Überblick
Errislannan Manor liegt auf einer privaten Halbinsel von 220 Acre knapp südlich von Clifden und züchtet seit 1960 Connemara-Ponys aus denselben Stutenlinien. Der Hof ist dreierlei zugleich: Reitzentrum, kleines Gestüt und Wohltätigkeitsgarten. Das Gelände reicht hinunter bis an einen Forellensee, im Rücken die Twelve Bens und der Atlantik. Der Name bedeutet „Halbinsel des heiligen Flannan“ und geht auf jenen Heiligen zurück, der im frühen 7. Jahrhundert hier angekommen sein und eine Kirche am See errichtet haben soll; eine steinzeitliche Abfallgrube hinter dem Haus deutet darauf hin, dass dieser Boden seit rund 7.000 Jahren besiedelt ist.
Geschichte
Angefangen hat das Anwesen als Jagdhütte der Familie Lambert aus Athenry. Das heutige Haus stammt aus der Zeit um 1863 und wurde von John Lambert erbaut; später ließ es Reverend Richard Wall umbauen, von dem auch der Name Errislannan Manor stammt. Es ging an seine Tochter Henrietta über, die 1866 Reverend George Heather heiratete, und in den 1870er-Jahren besaß Mary Anne Wall hier rund 890 Acre.
Reiten und Ausritte
Das Reitzentrum unter der Leitung von Stephanie Brooks bietet Reitstunden, Ausritte und Ponycamps auf ruhigen, gebisslosen Connemara-Ponys. Gerade das Gebisslose macht den Unterschied: Für nervöse Reiterinnen und Reiter oder Anfänger ist das eine sanftere Angelegenheit als in den meisten Trekkingställen. Die Routen führen über Heidemoor, über die Hügel und hinunter an die Strände, wahlweise als kurzer Ausritt oder als längere Tour. Die Termine sind Mo.–Fr. um 10:00 und 11:30 Uhr, samstags finden in der Saison die Treffen des Irish Pony Club für junge Reiterinnen und Reiter aus der Gegend statt. Zwischen Juni und September solltest du vorab buchen, dann sind die Plätze schnell vergeben.
Gärten
Die Gärten gehören zum Programm „Gardens for Charity“ der Royal Horticultural Society of Ireland, der Eintritt erfolgt deshalb am Tor gegen eine freiwillige Spende. Ein mildes Küstenklima lässt hier Pflanzen gedeihen, die es eigentlich nicht sollten, darunter seltene Kamelien, dazu kommen Wildblumenwiesen. Geöffnet ist täglich, was gerade blüht, wechselt mit den Jahreszeiten. Wer Kinder dabeihat: Der „Tuck Shop“ am Parkplatz ist ein kleines Ritual, für das sich das Kleingeld lohnt.
Praktische Informationen
- Buchung und Kontakt: +353 (0)95 21134, [email protected] oder über die Website des Manor.
- Eintritt: Gärten gegen freiwillige Spende; Ausritte und Reitstunden werden stundenweise berechnet.
- Barrierefreiheit: Das Gelände ist weitgehend eben, einige Gartenwege sind allerdings gekiest – zieh also festes Schuhwerk an.
- Keine Übernachtung: Das Manor vermietet keine Zimmer.
- Was mitnehmen: Regenkleidung und eine winddichte Jacke – das Wetter schlägt hier schnell um. Reithelme werden gestellt, Handschuhe und lange Hosen für die Ausritte bringst du selbst mit.
Anfahrt und Umgebung
Am verlässlichsten erreichst du die Halbinsel mit dem Auto, denn der öffentliche Nahverkehr ist in diesem Teil Connemaras dünn. Von Clifden aus folgst du der Beschilderung zur Errislannan Peninsula. Wenn du über den Ausritt hinaus nur eine Sache machst, dann steig auf den Hügel oberhalb des Manor: Der Blick über das Haus hinweg auf die Clifden Bay ist einer der schönsten in Connemara, und er kostet nichts. Danach lädt die Ballinakill Bay zu einem Spaziergang an stiller Küste ein, und wer kräftiger zu Fuß ist, nimmt sich Benbaun vor, den höchsten der Twelve Bens.