Überblick
Die Treppenhalle von Dunleckney Manor ragt 15 m in die Höhe, und die Treppe selbst besteht zum Teil aus mittelalterlichen Steinmetzarbeiten, die aus der St Canice’s Cathedral in Kilkenny gerettet wurden. Genau solche Details machen das Haus interessant – doch Dunleckney ist ein Privathaus und derzeit nicht öffentlich zugänglich, was auch immer die Ferienhausanzeigen behaupten mögen, die online noch kursieren.
Das Haus liegt am Ortsrand von Bagenalstown, eine kurze Fahrt östlich des River Barrow. Sehen kannst du die Fassade von der Straße aus und die Zufahrt durch den Park; Führungen gibt es keine, Selbstversorgerunterkünfte derzeit ebenso wenig. Nimm den Rest also eher als Hintergrundwissen denn als Reiseplan.
Geschichte
Sir Nicholas Bagenal, ein hoher Befehlshaber unter Elisabeth I., ließ das ursprüngliche Haus zwischen 1585 und 1610 an dieser Stelle errichten. Die Familie prägte die Gegend so stark, dass der benachbarte Ort bis heute ihren Namen trägt – Bagenalstown, auf Irisch Muine Bheag. Der heutige Bau ging aus diesem frühen Haus hervor, statt es zu ersetzen: Um 1850 baute Walter Newton, der Erbe des Anwesens, es um und ließ Teile des älteren Gemäuers im Neubau aufgehen.
Für den Umbau zeichnete Daniel Robertson (gestorben 1849) verantwortlich, jener Architekt, den man vor allem für die Gärten von Powerscourt und den Umbau von Johnstown Castle in Wexford kennt. Seine Tudor-gotische Handschrift – Quadermauerwerk, Erkerfenster, Fächergewölbe in Stuck – ist der Grund, warum das National Inventory of Architectural Heritage Dunleckney als frühes irisches Beispiel dieses Stils und als Bauwerk von nationaler Bedeutung führt.
Die Newtons behielten Dunleckney bis 1942. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer, ehe Helen und Derek Sheane es 1989 kauften und ein Haus übernahmen, das ein neues Dach brauchte und noch vieles mehr. Im Zuge dieser Restaurierung kam die Bausubstanz der Bagenals aus dem 17. Jahrhundert hinter den späteren Mauern wieder zum Vorschein.
Haus und Gelände
Hinter der Eingangstür liegen im Erdgeschoss fünf große Empfangsräume, überspannt von jener 15 m hohen Treppenhalle. Draußen erstrecken sich neun Acre Parklandschaft, dazu gehört eine wiederhergestellte Lindenallee aus dem 18. Jahrhundert. Nichts davon ist derzeit für Besucher zugänglich – bewundere das Steinmetzwerk also vom Tor aus und belasse es dabei.
Wenn du in der Gegend bist
Weil du nicht hineinkommst, taugt Dunleckney vor allem als Hintergrund für einen Tag anderswo in Carlow. Der River Barrow fließt ganz in der Nähe, mit Forellen- und Lachsangeln und dem Treidelpfad des Barrow Way – der ruhige Abschnitt an den Schleusen von Ballyellen und Ballykeenan eignet sich für einen entspannten Spaziergang. Die historischen Dörfer Leighlinbridge und Bagenalstown liegen nur Minuten entfernt, ebenso die mittelalterlichen Ruinen von Ballyloughan Castle und Ballymoon Castle. In Carlow town, rund 15 Minuten nördlich, warten das Carlow County Museum und das Kunstzentrum VISUAL für zeitgenössische Kunst; Kilkenny liegt etwa 20 Minuten südlich.
Praktische Informationen
- Zugang: Privatwohnsitz, derzeit nicht öffentlich zugänglich. Es finden weder Führungen statt noch werden Selbstversorgerunterkünfte vermietet.
- Anfahrt: am Ortsrand von Bagenalstown, an der N9/M9; das Haus ist von der Straße aus zu sehen.
Wenn dich vor allem das Herrenhaus selbst reizt, kläre vor der Reiseplanung, ob es inzwischen wieder öffentlich zugänglich ist. Derzeit bleibt das Tor verschlossen.