Überblick
Der Dungonnell Way folgt einer Eisenbahn, die es nicht mehr gibt. Auf weiten Teilen seiner 15,4 km verläuft der Rundweg auf dem Bahndamm der Ballymena, Cushendall and Red Bay Railway, einer Schmalspurbahn, die ab Mitte der 1870er-Jahre Eisenerz aus den Antrim Glens transportierte, bis der Verkehr versiegte. Dazu das größte intakte Deckenmoor Nordirlands und ein stiller Stausee am Fuß des Tals – das ist der Wanderweg.
Er verläuft am nördlichen Rand des Glenravel Glen in County Antrim, direkt südlich des Glenariff Forest Park, auf einer Wasserscheide: im Norden stürzt der Glenariff River bei Red Bay ins Meer, im Süden fließt das Glenravel Water zum River Bann und zum Lough Neagh. Der Weg ist durchgehend markiert, sodass man an jedem Punkt starten und in beide Richtungen wandern kann, mit kostenlosen Parkplätzen am Dungonnell Dam, im Dorf Cargan und am Drum Wood. Die Route wurde mit Mitteln des Environment and Heritage Service und des Causeway Coast and Glens Heritage Trust angelegt.
Route und Gelände
Der Weg ist als anspruchsvolle Wanderung eingestuft, mit etwa 260 Höhenmetern, der steilste Abschnitt ist der Anstieg auf das Garron Plateau. Sei dir aber zuerst ehrlich, was den Untergrund angeht: gut die Hälfte der Runde führt über ruhige asphaltierte Straßen, und nur der mittlere Abschnitt – der Waldweg und das offene Moor – fühlt sich nach Bergland an. Wenn du eher nach Wildnis als nach einer Straßenwanderung suchst, ist dieses mittlere Drittel der Grund, hier zu sein. Die Route streift außerdem den Crockahanan (339 m) und führt durch den Glenariff Forest Park. Die meisten brauchen etwa dreieinhalb Stunden, länger, wenn sie an den Bahnruinen verweilen.
Die verschwundene Eisenbahn
Die Strecke wurde Mitte der 1870er-Jahre in Etappen eröffnet, um Eisenerz von den Antrim-Minen an die Küste zu bringen, und später auch für den Personenverkehr ausgerüstet. Der öffentliche Verkehr endete 1930, und 1940 wurde die Bahn ganz stillgelegt. Die Gleisanlagen um Cargan wurden von vornherein gebaut, um die Minen zu bedienen – das Dorf hieß einst Fisherstown, nach dem Mann, der hier 1866 eine Eisenerzmine entwickelte –, und genau dieser Erzverkehr war der Grund für die Bahn überhaupt.
Mehrere Bauwerke sind entlang des Weges erhalten:
- Essathohan Bridges – eine Eisenbahnbrücke und eine Straßenbrücke nebeneinander, am höchsten Punkt der Strecke auf etwa 319 m, ein markanter Blickfang auf dem Plateau.
- Parkmore Station – das Gebäude steht noch nahe der Kreuzung von Ballyeamon Road und Glenariff Road.
- Evishacrow siding bridge – eine bröckelnde Erzverladebrücke nahe der alten Minen; die Betonträger sind noch da, auch wenn heute eher Vieh als Fracht darüberläuft.
- Widerlager und Einschnitte – steinerne Widerlager und alte Brücken säumen den Abschnitt bei Glenravel. Lokale Gruppen haben den Korridor als möglichen Wander- und Radweg ins Gespräch gebracht.
Das Garron Plateau: Moor und Tierwelt
Die oberen Abschnitte queren das Garron Plateau, ein Area of Special Scientific Interest und ein Special Area of Conservation, und das größte intakte Deckenmoor Nordirlands: nasser, schwammiger Boden unter Teppichen aus Torfmoos, Wollgras und Heidekraut.
Das Moor trägt eine empfindliche Flora. Im Frühjahr und Frühsommer sucht man nach Schmalblättrigem Knabenkraut, Moororchis und Sumpfsteinbrech; Moorlilie und Wollgras ragen über das Moos, und der insektenfressende Sonnentau klammert sich an den nassen Boden. Moorschneehühner brüten in der Heide, Merlin, Wanderfalke, Mäusebussard und Kornweihe jagen über das offene Gelände, und Bekassine und Brachvogel halten sich in den feuchteren Senken. Bleib auf den markierten Wegen, um den Lebensraum zu schützen.
Dungonnell Dam und Stausee
Der Damm, 1971 fertiggestellt, versorgt Waterfoot, Cushendall, Cushendun, Glenravel, Clough, Glarryford und Teile von Ballymena mit Wasser. Der 30 Hektar große Stausee liegt unterhalb des Moors, ein ruhiger Gegenpol zum Plateau. Er ist mit Bachsaibling besetzt, aber zum Fliegenfischen braucht man hier eine Sondergenehmigung, nicht nur eine normale Angelkarte – also kläre das, bevor du die Rute auswirfst. Am Wasser gibt es einen Picknicktisch und eine Bank für eine Pause vor oder nach der Runde.
Anreise und praktische Informationen
- Mit dem Auto: Der Hauptausgangspunkt am Dungonnell Dam liegt an der A43 Ballymena–Waterfoot; den Schildern nach Cargan folgen. Parken ist kostenlos, aber begrenzt, also komm am Wochenende früh. Drum Wood ist ein alternativer Startpunkt.
- Öffentliche Verkehrsmittel: Der Translink-Bus 150 zwischen Ballymena und Cushendun hält in Cargan, fährt aber selten – prüf den Fahrplan, bevor du dich darauf verlässt.
- Radfahren: Die asphaltierten Abschnitte eignen sich für ein Hybridrad, die moorigen Waldwege nicht. Das ist wirklich eine Wanderroute.
- Einrichtungen: Keine Toiletten auf dem Weg; die nächsten sind am Picknickbereich des Dungonnell Dam. Der Pub Greenhills in Cargan bietet Essen und Getränke.
- Hunde: Willkommen, aber im Moor an der kurzen Leine führen, wo bodenbrütende Vögel und Vieh unterwegs sind.
Was man einpacken sollte
Das Wetter auf dem Garron Plateau schlägt schnell um, und das Moor bleibt das ganze Jahr feucht. Wasserdichte Stiefel mit gutem Profil sind daher Pflicht, und eine Regenjacke, Mütze und Handschuhe lohnen sich selbst im Sommer. Speichere vor dem Start eine Offline-Karte: Die orangefarbenen Wegmarkierungen sind klar, aber ein paar Abzweigungen auf dem Plateau sind bei tief hängenden Wolken leicht zu übersehen, und der Handyempfang dort oben kommt und geht. Im Winter plane zusätzliche Zeit für vereiste oder schneebedeckte Abschnitte ein.
Der Rat des Causeway Coast and Glens veröffentlicht einen kostenlosen PDF-Führer mit Karten, und GPX-Tracks gibt es über die üblichen Routenplanungs-Apps. Wenn am Ende noch Kraft in den Beinen ist, führt der Dungonnell Way direkt in die markierten Wege des Glenariff Forest Park mit seinen Wasserfallwanderungen.