Featherbeds – Moorlandschaft der Dublin Mountains

📍 Dublin Mountains, Dublin

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Ganzjährig geöffnet
🎟️ Eintritt
Kostenlos

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2026

Überblick

Die Featherbeds liegen kaum zwanzig Minuten vom Zentrum Dublins entfernt, und doch wirkt dieses weite, windgepeitschte Plateau aus Heide und Deckenmoor meilenweit von jeder Stadt entfernt. Beinahe wäre es gar kein öffentliches Land geworden: In Privatbesitz und von Bebauung bedroht, wurde es nach einer Kampagne mit über 20.000 Unterschriften für den Staat gesichert und gehört seit August 2016 zum Wicklow Mountains National Park. Die 4.900 Acre (1.983 Hektar) große Fläche aus Moor und verstreutem Granit erstreckt sich über die Grenze zwischen Dublin und Wicklow; 93 % davon stehen inzwischen unter gesetzlichem Schutz, ohne Zäune oder Gebäude, die den Blick unterbrechen.

Geschichte & Naturschutz

Jahrzehntelang blieben die Featherbeds in Privatbesitz, was vor Ort für Unruhe sorgte, als Baupläne bekannt wurden. Eine öffentliche Kampagne, darunter eine Petition mit über 20.000 Unterschriften, drängte die Regierung zum Eingreifen. Der daraufhin erfolgte Ankauf erweiterte nicht nur den Nationalpark auf 22.000 Hektar, sondern schuf auch einen durchgehenden Korridor geschützten Lebensraums. Der National Parks and Wildlife Service (NPWS) verwaltet das Gebiet heute gemeinsam mit der Dublin Mountains Partnership und konzentriert sich auf die Renaturierung des Moors, die Bekämpfung invasiver Arten und den schonenden Zugang für Besucher. Das Fehlen von Zäunen, Gebäuden oder festen Bauten ist gewollt – es bewahrt die ursprünglichen, ungestörten Sichtachsen, die diese Landschaft seit Jahrhunderten prägen.

Advertisement

Sehenswertes & Aktivitäten

Der Bullaun-Stein der Featherbeds

Ein kurzer Abstecher von der Military Road führt zu einem großen, rundlichen Granitfindling mit drei deutlichen, schalenförmigen Vertiefungen. Dieser sogenannte Bullaun-Stein liegt an einem seltenen Quadripunkt, an dem die Grenzen eines Townlands, einer Pfarrei, einer Baronie und eines County zusammentreffen. Während Bullaun-Steine üblicherweise mit frühen Klosterstätten in Verbindung gebracht werden und dem Mahlen oder rituellen Zwecken gedient haben könnten, deutet die abgelegene Lage hier auf einen anderen Ursprung hin. Ortshistoriker gehen davon aus, dass er im 13. Jahrhundert vermutlich die Grenze der kirchlichen Ländereien des Erzbischofs von Dublin markierte und dabei womöglich einen noch älteren Grenzstein aufgriff. Der Stein ist vom straßenbegleitenden Pfad aus gut zu sehen und lädt alle, die das Plateau erkunden, zu einem stillen, besinnlichen Halt ein.

Spazieren & Wandern

Das offene Gelände ist ideal für alle, die unmarkierte Routen und weite Ausblicke schätzen. Eine beliebte Rundwanderung beginnt nahe der Haltebucht an der Military Road, führt zum Bullaun-Stein und steigt hinauf zum Gipfel des Kippure. Die Strecke misst rund 5,8 Meilen (9,4 km) bei einem gleichmäßigen Anstieg von etwa 1.090 Fuß (332 m). An klaren Tagen reicht der Blick über die Küste von Dublin bis zu den höheren Gipfeln der Wicklow-Kette. Der Weg ist von örtlichen Wandergruppen gut dokumentiert und als GPX-Datei zum Herunterladen verfügbar. Zugleich bildet er einen zentralen Abschnitt des größeren Wegenetzes der Dublin Mountains und verbindet das Hochland mit etablierten Pfaden im Tal darunter.

Die Quelle des River Dodder

Das Plateau wirkt als natürliche Wasserscheide, und hier beginnt der River Dodder seine lange Reise zum Meer. Die örtlichen Planungsbehörden diskutieren seit Langem, den Dodder Greenway durch die Featherbeds zu verlängern, was diese Quelle im Hochland eines Tages mit dem städtischen Wegenetz Dublins verbinden würde. Zwar bleibt die Erweiterung des Greenways vorerst Zukunftsmusik, doch das bestehende Netz aus Pfaden bietet schon jetzt ein Wandererlebnis vom Berg ins Tal, das einen steten Strom von Wanderern anzieht.

Höhepunkte im Jahresverlauf

  • Ende Juni – August: Die Heide beherrscht die Landschaft und taucht die Moore in Violett- und Rosatöne. Das Wetter ist meist am beständigsten, was dieses Zeitfenster ideal für Fotografie und längere Wanderungen macht.
  • September – Oktober: Die Heide verfärbt sich zu Rostrot und Gold, während das Deckenmoor ein sattes, dunkles Braun annimmt. Klare Luft und dramatische Wolkendecken schaffen eindrucksvolle Bedingungen für die Landschaftsfotografie.
  • November – Februar: Auf dem Plateau treten häufig Frost, Nebel und gelegentlich Schnee auf. Die Pfade können weich und durchnässt werden, daher sind festes Schuhwerk und wasserdichte Kleidung unerlässlich. Die Tage sind kurz, plane also, vor dem frühen Nachmittag zurück zu sein.
  • März – Mai: Der Frühling bringt eine Fülle von Wildblumen hervor, darunter Beinbrech und Wollgras. Der Boden bleibt feucht, doch das zurückkehrende Licht und die rege Vogelwelt machen die Wanderungen lohnend.
Advertisement

Praktische Informationen

  • Zufahrt: Die Military Road (R115) quert das Plateau. Eine kleine, provisorische Haltebucht bietet Parkplätze für Wanderer, die zum Bullaun-Stein und zum Kippure-Weg aufbrechen.
  • Einrichtungen: Vor Ort gibt es keine Gebäude, Toiletten oder Einkehrmöglichkeiten. Besucher müssen sämtliches Wasser und ihre Verpflegung selbst mitbringen und ihren gesamten Abfall wieder mitnehmen.
  • Hunde: Angeleinte Hunde sind willkommen, doch Halter sollten bedenken, dass bodenbrütende Vögel und Irische Hasen das Moorland intensiv nutzen.
  • Sicherheit: Der Mobilfunkempfang ist auf weiten Teilen des Plateaus unzuverlässig. Nimm eine Karte oder eine heruntergeladene Route mit und informiere jemanden über deine geplante Rückkehrzeit. Das Wetter kann schnell umschlagen, prüfe daher vor dem Aufbruch die Vorhersage.
  • Eintritt: Kostenlos. Keine Genehmigungen oder Reservierungen erforderlich.

Anreise

Am einfachsten erreichst du die Featherbeds mit dem Auto über die Military Road, die direkt an die M50 und die M11 anschließt. Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist begrenzt; die nächsten regulären Buslinien halten in Rathdrum oder Ballyboden, von wo aus du ein Taxi oder eine ordentliche Wanderung benötigst, um den Ausgangspunkt zu erreichen. Radfahrer können über das Wegenetz zwischen Dublin und Wicklow anreisen, doch die Moorpfade sind für normale Rennräder ungeeignet. Wer den Besuch mit weiteren Zielen in der Umgebung verbinden möchte: Das Bohernabreena Reservoir liegt nur wenig nordwestlich und bietet ergänzende Wanderrouten und Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.

Die Featherbeds bieten keine kuratierten Erlebnisse oder ausgeschilderten Attraktionen. Der Lohn liegt darin, sich durch das offene Gelände zu bewegen, die Landschaft zu lesen und den ruhigen Rhythmus des Moors zu finden. Nimm eine verlässliche Karte mit, rüste dich für wechselhaftes Wetter und plane zusätzliche Zeit ein, um die Pfade zu erkunden, die von der Hauptroute der Military Road abzweigen.