Lough Fern – crannog-See bei Milford

📍 Milford, Donegal

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026

Lough Fern ist ein flacher See – im Schnitt zwei Meter tief, höchstens drei –, aufgefädelt auf den River Leannan rund 2 km südlich von Milford und 10 km nördlich von Letterkenny. Er misst 2,3 km in der Länge und 0,8 km in der Breite, liegt knapp 19 m über dem Meeresspiegel und entwässert über den Leannan hinunter zum Lough Swilly bei Rathmelton. Sei dir vorher im Klaren darüber, was dich erwartet: Das hier ist ein genutztes Fischereigewässer und ein Rückzugsort für Wasservögel, kein Postkartenziel für Massen. Es gibt eine Haltebucht, das Wasser und die Vögel – viel mehr nicht.

Der crannog

Am Nordende des Sees liegen zwei kleine Inseln, und eine davon ist ein crannog – eine künstliche Insel, aufgeschüttet aus einem Steinhügel, etwa 18 m mal 21 m groß und umringt von einem Gürtel aus losem Gestein mit einer Lücke, die vermutlich neueren Datums ist. Solche crannogs waren wehrhafte Seesiedlungen, meist in den frühmittelalterlichen Jahrhunderten angelegt, als Wasser die sicherste Grenze war, die eine Familie oder ein Häuptling haben konnte. Erreichen kannst du ihn nicht, aber vom Ufer aus ist er gut zu erkennen – und er ist das Einzige hier, was dich für einen Moment aus der Gegenwart holt.

Vögel und Naturschutz

Lough Fern ist ein Special Protection Area, ausgewiesen nach der EU-Vogelschutzrichtlinie vor allem wegen der Tafelenten (Aythya ferina), die hier überwintern, und liegt innerhalb des größeren Leannan River Special Area of Conservation. Die Sümpfe und Schilfgürtel an beiden Enden dienen Wasservögeln in den kalten Monaten als Nahrungs- und Schlafplatz. Unter der Oberfläche leben Bachforellen, Lachse, Barsche, Dreistachlige Stichlinge und der vom Aussterben bedrohte Europäische Aal.

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Angeln

Lough Fern ist ein ergiebiges Bachforellengewässer; die Fische wiegen im Schnitt ein bis zwei Pfund, gelegentlich geht einer von fast fünf an den Haken. Auch Lachse ziehen hier hoch: Die Saison für Lachs und Meerforelle läuft vom 1. Januar bis 30. September, die für Bachforelle vom 15. Februar bis 30. September. Zum Uferangeln ist das Westufer die erste Wahl, doch mit dem Boot kommst du ins tiefere Wasser und fährst damit besser – Boote lassen sich am Pier des Clubs in Milford mieten. Erlaubnisscheine gibt es im Spar in Kilmacrennan. Bewährt haben sich Fliegen wie Connemara Black, Black Pennell, Bibbio und diverse Sedge-Muster.

Wandern

Einen angelegten Weg rund um den See gibt es nicht. Die einzige markierte Option in der Nähe ist ein Pfad, der Lough Fern mit Lough Columbkille verbindet, auf AllTrails gelistet und zum Vogelbeobachten und Angeln ebenso gut geeignet wie zum Wandern; Hunde sind darauf allerdings nicht erlaubt, und am schönsten ist er zwischen April und September. Ansonsten gehört das Ufer den Anglern, und die Haltebucht am Straßenrand ist dein Zugang.

Praktische Informationen

  • Anfahrt und Parken: an der R246 südlich von Milford; in der kleinen Haltebucht am Straßenrand finden eine Handvoll Autos Platz.
  • Einrichtungen: keine – kein Besucherzentrum, kein Café, keine Toiletten. Bring alles mit, was du brauchst.
  • Verhalten gegenüber der Tierwelt: Der See ist als SPA und SAC geschützt: im Winter leise bleiben, wenn die Vögel ruhen, den crannog nicht betreten und Hunde unter Kontrolle halten.
  • Sicherheit: Das Flachwasser ist harmlos, doch zur Mitte hin wird es tiefer, und das Wasser bleibt das ganze Jahr über kalt; zum Schwimmen taugt der See nicht.

Wenn es dir um die Vögel geht, komm an einem stillen Wintermorgen im ersten Licht, das Fernglas griffbereit – das schilfbestandene Ostufer ist der beste Aussichtspunkt für die Tafelenten, und dann lohnt der See den Besuch wirklich.