Keine Insel – und nicht leicht zu finden
Dunkerron Castle liegt trotz des Namens, der ihm bisweilen anhaftet, auf keiner Insel. Es ist ein vierstöckiges Tower House, eine Ruine auf einem niedrigen Kalksteinrücken bei Templenoe, auf dem Festland rund zwei Meilen (3 km) westlich von Kenmare. Es steht hinter den Dunkerron Holiday Homes an der R568 Richtung Sneem, und es ist wirklich nicht leicht zu finden: keine großen Hinweisschilder, unebener Boden, und du willst festes Schuhwerk dabeihaben, vor allem nach Regen. Komm wegen des hoch aufragenden mittelalterlichen Mauerstumpfs und wegen der Stille, nicht wegen eines durchgestylten Besuchererlebnisses.
Anfahrt und was dich erwartet
Von Kenmare aus nimmst du die R568 (die Straße nach Sneem) rund zwei Meilen nach Westen und hältst nach den Dunkerron Holiday Homes Ausschau; die Ruine liegt direkt hinter der Anlage. Ein kurzer Pfad führt hin, verläuft aber über unebenen Boden voller heruntergefallener Steine. Vor Ort gibt es überhaupt keine Infrastruktur – keine Toiletten, kein Café, keine Infotafel. Das alles findest du in Kenmare, zwei Meilen östlich. Nimm Wasser und eine Jacke mit, selbst im Sommer, denn der Felsrücken liegt völlig ungeschützt.
Eine kuriose Randnotiz: Rund um den Sockel liegen noch die Überreste einer alten Minigolfanlage – Relikt eines früheren Versuchs, dem Ort ein zweites Leben zu geben.
Ein Turm der Carews und O’Sullivans
Errichtet wurde das Tower House im 13. Jahrhundert von der normannischen Familie Carew. Ende des 16. Jahrhunderts war es zum Sitz des O’Sullivan Mór geworden, der führenden gälischen Familie im Südwesten von Kerry. Eine Inschriftentafel von 1596 hält den Umbau durch Owen O’Sullivan und seine Frau Sily Ní Donogh MacCarthy Reagh fest, die daraus einen repräsentativen Familiensitz machten.
Die Kriege Mitte des 17. Jahrhunderts setzten dem ein Ende. Nach der Eroberung durch Cromwell wurde die Burg beschlagnahmt und an William Petty vergeben, jenen Landvermesser, der weite Teile Irlands kartierte. Der gälische Titel „Prince of Dunkerron“ erlosch 1754 mit Donal O’Sullivan; für John Petty wurde später eine britische Peerswürde geschaffen, Baron Dunkeron. Der Turm blieb sich selbst überlassen und wurde zu der Ruine, die du heute siehst.
Die Ruine selbst
Die Nordmauer ist der eigentliche Grund für einen Besuch: Sie steht noch in ihrer vollen Höhe von 18,3 Metern, eine schiere Steinwand, die dir die Dimensionen des Baus wirklich vor Augen führt. Im Erdgeschoss haben sich eine gewölbte Vorhalle und eine in die Mauerdicke eingelassene Wendeltreppe erhalten, und der rechteckige Grundriss ist gut zu erkennen. Der stille Felsrücken mit der Kenmare Bay unter dir und der Beara Peninsula auf der anderen Seite des Wassers ist ein schöner Platz, um eine Weile zu verweilen.
In der Umgebung
Kenmare selbst, zwei Meilen östlich, hat die Annehmlichkeiten, einen Steinkreis und eine gute Auswahl an Trad-Pubs. Auf dem Ring of Kerry ist Dunkerron ein stiller Zwischenstopp abseits der Hauptroute – für alle, die Einsamkeit lieber mögen als Infrastruktur.
Praktische Informationen
Anfahrt – Auf der R568 (Straße nach Sneem) von Kenmare aus rund zwei Meilen (3 km) nach Westen, hinter den Dunkerron Holiday Homes.
Öffnungszeiten & Eintritt – Eine frei zugängliche, nicht eingezäunte Ruine ohne dokumentierte Öffnungszeiten und ohne Eintritt; besuche sie bei Tageslicht, der Sicherheit und des besseren Lichts wegen.
Beste Reisezeit – Frühling bis Frühherbst, wegen des trockeneren Bodens und des weicheren Lichts am Morgen oder späten Nachmittag.
Ausstattung – Vor Ort keine; in Kenmare gibt es Cafés, Toiletten und Parkplätze.
Barrierefreiheit – Unebener Boden, Stufen und niedrige Steinmauern; nicht geeignet für Rollstühle oder Kinderwagen.
Koordinaten – 51.8755556, -9.6208333.
Weiterführende Informationen – Siehe den Wikipedia-Eintrag zu Dunkerron Castle.
Geh bei trockenem Wetter, in guten Schuhen, und nimm dir die Zeit für den kurzen Fußweg. Der Lohn ist diese aufragende Nordmauer und ein Stück Kenmare Bay, das dir fast ganz allein gehört.
