Broharris Canal – Vogelwanderung am Lough Foyle

📍 Londonderry

🏛️ Sehenswürdigkeit
🅿️ Parken
Kostenlose Parkplätze an der Station Road (Ballykelly) und der Carse Road (Broharris); die Carse Road ist klein, im Sommer früh anreisen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2026

Der Broharris Canal hielt kaum ein Jahrzehnt. In den 1820er-Jahren für rund 4.500 £ angelegt, verlief der zwei Meilen (3,2 km) lange Kanal südlich vom Ballymacran Point am Ufer des Lough Foyle, brachte Seetang und Schalentiere an Land und entwässerte das feuchte Ackerland dahinter. Der Verkehr versiegte bald; Ende der 1830er-Jahre wurde der Kanal aus den offiziellen Wasserstraßenvermessungen gestrichen, und Versickerung reduzierte ihn zu einem flachen Graben. Was erhalten ist, ist seine Trasse quer durchs Marschland, heute Teil des Lough Foyle Trail – ein flacher, kostenloser, acht Kilometer langer Spaziergang, bei dem es weit mehr um Vögel geht als um Boote.

Erwartet keine Schleusen oder einen Treidelpfad mit Häuschen für die Wärter. Der Kanal ist heute ein schilfgesäumter Einschnitt, an dem man leicht vorbeilaufen könnte; der Grund zu kommen sind die Flussmündung und ihre Vögel, nicht die Ingenieurskunst. Wenn ihr eine Stunde und ein Fernglas habt, plant den Besuch für den Winter und bei fallendem Wasserstand.

Der Spaziergang

Vom Parkplatz an der Station Road in Ballykelly führt der Schotterweg hinter dem Seedeich entlang, mit dem Lough Foyle zu eurer Linken. Nach etwa 3,5 km steigt er leicht an und biegt scharf rechts ab, um dem Ufer des Burnfoot-Flusses zu folgen – dem alten Kanalgraben – bevor eine Fußgängerbrücke euch auf die Ballymacran-Seite bringt. Dort links abbiegen, und der Weg schmiegt sich an den Seedeich vorbei am Vogelversteck, weiter Richtung Myroe und den sich schlängelnden „Hufeisenkurven“. Er führt weitere 4,5 km bis zum Roe Estuary; es gibt keine Schleife, also kehrt ihr einfach um, wenn eure Beine – oder das Licht – es sagen.

Vier Zugangspunkte erlauben es euch, zu starten oder zu enden, wo es passt: Station Road in Ballykelly, Carse Road in Broharris, Ballymacran an der Carrowclare Road und Shore Avenue in Myroe. Der Untergrund besteht meist aus verdichtetem Schotter und nacktem Erdreich, mit kurzen gepflasterten, rollstuhlgeeigneten Abschnitten bei den Parkplätzen an Ballykelly und Carse Road; für den Rest braucht ihr festes Schuhwerk, denn nach Regen wird er matschig.

Die Vögel

Der Lough Foyle ist ein Ramsar-Feuchtgebiet von mehr als 5.400 Acres – Wattflächen und Sandbänke, Salzwiesen und brackige Gräben – und der Spaziergang verläuft auf seiner gesamten Länge an seinem Rand. Das Versteck auf der Ballymacran-Seite blickt auf Nahrungsgründe, die sich bei Ebbe füllen: Singschwäne und Ringelgänse im Winter, dazu Uferschnepfen, Austernfischer, Brachvögel, Rotschenkel und Flussseeschwalben unter den regelmäßigen Gästen. Der frühe Morgen bietet das beste Licht und das ruhigste Wasser. Ihr wollt Ebbe, denn sie legt den Schlick frei, auf dem die Schwärme fressen.

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Was der Kanal war

Der Kanal hatte zwei Aufgaben: eine Schifffahrtsrinne für kleine Boote und eine Entwässerung für das sumpfige Schwemmland am Fuß des Binevenagh. Seine ungewöhnlichere Fracht war Dünger – Seetang und Schalentiere, die bei Ebbe an den Ufern westlich des Magilligan Point zusammengerecht und auf den sandigen Feldern ausgebracht wurden, um die Ernten zu düngen, neben schwereren Gütern, die aus dem Hafen von Londonderry herbeigeschafft wurden.

Limavady wollte mitmischen. 1827 petitionierte die Stadt für einen eigenen Kanal zum Lough Foyle, und der Dubliner Ingenieur John Killaly vermaß einen separaten Einschnitt von drei Meilen und zehn Ketten (etwa 5 km) mit zwei Schleusen, veranschlagt auf 12.000 £. Gebaut wurde er nie: 1832 wurde eine pferdegezogene Trambahn vorgeschlagen und der Kanalplan stillschweigend fallen gelassen. Broharris wurde kurz darauf aufgegeben, und das größere Projekt, zu dem er hätte heranwachsen können, kam nie zustande.

Anreise

Der Kanal liegt an der A2 zwischen Ballykelly und Limavady. Von Derry aus fahrt ihr auf der A2 etwa 15 km nach Süden, biegt nach Ballykelly ab und folgt den Schildern zum Parkplatz an der Station Road; die Carse Road ist von der Myroe-Seite aus ausgeschildert, wenn ihr aus Limavady kommt. Ulsterbus bedient Ballykelly, und der nächste Bahnhof ist Derry/Londonderry, etwa 15 km nördlich. Die Carse Road hat nur wenige Parkplätze, also startet an einem schönen Wochenende lieber an der Station Road.

Für einen längeren Tag bietet das Roe Estuary weitere Feuchtgebietswanderungen am fernen Ende des Weges, das Broighter Gold Économusée bei Limavady erzählt die Geschichte des eisenzeitlichen Goldschatzes, der in diesen Feldern gefunden wurde, und das Limavady Workhouse gibt die härtere Sozialgeschichte der 1840er-Jahre wieder.

Praktische Informationen

MerkmalDetails
ÖffnungszeitenGanzjährig geöffnet, 24 Stunden – der Weg ist ein öffentlicher Fußweg.
EintrittKostenlos.
ParkenKostenlose Parkplätze an der Station Road (Ballykelly) und der Carse Road (Broharris). Die Carse Road ist klein; im Sommer früh anreisen.
WegbeschaffenheitVerdichteter Schotter und Erdreich, mit kurzen gepflasterten, rollstuhlgeeigneten Abschnitten bei beiden Parkplätzen.
AusstattungKein Besucherzentrum; Picknickbänke an den Parkplätzen.
Öffentliche VerkehrsmittelUlsterbus nach Ballykelly; nächste Bahnverbindung in Derry/Londonderry, etwa 15 km nördlich.

Ein letzter Tipp

Die Gezeiten am Lough Foyle bewegen sich schnell, und die alte Kanalmündung überschwemmt bei Hochwasser. Prüft einen Gezeitenkalender und zielt auf mittlere bis niedrige Tide; dann zeigen sich die Trasse des Kanals und die volle Weite des Watts, und dann kommen die Vögel zum Fressen.