Die Devil’s Ladder ist die Rinne, über die Wanderer seit einem Jahrhundert auf den Carrauntoohil steigen, Irlands höchsten Berg mit 1.038 m. Es ist die kürzeste und direkteste Linie zum Gipfel, eine rund 12 km lange Rundtour von vier bis sechs Stunden ab Cronin’s Yard, und genau darin liegt ihr ganzer Reiz: Sie ist nicht der schönste oder interessanteste Weg auf die Reeks, nur der schnellste. Der Haken daran: Jahrzehnte von Stiefeln und Kerry-Regen haben die Rinne zu lockerem, rutschendem Geröll abgetragen, und sie birgt heute eine echte Steinschlaggefahr von allen, die oberhalb von dir unterwegs sind.
Also zuerst die ehrliche Version: Das ist keine Wanderung für Anfänger, und die Ladder ist der Abschnitt, an dem es die Leute erwischt. Wenn du keine Erfahrung mit Bergwandern hast, geh mit einem Führer oder wähle einen sanfteren Hügel. Wenn du doch über die Ladder hinaufgehst, lautet der gute Rat, über die Zig-Zags wieder abzusteigen – die erodierte Rinne ist im Abstieg weit gefährlicher als im Aufstieg, und genau deshalb meiden inzwischen viele Wanderer den Abstieg dort.
Ins Hag’s Glen
Ab Cronin’s Yard verläuft die Route etwa anderthalb Stunden relativ flach ins Hag’s Glen, ein von Gletschern ausgehobeltes U-Tal, mit den zwei dunklen Seen – Lough Gouragh und Lough Callee – unterhalb der Talwand. Der Fluss Gaddagh River muss nahe dem Start überquert werden. Bei trockenem Wetter ist das kein Problem; nach starkem Regen kann er unpassierbar sein, und wenn das der Fall ist, lautet der lokale Rat, zu Kissane’s Laden zurückzukehren und den nächsten Weg links zu nehmen, statt das Wasser zu riskieren.
Die Ladder
Am Ende des Tals steigt das Gelände steil zur Rinne selbst an. Das ist ein Klettersteig, kein Spaziergang – Hände wie Füße, über loses Geröll und Felsblöcke – und es kann eine Stunde oder länger dauern. Geh nicht dicht hinter anderen Gruppen: Ein losgetretener Stein legt hier eine weite Strecke zurück. Oberhalb der Ladder flacht der Winkel am Sattel unterhalb des Cnoc na Toinne ab, und du biegst rechts ab für den letzten steinigen Anstieg zum Gipfelsteinmann und seinem eisernen Kreuz.
Die Aussicht von oben, wenn die Wolken sie dir lassen, umfasst den Beenkeragh und den Caher – den zweit- und dritthöchsten Gipfel Irlands, beide direkt neben dir – und reicht über die Iveragh-Halbinsel bis zum Atlantik. Das „wenn die Wolken sie dir lassen“ leistet in diesem Satz einiges: Viele Menschen erreichen den Gipfel und sehen nichts als das Innere einer Wolke.
Was du wissen musst
- Distanz und Zeit: rund 12 km Rundtour, vier bis sechs Stunden; bei schlechten Bedingungen mehr einplanen.
- Schwierigkeit: anstrengend, mit einem echten Klettersteig über loses Gestein. Erfahrung, Karte und Kompass unerlässlich.
- Hunde: auf dem Carrauntoohil nicht erlaubt – bitte respektiere die Grundbesitzer, die den Zugang aus Gutwillen gestatten.
- Parken: Cronin’s Yard (Eircode V93 HK71) ist ein privater Parkplatz mit Parkschein, kleinem Teeraum und Toiletten; Lisleibane ist ein separater, ruhigerer Alternativstart in der Nähe.
Anreise
Cronin’s Yard ist für den Carrauntoohil ab der N72 Killarney–Killorglin ausgeschildert, dann über mehrere Kilometer schmaler Wege – rund 45 Minuten von Killarney. Es liegt nicht an der N71, und die Devil’s Ladder-Markierung in manchen Karten-Apps zeigt auf die falsche Seite des Bergs, also navigiere gezielt zu Cronin’s Yard.
Wetter und Ausrüstung
Die Reeks sind exponiert und das Wetter schlägt in Minuten um; ein Gipfel im Sommer kann sich wie Winter anfühlen, und die Sicht kann ohne Vorwarnung auf wenige Meter sinken. Prüfe Mountain Weather Ireland, bevor du losgehst, und sei bereit umzukehren. Nimm vollständigen Regenschutz, warme Schichten, Essen, Wasser und eine Papierkarte mit Kompass mit – nicht nur ein Handy. Wenn du dir bei all dem unsicher bist, buche einen Führer; Piaras von Kerry Climbing geht regelmäßig die Ladder und kennt das Gelände bei schlechtem Wetter.
Andere Wege hinauf
Die Ladder ist die kürzeste, aber nicht die beste. Die Zig-Zags am nordwestlichen Grat sind inzwischen der bevorzugte Abstieg wegen des Zustands der Rinne, und längere Tage verbringt man auf Brother O’Shea’s Gully oder dem kompletten Coomloughra Horseshoe, der den Carrauntoohil mit Beenkeragh und Caher verbindet. Was auch immer du wählst: Starte früh und plane den Abstieg, bevor du den Aufstieg beginnst – der Weg hinauf ist nur die halbe Sache.
