Fahr den Glengesh Pass von Ardara aus an. Das ist der eine Rat, auf den es hier ankommt: Wer den Pass in Richtung Glencolmcille nimmt, fährt vom Panorama weg. Wer aber von Ardara kommt, erreicht die Passhöhe und sieht das ganze von Gletschern geformte Tal in einer Folge von Haarnadelkurven unter sich abfallen. Es ist in beiden Richtungen dieselbe Straße; die Fahrtrichtung entscheidet darüber, ob ein gutes oder ein grandioses Foto dabei herauskommt. Von Ardara aus fährst du rund zehn Minuten, von Glencolmcille aus fünfundzwanzig.
Der Pass erreicht auf seinem höchsten Punkt etwa 275 m (900 ft) und zwängt sich zwischen die steilen Flanken der Berge Glengesh und Mulmosog, die beiderseits auf 1.400 ft und mehr ansteigen. Er ist ein Discovery Point des Wild Atlantic Way, und an klaren Tagen reicht der Blick talabwärts bis zur Loughros Beg Bay. Ehrlich gesagt zur Größenordnung: Das hier ist ein 20-Minuten-Stopp, ein Aussichtspunkt und eine Fahrt, kein halber Tag. Nimm ihn als bewusste Pause auf einer längeren Donegal-Runde, dann lohnt er sich; behandle ihn als Ziel, und du fragst dich, worum das Aufheben gemacht wird.
Die Fahrt
Die Straße ist wirklich schmal und wirklich kurvig, mit wenigen Ausweichstellen und blinden Kurven, die sich bei der Abfahrt aneinanderreihen. Fahr deutlich langsamer, vor allem bei Nässe oder Nebel, und parke auf keinen Fall auf der Fahrbahn. Auch Rennradfahrer schätzen diesen Anstieg, lass ihnen in den Kurven also Platz. Schwarzköpfige Schafe streifen über das offene Gelände und haben es nicht eilig, dir Platz zu machen.
Der Aussichtspunkt
Nahe der Passhöhe gibt es auf der Seite von Glencolmcille einen kleinen Parkplatz für etwa sieben Autos, dazu eine Picknickbank und, wenn er denn da ist, einen Kaffeewagen (er kommt und geht, verlass dich also nicht darauf). Ein kurzer befestigter Weg führt hinauf zum Blick über das Tal. Mehr ist es nicht: Es gibt weder öffentliche Toiletten noch Mülleimer, nimm deinen Abfall also wieder mit. An schönen Sommerwochenenden sind die wenigen Stellplätze schnell belegt, und der Seitenstreifen ist an einer so engen Straße kein Ort für ein Auto.
Der Name und das Eis
Glengesh wird meist als „Tal der Schwäne“ übersetzt (irisch Gleann Géis oder Malaidh Ghleann Gheis), doch geis ist im Altirischen auch das Wort für das Tabu oder den heiligen Schwur eines Kriegers, was gut zur eigentümlichen Stimmung des Ortes passt. Das Tal ist glazialen Ursprungs: Während der letzten Eiszeit, vor rund zwanzigtausend Jahren, hobelte ein Eisschild diesen U-förmigen Trog aus den Hügeln, und der Fluss arbeitet bis heute an seiner Sohle. Über die Hänge verteilen sich Trockensteinmauern, alte Feldhäuschen und bewirtschaftete Höfe, die Spuren von Menschen, die diese kargen Bergböden seit Jahrhunderten beweiden.
In der Umgebung
Der Pass ist eine Station auf einer Panoramarunde durch den Südwesten Donegals. Ganz in der Nähe liegen der Assaranca Waterfall, die Höhlen und die Küste am Strand von Maghera, das Glencolmcille Folk Village, die Klippen von Malin Beg und Irlands höchste Meeresklippen am Slieve League. Ardara selbst, zehn Minuten den Berg hinunter, ist eine ausgewiesene Heritage Town und die naheliegende Adresse zum Essen.
Praktische Informationen
- Anfahrt: Zum Pass fährt kein öffentliches Verkehrsmittel, du brauchst also ein Auto oder ein Fahrrad. Von Ardara aus sind es etwa zehn Minuten über die Bergstraße nach Glencolmcille.
- Parken: Kostenlos, aber winzig – rund sieben Stellplätze am Aussichtspunkt auf der Seite von Glencolmcille.
- Ausstattung: Eine Picknickbank und gelegentlich ein Kaffeewagen. Keine Toiletten, keine Mülleimer.
- Kosten: Kostenlos.
- Barrierefreiheit: Der kurze Weg zum Aussichtspunkt steigt an und ist stellenweise uneben, für normale Rollstühle nicht geeignet.
Komm im späten Nachmittagslicht, wenn du fotografieren möchtest, und bau den Pass in einen Küstentag ein, der auch Maghera oder die Assaranca Falls einschließt, statt allein für den Pass hinauszufahren.
