Enniskillen-and-Bundoran Railway

📍 Fermanagh

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Ganzjährig geöffnet
🎟️ Eintritt
Kostenlos
🅿️ Parken
Kostenlose Parkplätze im Stadtzentrum von Bundoran, am Belleek Heritage Centre und in der Nähe des ehemaligen Bahnhofsgeländes.

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2026

Überblick

Diese Eisenbahn bediente nicht nur ein Seebad – sie erschuf eines. Bevor die Strecke 1866 eröffnet wurde, war Bundoran zwei Dörfer, geteilt durch den Fluss Bradóg; innerhalb einer Generation verschmolzen die Züge sie zur am schnellsten wachsenden Stadt Ulsters, dem selbsternannten „Brighton of Ireland“. Die Enniskillen-and-Bundoran Railway war eine 36 Meilen (58 km) lange Breitspurstrecke, die bei Bundoran Junction in der Nähe von Irvinestown von der Hauptstrecke abzweigte und von Enniskillen in County Fermanagh westwärts durch Pettigo, Castle Caldwell, Belleek und Ballyshannon bis zum Atlantik bei Bundoran in County Donegal führte. Sie war einundneunzig Jahre in Betrieb; heute ist der abgebaute Bahndamm ein ruhiger Wander- und Radweg durch Ackerland und Flusstäler.

Eine Strecke, die ein Seebad baute

Bevor die Eisenbahn kam, existierte Bundoran als zwei getrennte Dörfer, geteilt durch den Fluss Bradóg. Die Eröffnung des Bahnhofs 1866 wirkte als Katalysator: Sie verschmolz die Gemeinden und löste einen Bevölkerungsschub aus, der Bundoran um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert zur am schnellsten wachsenden Stadt Ulsters machte. Die lokale Beschäftigung stieg, als Einwohner Arbeit bei der Eisenbahngesellschaft fanden, während neue Hotels und Pensionen eröffneten, um den Zustrom an Besuchern aufzunehmen. Der Ort erwarb sich schnell den Spitznamen „das Brighton of Ireland“ und zog wohlhabende Gäste von der Ostküste an, die Jahr für Jahr wiederkamen.

Die Great Northern Railway (GNR) übernahm die Strecke 1876 und investierte stark in die Gastfreundschafts-Infrastruktur der Gegend. 1899 kaufte die GNR mehrere lokale Hotels und benannte sie in Great Northern Hotels um. Das Bundoran-Haus wurde zu einem Wahrzeichen und betrieb sogar einen eigenen Pferdekutschen-Service, um Gäste zwischen Bahnhof und ihren Zimmern zu bringen.

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Der Bundoran Express und die Sommersaison

Während der Hauptreisezeit betrieb die Eisenbahn einen speziellen Sommerdienst namens Bundoran Express, um den Ansturm von Tagesausflüglern und Urlaubern zu bewältigen. Der Express koordinierte sich manchmal mit dem Dampfer Lady of the Lake, sodass Passagiere direkt zwischen Enniskillen, Castle Caldwell und der Pilgerinsel Lough Derg reisen konnten.

Die Strecke erfüllte auch wichtige Zwecke jenseits des Tourismus. Sie beförderte GAA-Anhänger zu den All-Ireland-Finals nach Dublin und zu den Ulster-Finals nach Clones, transportierte Orange Order- und Hibernian-Gruppen zu ihren jeweiligen Paraden und brachte Pilger zum St Patrick’s Purgatory. Die GNR stattete Erfrischungsräume in Enniskillen und Bundoran Junction aus, und die meisten Expresszüge hatten einen Speisewagen mit vollständigem Tafelservice. In den 1930er-Jahren begann die GNR, Dieseltriebwagen einzuführen, und um 1950 kam eine Flotte von blau-cremefarbenen Dreiwagen-Einheiten hinzu, um den Service konkurrenzfähig zu halten.

Kriegsrationen und Grenzübertritte

Als Benzinrationierung während des Emergency (Zweiter Weltkrieg) den Straßenverkehr erschwerte, gewann die Eisenbahn wieder strategische Bedeutung. Der Bahnhof von Bundoran wurde genutzt, um Torf aus nahegelegenen Mooren nach Dublin zu transportieren, während die Strecke den grenzüberschreitenden Warenverkehr erleichterte. Ein bemerkenswertes Beispiel war der informelle „Sugar Train“, der es Menschen aus Nordirland ermöglichte, Zucker über die Grenze in Gebiete zu bringen, in denen er knapp war.

Der Zustrom alliierter Truppen nach Nordirland hinterließ ebenfalls Spuren in der Stadt. Britische und amerikanische Soldaten überquerten regelmäßig die Grenze nach Donegal, um ihren Urlaub zu verbringen, und amerikanische Militärpolizei war ein vertrauter Anblick auf den Bahnsteigen, wo sie nach Soldaten Ausschau hielt, die sich von ihrem Dienst entfernt hatten. Finner Camp, eine ehemalige britische Armeebasis, die von Teilen der alten Strecke aus sichtbar ist, ging 1922 in irische Militärkontrolle über – ein Zeichen für die Rolle der Eisenbahn in einer Region, die von Konflikt und Zusammenarbeit gleichermaßen geprägt war.

Die letzte Fahrt

Nach dem Ersten Weltkrieg wuchsen die wirtschaftlichen Belastungen. Steigende Kohlekosten, höhere Löhne nach der Einführung des Achtstundentags 1919 und die logistischen Komplikationen der Teilung belasteten die Finanzen der GNR. Der Aufstieg des Automobils und eine Regierungspolitik, die den Straßenausbau gegenüber der Schiene bevorzugte, beschleunigten den Niedergang. 1953 verstaatlichten beide irische Regierungen das angeschlagene Unternehmen und bildeten den Great Northern Railway Board.

Am 30. September 1957 um 14:30 Uhr rollte der letzte Zug langsam aus dem Bahnhof von Bundoran. Hunderte Einheimische versammelten sich, um zuzusehen, und legten Anemonen auf dem Bahnsteig nieder als Abschiedsgeste. Ein Seanad-Bericht von 1956 hatte gewarnt, dass die Schließung ein verheerender Schlag für Bundorans tourismusabhängige Wirtschaft wäre, und die Strecke stellte ihren Betrieb offiziell am 1. Oktober 1957 ein. Die Ulster Transport Authority ersetzte den Dienst schnell durch Busse, die den ganzen Sommer über weiterhin Tausende von Sonntagsausflüglern aus Enniskillen, Pettigo, Cavan und Clones an die Küste brachten.

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Dem alten Bahndamm folgen

Ein beträchtlicher Abschnitt der ehemaligen Strecke zwischen Bundoran und Belleek ist noch als abgebauter Eisenbahnkorridor sichtbar. Die Route zeichnet sich durch sanfte Steigungen aus, mit Höhenlagen zwischen 13 m und 53 m und einem Gesamtanstieg von nur 62 m. Diese bescheidenen Steigungen machen sie ideal für gemütliche Spaziergänge, Familienradtouren und Fotografie. Der Bahndamm schneidet durch offenes Ackerland und folgt den natürlichen Konturen der Einzugsgebiete von River Erne und Lough Derg, mit unverstellten Blicken auf die umliegende Landschaft.

Lokale Behörden und Gemeindegruppen entwickeln den Korridor aktiv als Teil des größeren Lough Erne Greenway-Netzwerks. Eine zwischen 2022 und 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie identifizierte einen 24 km langen Abschnitt von Trillick über Ballinamallard bis Belleek als Priorität für die Oberflächenbefestigung, mit einem geschätzten Budget von 3,6 Millionen €. Das Projekt zielt darauf ab, den bestehenden ActiveME-Weg zwischen Bundoran und Belleek mit dem breiteren Fermanagh-Greenway-System zu verbinden und so eine durchgehende Offroad-Route von der Atlantikküste bis zum Lough Erne zu schaffen. Während die vollständige Oberflächenbefestigung noch in der Planungsphase ist, ist der derzeitige unbefestigte Weg bereits für die Freizeitnutzung zugänglich.

Historische Stätten entlang der Route

Mehrere Wahrzeichen entlang der alten Trasse bewahren das Erbe der Eisenbahn:

  • Bundoran Railway Station – Das viktorianische Gebäude bleibt ein zentraler Ort für lokale Geschichtstouren und Gemeindeveranstaltungen.
  • Great Northern Hotel, Bundoran – Das historische Hotel ist noch in Betrieb, und sein ursprüngliches Kutschenhaus diente einst als Verkehrsknotenpunkt für Bahnhofsgäste.
  • Finner Camp – Die ehemalige Militäranlage liegt nahe der alten Route und spiegelt die Kriegs- und Nachkriegsrolle der Eisenbahn im Transportwesen wider.
  • Belleek Heritage Centre – Am nördlichen Ende des Korridors gelegen, zeigt das Zentrum die Töpferindustrie, deren Export die Eisenbahn förderte, und bietet Parkmöglichkeiten für Wanderer und Radfahrer.
  • Headhunters Museum, Enniskillen – Bewahrt Fotografien, Artefakte und ein maßstabsgetreues Modell eines typischen GNR-Wagens, der einst auf der Bundoran-Strecke verkehrte.

Praktische Informationen

Die Eisenbahn ist kein funktionierender Verkehrsdienst mehr, daher gibt es keine Fahrkartenschalter, Öffnungszeiten oder Eintrittsgebühren. Der stillgelegte Korridor ist öffentlich zugänglich, allerdings sollten Besucher die üblichen Sicherheitsvorkehrungen im ländlichen Raum beachten.

  • Navigation: Die ActiveME-App und -Website bieten herunterladbare GPS-Tracks und eine Live-Kartenüberlagerung für den Abschnitt Bundoran–Belleek. Die Route ist auf digitalen Karten deutlich markiert und folgt auf weiten Teilen dem alten Bahndamm.
  • Parken: Kostenlose Parkplätze gibt es im Stadtzentrum von Bundoran, am Belleek Heritage Centre und in der Nähe des ehemaligen Bahnhofsgeländes.
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Bus Éireann und lokale Betreiber fahren mehrmals täglich zwischen Enniskillen und Bundoran. Die Fahrpläne variieren saisonal, also prüfe vor der Abreise die Websites der Betreiber.
  • Barrierefreiheit: Die Route ist weitgehend eben und für die meisten Fitnesslevel machbar. Einige Abschnitte überqueren privates Ackerland, wo die Oberfläche uneben oder zugewachsen sein kann. Besucher mit Rollstuhl oder Mobilitätshilfen sollten sich bei den örtlichen Touristeninformationszentren über die aktuellen Bodenverhältnisse erkundigen.
  • Geführte historische Wanderungen: In den Sommermonaten organisieren lokale Geschichtsgruppen in Bundoran und Enniskillen geführte Wanderungen entlang der alten Trasse. Diese dauern in der Regel zwei bis drei Stunden und decken Geschichten vom Bundoran Express bis zum Kriegs-Sugar Train ab.

Für die zuverlässigste Navigation lade den ActiveME-Guide herunter, bevor du losfährst, und plane zusätzliche Zeit für Stopps in Belleek und am Bahnhof von Bundoran ein, wo der Fußabdruck der Eisenbahn in der Landschaft noch deutlich sichtbar ist.