Überblick
Die Copeland Islands sind drei unbewohnte Inseln drei Meilen nördlich von Donaghadee, dort, wo der North Channel auf die Irische See trifft: Great Copeland (Big Island), Lighthouse Island (Old Island) und Mew Island. Der Name stammt höchstwahrscheinlich von der Familie de Coupland, normannischen Siedlern, die hier im zwölften Jahrhundert Land besaßen, auch wenn manche ihn auf das Altnordische Kaupmanneyjar, „Kaufmannsinseln“, zurückführen. Passend ist beides: Bis ins zwanzigste Jahrhundert dienten die Inseln als Umschlagplatz für Schmuggler, die Tabak und Spirituosen nach County Down brachten.
Sie sind als Area of Special Scientific Interest ausgewiesen – wegen ihrer brütenden Seevögel, Watvögel, Küstenpflanzen und Geologie. Wenn es einen Grund gibt, die Überfahrt zu machen, dann sind es die Vögel im Frühsommer, wenn es auf Lighthouse Island laut von Seeschwalben ist.
Leuchttürme und eine verschwundene Gemeinschaft
Um 1715 wurde hier ein mit Kohle befeuertes Leuchtfeuer entzündet, um Schiffe durch ein vielbefahrenes und gefährliches Gewässer zu lotsen – es verbrannte rund 400 Tonnen Kohle pro Jahr. 1813 folgte ein richtiger Steinleuchtturm auf Lighthouse Island. Er tat seinen Dienst bis 1884, als ihn der Mew Island Lighthouse ablöste – bis heute ein aktives, automatisiertes Leuchtfeuer. Der Turm von 1813 wurde dem Wetter überlassen, seine Mauern stehen noch.
Eine Zeit lang trug die Inselgruppe eine echte Gemeinschaft. Allein auf Lighthouse Island lebten einst rund 100 Menschen, genug für einen Schulmeister mit 28 Schülern. In den Volkszählungsregistern tauchen immer wieder dieselben Nachnamen auf – vor allem Cleggs und Emersons –, Familien, die die drei Inseln gemeinsam bewirtschafteten und ihr Vieh zwischen ihnen hin- und herfuhren, um die Weideflächen zu nutzen. In den folgenden Generationen schrumpfte die Bevölkerung, bis die Inseln den Vögeln überlassen waren.
1954 richtete der Naturforscher Arnold Benington das Copeland Bird Observatory im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters auf Lighthouse Island ein – eine der ältesten Vogelwarten in Großbritannien und Irland. Sie ist noch immer aktiv und beringt und erfasst jeden Zugvogel.
Seevögel und Wildtiere
Die Inseln tragen international bedeutende Brutkolonien. Das Zugpferd ist die Küstenseeschwalbe – die größte Kolonie Irlands. Auch Atlantiksturmtaucher nisten hier in großer Zahl und kommen und gehen im Schutz der Dunkelheit, und das erste erfolgreiche Brutpaar der Mittelmeermöwe in Nordirland brütete auf den Copelands. Eiderenten und Gryllteisten runden die Liste der Seevögel ab, und Papageitaucher mischen sich darunter.
Kegelrobben und Seehunde liegen auf den umliegenden Riffen auf, und in klarerem Wasser kannst du vielleicht einen Schweinswal, einen Delfin oder, wenn du Glück hast, einen Wal erspähen. Nimm ein Fernglas mit – du wirst von dem Ausflug damit ungleich mehr haben als ohne.
Flora
Die Pflanzenwelt lohnt einen Blick wegen ihres Rekords: Lighthouse Island markiert die südliche Verbreitungsgrenze in Europa für Lovage und die nördliche Grenze in Irland für Portulak. Der freiliegende Fels und der kurze, von Kaninchen kurz gehaltene Rasen passen zu zähen Spezialisten wie der Scharfen Fetthenne. Vor der Küste wurden rund um die Inseln 56 Arten von Meeresalgen nachgewiesen.
Anreise und Bootstouren
Erreichbar sind die Inseln per Boot vom Hafen Donaghadee, und nur in den ruhigeren Monaten – Sommertouren laufen in der Regel von Mai bis September, je nach Seegang. Nelsons Boats bietet Überfahrten vom Hafen an; der langjährige Betreiber The Brothers hat sich inzwischen zurückgezogen, also prüfe vorher, wer gerade fährt, bevor du deinen Tag darauf planst. Die Inseln selbst sind offen und kostenlos zu betreten; du zahlst nur für das Boot.
Die Irische See kann hier schnell umschlagen, also prüfe die Wettervorhersage und den Seegang, bevor du dich festlegst. Auf den Inseln gibt es keinerlei Einrichtungen – keine Toiletten, keinen Unterschlupf, keinen Laden –, also bring alles mit, was du brauchst, einschließlich Wasser und Regenkleidung.
Praktische Tipps
- Beste Reisezeit: April bis August für die Seevogelkolonien in voller Pracht. Überfahrten im Winter sind schwerer zu bekommen, belohnen dich aber mit Robben auf den Felsen und den Inseln ganz für dich.
- Unter den Füßen: Der Boden ist unebener Rasen und freiliegende Küste. Festes Schuhwerk, und bei starkem Wind den kleineren Inseln fernbleiben.
- Naturschutz: Das Gebiet ist als ASSI geschützt. Bleib auf den ausgetretenen Pfaden, halte dich von nistenden Vögeln fern und nimm nichts mit.
- Hunde: Am besten zu Hause lassen zwischen April und August, wenn die Vögel brüten.
Vor oder nach der Bootsfahrt lohnt die Ballycopeland Windmill bei Donaghadee – die einzige noch arbeitende Windmühle in East Down, mit Besucherzentrum und Café. Das ist ein nützlicher Kontext und eine trockene Option, falls das Meer andere Pläne hat. Donaghadees eigener Leuchtturm, erbaut 1836, war der erste Irlands, der mit Elektrizität beleuchtet wurde, und liegt zwei Gehminuten von der Stelle entfernt, an der die Boote ablegen.