Eine Quelle in einem Vorstadtfeld
St Colmcille’s Well liegt in einem kleinen Feld auf der Ostseite der Ballycullen Road in Knocklyon, etwa 200 Yards vom vorderen Tor von Orlagh entfernt (dem ehemaligen Augustiner-Exerzitienhaus). Ein kurzer Pfad führt über eine kleine Brücke über einen Bach zur Quelle selbst, wo eine Quelle über einen ausgewaschenen Bullaun-Stein läuft – dem angeblichen Abdruck des Knies des Heiligen – in ein steinernes Becken, mit einer Statue des Colmcille in einer Nische darüber. Es ist ein wirklich friedlicher Ort für ein paar Minuten abseits der Straße, auch wenn der Verkehrslärm und das gelegentliche weggeworfene Abfall entlang des Wegesrandes verhindern, dass man sich abgeschieden fühlt.
Geschichte und Legende
Die Quelle ist älter als der Heilige, der mit ihr verbunden wird – eine vorchristliche Quelle, der eine christliche Geschichte gegeben wurde. Die Überlieferung besagt, dass Colmcille, der im Kloster des St. Mobhí in Glasnevin lebte, bevor er Iona gründete, auf einer seiner Reisen nach Glendalough hier Halt machte, um zu trinken, und das Wasser segnete. Sie ist als Tobar na Cluas bekannt, der Brunnen des Ohrs, und ihrem Wasser wurde nachgesagt, dass es Leiden der Augen, Ohren und des Halses heilte.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war die Quelle fast vergessen, von Bewuchs erstickt. 1914 entdeckte ein Postbote aus Rathfarnham, Jimmy Murray, sie wieder, und Studenten des Augustiner-Noviziats im nahe gelegenen Orlagh nahmen sich des Ortes an – sie rodeten ihn, legten ihn an und bauten die Brücke, die du heute überquerst. Eine in Italien geschnitzte Statue des Heiligen wurde über der Quelle aufgestellt; die Jahresangaben in den Berichten weichen ab und nennen 1914, 1917 oder 1919. Ein keltisches Gedenkkreuz steht auf dem Gelände.
Ein verschwundener Brauch ist eine Erwähnung wert: Ein Baum überragte einst die Quelle, und die Menschen schlugen so viele Andachtsmedaillen in seine Rinde, dass er aussah, als wäre er mit Fischschuppen bedeckt, bis er schließlich 1960 fiel.
Was du sehen wirst
- Die Statuennische – eine steinerne Nische mit Giebelvorderseite, die die Figur des Colmcille beherbergt, mit grobem Pflaster um die Quellöffnung.
- Der Wassergarten und die Brücke – eine kurze Holzbrücke über den Bach führt hinein, das stille Wasser spiegelt meist den Himmel.
- Das keltische Kreuz – ein bescheidenes Gedenkkreuz zwischen den Pflanzungen.
- Alte Bräuche – einige Besucher trinken noch immer aus der Quelle oder hinterlassen kleine Gaben und halten so die Volkstradition der Heilungen am Leben.
Wallfahrt
Einmal im Jahr findet an der Stätte ein ökumenischer Gebetsgottesdienst am Sonntag statt, der dem Gedenktag des Colmcille, dem 9. Juni, am nächsten liegt, und zieht Gemeindemitglieder und Besucher an. Komm früh, wenn du im Sommer teilnimmst – das Feld ist klein und füllt sich schnell.
Anreise und praktische Tipps
- Zugang – an der Ballycullen Road, ein kurzer Fußweg vom Orlagh-Tor. Ein niedriges Tor sichert die Quelle selbst, aber der Garten und die Brücke bleiben offen.
- Parken – kein Parkplatz; etwas Parken auf der Straße entlang der Ballycullen Road. Blockiere keine Einfahrten.
- Gelände – Stufen führen von der Straße hinunter zum Wasser, und es gibt keine Rampe, sodass der Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwierig ist.
- Einrichtungen – keine vor Ort. Das Dorf Knocklyon hat Cafés und Geschäfte ein paar Minuten entfernt.
- Kontakt – frage die Pfarrei Knocklyon nach Gruppenbesuchen oder dem Gottesdienst im Juni über die Website der Pfarrei.
In der Nähe
- Orlagh – das ehemalige Augustiner-Zentrum, dessen Gemeinschaft die Quelle restaurierte, sein Gelände ist ein kurzer Fußweg entfernt.
- Dorf Knocklyon – Cafés, ein kleines Einkaufszentrum und Busverbindungen nach Rathfarnham und darüber hinaus.
Bring eine Flasche mit, wenn du das Quellwasser probieren möchtest, und gönn dir fünf Minuten auf den Stufen – für eine Quelle, die von Häusern und einer vielbefahrenen Straße eingeengt ist, verlangsamt sie das Tempo mehr, als man erwarten würde.