, Mischwäldern und offenem Grasland zurückverwandelt. Der Park ist 365 Tage im Jahr kostenlos geöffnet und bietet eine seltene Kombination aus Landschaftskunst, uralter Archäologie und barrierefreier Erholung im Freien. Ein unkomplizierter, lohnender Tagesausflug für Familien, Radfahrer, Vogelbeobachter und alle, die einmal Abstand von der Straße gewinnen wollen.
Vom Torfwerk zum Paradies
Zwischen den 1940er- und den frühen 1970er-Jahren lieferte dieses Moor jährlich über eine Million Tonnen Torf. Als die Maschinen stillstanden, füllten sich die ausgestochenen Gruben nach und nach mit Regenwasser und bildeten die charakteristischen Seen, die die Gegend heute prägen. Ein jahrzehntelanges Renaturierungsprogramm hat heimische Flora und Weideland zurückgebracht und so einen lebendigen Lebensraum geschaffen. Heute kannst du im Spätsommer Wollgras sehen, das die Feuchtgebiete wie mit Watte bedeckt, oder Ende Mai im Grasland Ausschau nach der seltenen Bienen-Ragwurz halten. Die Landschaft beherbergt außerdem Hirsche, Wildziegen, Hasen und mehr als 130 dokumentierte Vogelarten.
Uralte Spuren: Die Mesolithikum-Route
Während die heutigen Seen ein Produkt der Industrie des 20. Jahrhunderts sind, reicht die menschliche Geschichte der Gegend Jahrtausende zurück. 1977 fand ein Arbeiter von Bord na Móna Steinwerkzeuge am Seeufer, was zur Ausgrabung einer der bedeutendsten Fundstätten des Mesolithikums in Irland führte. Das auf etwa 8.000 v. Chr. datierte Lager von Jägern und Sammlern lieferte Beilköpfe, Schaber, verbrannte Knochen, Fischreste und einen großen Vorrat an Haselnüssen – und verschob das anerkannte Datum für die Besiedlung des irischen Binnenlands um mehr als 3.000 Jahre nach hinten. Besucher können die Mesolithikum-Route begehen, die mit klarer Beschilderung und Informationstafeln den uralten Lagerplatz und seine Umgebung erklärt.
Der Skulpturenpfad und die Feen-Schleife
Das Programm Sculpture in the Parklands startete 2002 und vergab Aufträge für großformatige Werke, die direkt mit der Moorumgebung interagieren. Die 2,8 km lange Skulpturenschleife umfasst 24 feste Installationen aus wetterbeständigen Materialien wie Eiche, rostigem Stahl und wiederverwendeten Eisenbahnteilen. Die Natur ist Teil des Kunstwerks: Die Stücke patinieren nach und nach und verschmelzen mit der Landschaft. Zu den Highlights gehören:
- Sky Train von Michael Bulfin – ein rostiger Eisenbahnwaggon, der zu einem geschwungenen, regenbogenfarbenen Bogen angehoben wurde.
- Earth and Sky von Alfio Bonanno – eine 7 Meter hohe Holzform, die den Horizont einrahmt.
- Boora Pyramid – eine scharfe Stahlpyramide, die die umliegenden Feuchtgebiete spiegelt.
- System No 30 von Julian Wild – eine 18 Meter lange Schlange aus wiederverwertetem Metall, die an einem Kanalrand entlanggleitet.
- Rhythms of Time von Marian O’Donnell – sich kreuzende Kreise aus alten Eisenbahnschienen, die im Laufe des Tages wechselnde Schatten werfen.
- 60 Degrees von Kevin O’Dwyer – ein kantiges Metallwerk und eine der bekanntesten Auftragsarbeiten des Parks.
Für die jüngeren Besucher ist der Feenpfad eine 1,5 km lange Waldschleife, die hinter dem Besucherzentrum beginnt und an der 14 Feentüren entlangführen, um kleine Wanderer bei Laune zu halten.
Tierwelt, Angeln & Radfahren
Die flachen, breiten Kieswege des Parks lassen sich außergewöhnlich leicht zu Fuß, mit dem Rad oder im Rollstuhl erkunden. Es gibt fünf markierte Wanderrouten und drei ausgewiesene Radwege, die an Seen, Schilfflächen und neu gepflanzten Bäumen vorbeiführen. Vier Seen sind zum Angeln freigegeben, darunter Loch an Dochas, und das Angeln ist für alle Könnensstufen geeignet. Vogelbeobachter sollten ein Fernglas mitbringen: Mehr als 130 Arten wurden dokumentiert, mit Feldlerchen über dem Grasland, Hasen und Füchsen am Boden und Singschwänen, die zum Überwintern in die Feuchtgebiete kommen.
Vor Ort gibt es einen Fahrradverleih mit Elektrorädern und Kinderanhängern, sodass die längeren Landrouten für alle Altersgruppen machbar sind. Hunde sind auf allen Wegen willkommen, sofern sie an der Leine geführt werden.
Besucherzentrum & Café
Das preisgekrönte Besucherzentrum ist der Dreh- und Angelpunkt für Informationen und Erfrischungen. The Organic Kitchen serviert Fairtrade-Kaffee und eine Speisekarte mit regionalen Produkten von Bauernhöfen aus der Umgebung. Auf der Terrasse mit Blick auf die Seen gibt es Sitzplätze – perfekt für ein Picknick oder einen heißen Drink.
Der Park veranstaltet außerdem ein stetiges Programm an Gemeinschaftsveranstaltungen. Der jährliche Bog Run ist ein matschiges 5-km-Charity-Rennen, und das Jahr reicht von Darkness into Light im Mai über eine Familien-Schnitzeljagd im August bis zu Spooky Avenue an Halloween. Saisonale Naturwanderungen mit Ökologen und Künstler-Workshops füllen den Kalender, und eine Tretbahn-Tour mit der Velo Rail entlang der alten Moorbahn gehört zu den neueren Attraktionen. Schau vor deiner Reise auf der Parkwebsite nach den Terminen.
Anreise & praktische Tipps
- Adresse: Lough Boora Discovery Park, Boora, Leabeg, County Offaly.
- Anreise: Von Tullamore auf der R421 nach Süden bis zum Kreisverkehr, dann rechts auf die N52 Richtung Birr/Nenagh abbiegen. Rechts auf die R357 abbiegen und 8 km weiterfahren; die Parkeinfahrt liegt links. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind begrenzt, daher ist das Auto zu empfehlen.
- Öffnungszeiten & Zugang: Täglich von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung geöffnet, ganzjährig. Der Eintritt ist kostenlos. Der Parkplatz ist von 08:00 bis 18:00 Uhr besetzt.
- Barrierefreiheit: Die Hauptwege sind flach und breit und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Das Besucherzentrum und das Café sind vollständig barrierefrei, und der Sinnesgarten An Portach Ciúin (das stille Moor) bietet einen ruhigen Raum abseits der belebteren Wege.
- Fahrradverleih: Räder können unter 085 1735204 reserviert werden; der Fuhrpark umfasst Elektroräder und Kinderanhänger.
- Was du mitbringen solltest: Festes Schuhwerk für längere Wanderungen, ein Fernglas für die Feuchtgebiete und ein Picknick für die Terrasse am See. Schau vor deinem Besuch auf der Parkwebsite nach saisonalen Führungen und Veranstaltungsanmeldungen.
Nur eine kurze Autofahrt von der Stadt entfernt, kannst du dank des ebenen Geländes und der klaren Beschilderung problemlos einen ganzen Nachmittag damit verbringen, die Skulpturenschleife abzulaufen, Wintergäste zu beobachten oder den uralten Spuren des Mesolithikums zu folgen – ganz ohne detaillierte Karte.
