Überblick
Beide Strände von Rush haben kostenlose Parkplätze – das sollte man zuerst erwähnen, denn so nah an Dublin ist das seltener, als es klingt: Die meisten Strände der Stadt kosten Geld oder man quetscht sich auf einen Seitenstreifen. Rush (irisch: An Ros, von Ros Eó, der Landzunge der Eiben) liegt an der Küste zwischen Skerries und Lusk, etwa 25 km nördlich der Stadt, mit rund 10.000 Einwohnern. Es ist im Kern immer noch eine arbeitende Fischerei- und Marktgärtnerstadt und kein Ferienort – und genau das macht einen Großteil seines Charmes aus: zwei Sandstrände, ein kleiner Hafen und eine der faszinierendsten archäologischen Stätten des Landes nur einen kurzen Spaziergang vom Sand entfernt.
Geschichte und Erbe
Auf der Landzunge nördlich von North Beach wurden neolithische Feuersteinwerkzeuge und ein Ganggrab gefunden – hier leben also schon seit sehr langer Zeit Menschen. Im 18. Jahrhundert war Rush als Marktgarten Irlands bekannt; die fruchtbaren Böden versorgten Dublin mit Gemüse und Kräutern. Die maritime Vergangenheit reicht bis zum Schmuggel – die lokale Legende erzählt noch heute von Jack Connor, einer Robin-Hood-Figur, die von einer nahe gelegenen Höhle aus operierte – und bis zu dem Piraten und späteren Kaperfahrer Luke Ryan, der 1750 hier geboren wurde.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist Drumanagh, ein eisenzeitliches Promontory Fort, bewacht von einem von zwei Martello-Türmen, die 1804 gegen eine napoleonische Invasion erbaut wurden. Ein Gemeinschafts-Archäologieprogramm unter der Leitung des Fingal County Council hat hier römerzeitliche Keramik, eisenzeitliche Kämme und ein Fragment eines weiblichen Schädels, datiert auf 170 v. Chr.–52 n. Chr., aus dem Boden geholt. Ob dies einen echten römischen Kontakt mit Irland belegt – einen Handelsposten, vielleicht sogar einen Brückenkopf – ist eines der lebhaftesten Argumente in der irischen Archäologie, und die Grabungen laufen weiter.
Zwei Meilen nördlich des Dorfes steht der neoklassizistische Portikus von Kenure House allein auf einem Feld. Er ist alles, was von einem prächtigen Herrenhaus übrig ist, das 1978 abgerissen wurde, und dient seitdem als Filmkulisse. Der Name stammt von Ceann Iubhair, der Landzunge der Eiben – dieselben Eiben, die der Stadt ihren irischen Namen geben.

Religiöse Geschichte überlebt in den Ruinen der St Maur’s Chapel auf dem Friedhof von Whitestown, einer anglonormannischen Stätte aus dem 12. Jahrhundert, die mit einer Legende über französische Seeleute verbunden ist, die gelobten, eine Kapelle zu bauen, nachdem sie einen Sturm überstanden hatten.
Strände und Küstenwanderungen
Die beiden Strände bieten Unterschiedliches. South Beach erstreckt sich über 2,4 km, gesäumt von Dünen, mit Blick auf Ireland’s Eye und – an klaren Tagen – auf die Poolbeg-Türme gegenüber in der Dublin Bay. Die vorherrschenden Südwestwinde machen ihn zu einem der besten Kitesurf-Spots an der Ostküste; im Sommer bieten hier Surfschulen Kurse an. Rettungsschwimmer sind von Ende Juni bis Anfang September im Einsatz, und am Parkplatz gibt es Toiletten; die Promenade ist rollstuhlgerecht, mit Bohlenwegen und Rampen.
North Beach ist ruhiger und ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, Heimat von Seeschwalben, Möwen, Austernfischern und Brachvögeln, mit Zugang zum Martello-Turm und zu den Wanderwegen auf der Landzunge.
Etwas landeinwärts bietet der Rogerstown Park einen Spielplatz und Grünflächen mit Blick hinüber zur Lambay Island – der einzige Ort in Irland, von dem aus man die eingeführten wilden Wallabys der Insel vom Ufer aus beobachten kann. Der angrenzende Hafen von Rogerstown ist die Heimat des Rush Sailing Club und Ausgangspunkt für Ausflüge nach Lambay.
Essen und Trinken
Die Hauptstraße bietet eine ordentliche Reihe an Pubs. Der Harbour Bar ist die lokale Adresse für Fisch-Chowder und Pie; The Carlyan, The Strand, Walsh’s und der Drop Inn laden alle zu einem entspannten Bier nach dem Strandbesuch ein. Unabhängige Cafés und Bäckereien säumen die Drogheda Street.

Das Millbank Theatre, Heimat der Rush Dramatic Society, bringt das ganze Jahr über Theaterstücke und Kindershows auf die Bühne. Südlich von South Beach gibt es einen 9-Loch-Golfplatz, und Naomh Maur GAA und Rush Athletic F.C. halten die Stadt an den Wochenenden in Bewegung. Im Sommer bringt das Rush Harbour Festival (Juli) Bootsrennen und Meeresfrüchte an die Uferpromenade, gefolgt vom Rush South Music Fest im August.
Praktische Informationen
Anreise
- Bus: Bus Éireann Linie 101 und Dublin Bus 33, 33A und 33X bedienen Rush, mit dem 33N Nitelink freitags und samstags nachts. Der Bus ist die praktischere Option als der Zug.
- Zug: Der Bahnhof Rush & Lusk (eröffnet 1844) liegt an der Pendlerlinie Dublin–Drogheda, aber etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt – zu Fuß ist der Weg von dort ohne Mitfahrgelegenheit oder Anschlussbus nicht ideal.
- Auto: Nimm die M1 (Ausfahrt 4 für Lusk/Rush/Skerries). Beide Strandparkplätze sind ganzjährig kostenlos.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Skerries: Direkt nördlich, mit Leuchtturm, Fischereihafen und Windmühlen.
- Baldoyle: Ein kurzes Stück südlich, mit Spazierwegen am Fluss und einem historischen Hafen.
- Balgriffin: Ein benachbartes Küstendorf mit kleiner Marina und Wanderrouten.
