Die Anreise ist die halbe Geschichte
Silver Strand ist eine kleine, von Klippen geschützte Bucht rund 4,5 km südlich von Wicklow town, und der Haken steckt schon im Hinweg: Hinunter kommst du nur zu Fuß, über einen von zwei privaten Campingplätzen. Eine Straße gibt es zwar – die führt allerdings zu den Plätzen, nicht an den Sand. Vom Parkplatz sind es etwa zehn Minuten an einem bewirtschafteten Bauernhof vorbei, bevor das Gelände abfällt und ein steiler Zickzackpfad hinunterführt; alternativ nimmst du eine ältere, verwitterte Treppe. Genau diese Unbequemlichkeit sorgt dafür, dass es hier ruhig bleibt, während sich die Küste weiter oben in Brittas Bay drängt.
Eine ehrliche Warnung, bevor du einen Tag hier einplanst: 2026 ist unklar, ob überhaupt noch einer der Campingplätze Tagesgäste parken lässt – Berichten zufolge sind die Parkplätze geschlossen oder nur eingeschränkt in Betrieb. Wenn sie offen sind, lagen die Gebühren bislang bei 6–10 €. Ruf vorher an. Vor einer verschlossenen Schranke zu stehen, den Kofferraum voller Eimer und Handtücher, ist ein trostloser Start in den Samstag.
Die beiden Campingplätze
Den Zugang kontrollieren Wolohan’s Silver Strand Caravan & Camping Park und der benachbarte Silver Strand Caravan Park, auch bekannt als Webster’s oder Harry’s Place. Die Familie Wolohan nimmt hier seit fast einem Jahrhundert Wohnwagen und Wohnmobile auf, auf einem 22 Acre großen Wiesengelände mit Meerblick – diese Fläche gehört allein zu ihrem Platz, nicht zu beiden zusammen. Beide sind traditionelle, unaufgeregte Betriebe, von ihren Eigentümern geführt, und beide bieten privaten Zugang zum Strand und zu seinen Höhlen.
Unten am Sand
Das hier ist eine Bucht, kein langer Strand – ein kompakter Halbmond, eingebettet in die Klippen, und nicht die weite Fläche, die der Name vermuten lässt. Die Landzungen brechen die Dünung, deshalb zählt das Wasser zu den ruhigsten in der Grafschaft – gut für Kinder und vorsichtige Schwimmer. Blaue Flagge gibt es nicht, Rettungsschwimmer ebenso wenig: Behandle den Strand also als unbeaufsichtigt, prüfe Gezeiten und Wetterbericht und behalte alle im Wasser im Blick. An ruhigen Tagen entdeckst du vielleicht Robben vor der Küste.
Am schönsten ist das tiefe Morgenlicht. Wer früh kommt, bekommt weiche Farben auf dem Sand, stilles Wasser und so gut wie niemanden sonst.
Praktische Hinweise
Einrichtungen – Alles befindet sich oben auf den Campingplätzen: Sanitärgebäude, Spülbecken mit Warmwasser, ein Waschsalon und ein kleiner Laden für das Nötigste. Am Strand selbst gibt es nichts – keine Umkleiden, keine Duschen, keine Rettungsschwimmer. Nimm also Handtuch, Wechselkleidung und eine wasserdichte Tasche mit.
Hunde – An der Leine sind sie am Strand und auf dem Gelände willkommen; Hinterlassenschaften bitte entsorgen.
Barrierefreiheit – Für Rollstühle und Kinderwagen ist hier nichts zu machen. Der letzte Abstieg führt über einen steilen Zickzackpfad und unebene alte Stufen und ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ungeeignet.
Ohne Auto – Züge und Busse fahren von Dublin nach Wicklow town, doch das letzte Stück führt zu Fuß über das Privatgelände der Campingplätze, und die Betreiber haben unbefugten Zugang schon eingeschränkt. Kläre die Route vorher oder nimm ein Taxi bis zum Eingang des Campingplatzes.
In der Umgebung
Wicklow town liegt 4,5 km nördlich, mit Cafés, einem aktiven Hafen und Wicklow Gaol. Brittas Bay, ein Blaue-Flagge-Strand 8 km südlich, ist der einfachere Tagesausflug, falls die Parkplätze am Silver Strand geschlossen sind. Im Landesinneren liegt Avondale House – Parnells Geburtshaus, eingebettet in 500 Acre Waldland – etwa zwanzig Minuten entfernt, dahinter folgen Glendalough und die Wicklow Mountains.
Wenn du nur eine Sache zur Vorbereitung machst, dann diese: Ruf den Campingplatz an, den du ansteuerst, und stell die eine klare Frage: Kann ich heute parken und zum Strand laufen?