Überblick
Christen beten an diesem Ort in Dromore seit rund 1.500 Jahren – seit St. Colman, ein Schüler des heiligen Patrick, um 510 n. Chr. eine Lehm- und Flechtwerkkirche am Nordufer des River Lagan errichtete. Die Kathedrale, die heute dort steht, offiziell Cathedral Church of Christ the Redeemer, ist für ihren Titel ein bescheidenes Gebäude: eine von zwei Diözesankathedralen der United Diocese of Down & Dromore, aber im Alltag ist sie die Pfarrkirche für rund 600 ortsansässige Familien. Wenn du zehn Minuten Zeit hast, ist das restaurierte Hochkreuz am Eingang das, was du dir ansehen solltest – Teile davon stammen aus dem 9. oder 10. Jahrhundert.
Eine Sache solltest du vor deinem Besuch prüfen: Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes wurde die Kathedrale neu verkabelt, und die Sonntagsgottesdienste waren in die Cathedral Hall verlegt worden, mit einer Rückkehr in das Gebäude voraussichtlich Anfang September. Die Öffnungszeiten sind begrenzt und variieren im Sommer, daher lohnt es sich, vor einer Anreise für den Innenraum zu bestätigen, dass die Kathedrale geöffnet ist.
Eine lebendige Geschichte
Die frühe Kirche wurde durch eine mittelalterliche Steinkirche ersetzt, von der keine Aufzeichnungen erhalten sind, und diese wiederum wurde in den Konflikten von 1641 zerstört. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits Kathedralenstatus: 1609 hatte König James I. Letters Patent erteilt, die die Kirche zur Kathedrale erhoben. Der Wiederaufbau erfolgte unter Bischof Jeremy Taylor, dem bedeutenden Theologen des 17. Jahrhunderts, und das schmale Mittelschiff, das er 1661 vollendete – etwa 6 m breit und 30 m lang – ist bis heute der Kern des Gebäudes.
Spätere Bischöfe fügten Stück für Stück hinzu, weshalb sich der Grundriss als eine Abfolge rechter Winkel liest statt als ein einheitlicher Entwurf:
- 1811 – Bischof Thomas Percy gab das Percy-Seitenschiff in Auftrag, das im rechten Winkel zum ursprünglichen Mittelschiff angelegt wurde.
- 1870 – der Architekt Thomas Drew fügte zu Taylors Ehren einen halbrunden Altarraum hinzu, dazu ein Orgelseitenschiff und eine Taufkapelle.
- 1899 – das Harding-Seitenschiff vervollständigte den rechteckigen Grundriss, den du heute siehst.
Es ist ein denkmalgeschütztes Gebäude der Kategorie Grade B1.
Was es im Inneren zu sehen gibt
Da die Kathedrale über drei Jahrhunderte gewachsen ist, kannst du ihre Geschichte einfach ablesen, indem du vom älteren Mittelschiff in die späteren Anbauten gehst.
- Das Hochkreuz – restauriert und nahe dem Eingang wieder aufgerichtet, mit Teilen der Steinmetzarbeiten aus dem 9. oder 10. Jahrhundert: eine direkte Verbindung zur frühchristlichen Gründung des Ortes.
- Die Orgel – gebaut von Conacher & Co. 1871 und 2008/2009 von Trevor Crowe umfassend restauriert und umgebaut, wobei der Spieltisch näher an den Chor gerückt wurde.
- Historische Gedenkstätten – die Grabplatte von Bischof Jeremy Taylor (1613–1667) ist in den Boden eingelassen, und auch Bischof Thomas Percy (1729–1811) wird hier gedacht.
- Buntglasfenster – viktorianische Fenster mit biblischen Szenen und Gestalten aus der Diözese.
Der Kirchhof und das Gelände
Draußen liegt ein ruhiger Kirchhof mit alten Bäumen und historischen Grabsteinen, der tagsüber geöffnet ist und Wanderern entlang des River Lagan-Tals als willkommener Rastplatz dient. Das Hochkreuz steht nahe dem Eingang, und vom Gelände aus hat man den besten Blick darauf, wie die verschiedenen Bauphasen des Gebäudes zusammenpassen.
Praktische Informationen
- Öffnungszeiten: Mo., Di., Do. & Fr., 9:00–13:00 Uhr, im Juli reduziert auf Mo. & Fr. Vorher bestätigen, da die Verkabelungsarbeiten den Zugang beeinträchtigen können.
- Eintritt: Frei.
- Parken: Ein Parkplatz mit reichlich Stellplätzen befindet sich an der Cathedral Hall in der Upper Church Street; nutze diesen statt auf der Straße zu parken.
- Hunde: Willkommen an der Leine.
- Kontakt: 028 9269 3968 | [email protected]
Die Gemeinde veröffentlicht monatlich ein Cathedral Life Magazine und stellt Aktualisierungen auf ihrer Facebook-Seite ein – die zuverlässigste Quelle, um aktuelle Gottesdienstzeiten zu prüfen und ob das Gebäude nach den Verkabelungsarbeiten wiedereröffnet hat.
Anreise und Umgebung
Dromore liegt direkt an der A1 zwischen Belfast und Newry, ist also mit dem Auto oder Bus unkompliziert zu erreichen. Der Ort selbst lohnt einen kurzen Spaziergang – die Dromore Motte and Bailey und der Uferweg sind nur wenige Minuten entfernt. Banbridge ist ein kurzes Stück nördlich für Geschäfte und Gastronomie, und weiter südlich bei Newry vermittelt Bagenal’s Castle einen Eindruck vom Leben in einem Tower House des 16. Jahrhunderts.
Ein Wochentagvormittag ist die beste Zeit für einen Besuch: Wenn geöffnet ist, hast du das Mittelschiff wahrscheinlich für dich allein, mit dem Licht durch die viktorianischen Fenster und ohne Gottesdienst, um den du herumplanen musst. Plane etwa eine halbe Stunde für Innenraum und Kirchhof zusammen ein.