Rauhe Klippen und brechende Meereswellen am Malin Head, County Donegal
Die dramatischen Klippen am Malin Head, Irlands nördlichstem Punkt und einem der Höhepunkte entlang der Inishowen-100-Rundfahrt. Martin Fleming / Fáilte Ireland

Inishowen 100 – Donegals Küstenrundfahrt

📍 Inishowen Peninsula, Donegal

🏛️ Sehenswürdigkeit
🕒 Öffnungszeiten
Je nach Attraktion unterschiedlich – Grianán of Aileach (kostenlos, saisonale Öffnungszeiten), Fort Dunree Museum (5 € Erwachsene, in den Sommermonaten geöffnet), Doagh Famine Village (geführte Touren saisonal, moderate Gebühr). Die Rundstrecke selbst ist ganzjährig geöffnet.
🎟️ Eintritt
Die Fahrt ist kostenlos; Parken meist kostenlos. Einige Attraktionen verlangen Eintritt – Fort Dunree Museum 5 € (Außengelände kostenlos), Doagh Famine Village eine moderate Gebühr; Grianán of Aileach kostenlos.
🅿️ Parken
Kostenloses Parken; Parkplätze für große Fahrzeuge an den Wild-Atlantic-Way-Aussichtspunkten; kostenlose Haltebuchten in Bridgend, Dunree und Knockamany; Parkplätze eben und asphaltiert.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026

Überblick

Der Inishowen 100 (Inis Eoghain 100) ist eine 100 Meilen (160 km) lange, ausgeschilderte Rundfahrt um die Inishowen Peninsula, die nördlichste Spitze der Republik Irland, und Teil des Wild Atlantic Way. Sein Name entspricht grob der Streckenlänge in Meilen; die Route nutzt die kleineren Küstenstraßen, die die Hauptstrecke des Wild Atlantic Way – gebaut für Reisebusse – umfahren muss. Die N13 und die R238 decken nur den südlichen Zulauf ab; der Großteil der Schleife verläuft über Küsten-B-Straßen und schmale Nebenwege – genau darum geht es.

Die Straße selbst ist kostenlos und ganzjährig geöffnet, auch wenn einige Attraktionen entlang der Strecke Eintritt verlangen (Fort Dunree Museum, Doagh Famine Village). Zur ehrlichen Zeiteinschätzung: fünf Stunden Fahrzeit ohne Stopps, aber das wäre verrückt – nimm dir einen ganzen Tag, oder verteile die Fahrt auf zwei, wenn du die Strände ablaufen und den Grianán of Aileach besteigen willst. Wenn du nur einmal anhältst, dann am Malin Head; wenn du zweimal anhältst, komm Fort Dunree dazu.

Geschichte & Hintergrund

Inishowen ist seit Jahrtausenden ein kultureller und strategischer Knotenpunkt. Der Name selbst bedeutet aus dem Irischen übersetzt „Insel des Eoghan“ und verweist auf die schmale Landenge der Halbinsel, die sie vom Rest Donegals trennt. Die Landschaft birgt tiefe archäologische Wurzeln, am sichtbarsten beim Grianán of Aileach, einer runden Steinfestung auf dem Greenan Mountain in rund 800 ft Höhe. Meist auf etwa das 9. oder 10. Jahrhundert datiert und mit der Dynastie der Nördlichen Uí Néill verbunden – einige Berichte führen den Ort jedoch weit älter zurück – war sie ein Königssitz; die Belohnung heute ist der Blick über Lough Foyle und Lough Swilly. Eintritt und Parken sind kostenlos.

Auch die Küste ist von Militärgeschichte geprägt. Fort Dunree wurde im frühen 19. Jahrhundert während der Napoleonischen Kriege erbaut, um die strategisch wichtigen Gewässer des Lough Swilly zu sichern. Die restaurierten Batterien und das Militärmuseum beherbergen eine der besten Sammlungen von Küstenartillerie der Welt, und das Café bezeichnet sich selbst als das malerischste Kaffeehaus Irlands. Weiter im Landesinneren bewahrt das Doagh Famine Village die Erinnerung an die Große Hungersnot in Irland der 1840er-Jahre mit rekonstruierten Cottages, einem Schulhaus und Führungen, die die harte Realität des ländlichen Lebens im 19. Jahrhundert erklären. Die moderne Inishowen-100-Route wurde in den frühen 2000er-Jahren formalisiert, um diese Kulturerbestätten mit den Atlantikstränden der Halbinsel zu verbinden – mit klarer Beschilderung und Aussichtspunkten, die zu langsamem, bewussterem Reisen einladen.

Advertisement

Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

Die Rundstrecke ist für flexible Erkundungen ausgelegt. Die wichtigsten Stopps:

StoppHighlightsHinweise für Besucher
Grianán of AileachSteinfort auf dem Hügel mit PanoramablickKostenloser Eintritt; kurzer Fußweg vom Parkplatz; saisonale Öffnungszeiten
Lisfannon BeachBumerangförmige Sandbucht bei BuncranaAm besten bei Ebbe; neuer barrierefreier Steg; angrenzend an die Stadt Buncrana
Buncrana BeachBreiter Sandstrand mit Cafés an der UferpromenadeRollstuhlgerechte Promenade; bei Familien beliebt
Fort DunreeKüstenbatterien, Militärmuseum, KlippenwegeMuseumseintritt 5 € (Erwachsene); Außengelände kostenlos; Sommercafé
Mamore GapEnger Gebirgspass auf 250 m mit Blicken ins TalAussichtspunkt-Parkplatz bietet sichere Fotostopps
Glenevin WaterfallRund 30–40 ft hoher Wasserfall in einem bewaldeten Tal30-minütiger Fußweg vom Parkplatz; Picknickbereich und saisonaler Snackwagen
Tullagh StrandHufeisenförmiger Strand mit dem Binnon Hill im HintergrundSurffreundlich bei Ebbe; lange Gehstrecken
Ballyliffin Beach2,5 km goldener Sand; Dünen- und KopflandwanderungenIn der Nähe serviert Nancy’s Barn regionale Produkte
Doagh Famine VillageRekonstruiertes Dorf aus den 1840er-JahrenGeführte Touren saisonal; moderate Eintrittsgebühr
Five Finger Strand & Knockamany ViewpointAbgelegener Surfstrand; Europas höchste KüstendünenAussichtspunkt-Parkplatz mit sicherem Zugang; Dünen geschützt
Banba’s CrownIrlands nördlichster Punkt (Malin Head); verfallener Lloyd’s-Signalturm von 1805; Drehort von Star Wars: Die letzten JediKurzer Fußweg vom Parkplatz; Gezeitenabhängiger Zugang zu nahen Stränden
Culdaff BeachBlauer-Flagge-Strand mit KüstencaféCúl a’ Tí serviert Kaffee und leichte Gerichte
Kinnagoe BayGeschützte Bucht mit türkisfarbenem WasserOrt eines Wracks der spanischen Armada von 1588; ruhiges Schwimmen im Sommer
Magillahan Point ViewErhöhter Aussichtspunkt mit Blick auf die Irische SeeKlare Sicht bis Derry und zur Causeway Coast
Stroove Beach & Inishowen LighthouseRuhiger Strand; historische LeuchtstationAusgangspunkt für den Küstenwanderweg Inishowen Head Loop

Abseits der Hauptroute bietet die Halbinsel den Ballyliffin Golf Club, das Inishowen Maritime Museum in Greencastle und den Wild Alpaca Way für geführte Familienwanderungen.

Saisonale Höhepunkte & Veranstaltungen

  • Clonmany Festival – Irlands am längsten laufendes Familienfestival findet jeden August statt. Livemusik, Kunsthandwerksstände und eine Kinderparade drehen sich um den Dorfanger, nur eine kurze Fahrt vom Glenevin Waterfall entfernt.
  • Wild Alpaca Way – Geführte 2-stündige Wanderungen mit Alpakas von Mai bis September. Die Routen starten nahe Banba’s Crown und sind für die meisten Altersgruppen geeignet.
  • Surfen am Pollan Strand – Bei Ballyliffin bietet dieser Blauer-Flagge-Strand im Sommer Surfschulen und regelmäßige Longboard-Verleih.
  • Wal- & Riesenhai-Touren – Saisonale Bootstouren ab dem Hafen von Buncrana (April–Oktober) durch den Lough Swilly und an den Rand des Atlantiks.
  • Vogelbeobachtung auf Inch Island – Über einen Damm mit dem Festland verbunden, beherbergt die Insel von Oktober bis März überwinternde Singschwäne, Goldregenpfeifer und Watvögel.
Advertisement

Tierwelt & Natur

Der Inishowen 100 durchquert Atlantikklippen, Dünensysteme, Deckenmoore und Mischwälder. Papageitaucher und Tordalken nisten im Sommer auf den Brandungspfeilern nahe Five Finger Strand, während Alpenkrähen häufig in den Urris Hills zu sehen sind. Otter werden gelegentlich entlang des River Swilly in der Dämmerung gesichtet. Der Aussichtspunkt Knockamany Bens bietet einen seltenen Blick auf Europas höchste Küstensanddünen, einen geschützten Lebensraum, der seltene Pflanzen wie Strand-Grasnelke und Sandsegge beherbergt. Besucher sollten in Dünengebieten auf den markierten Wegen bleiben, um die empfindliche Vegetation zu schützen.

Radfahren auf dem Inishowen 100

Die Radroute folgt demselben Küstenkorridor wie die Rundfahrt und umfasst etwa 160 km (100 Meilen). Manche Radler wählen ruhigere Nebenstraßen-Umwege, die ein paar Kilometer hinzufügen können, aber die offizielle Panoramaroute entspricht der 100-Meilen-Distanz. Die Strecke ist als schwierig eingestuft, dank langer Anstiege einschließlich des steilen Mamore Gap, mit rund 1.770 m Gesamtanstieg auf der Runde. Die meisten Radler teilen die Fahrt auf zwei oder drei Tage auf und nutzen Buncrana, Carndonagh oder Ballyliffin als Basislager. Fahrradverleih gibt es in Buncrana und Carndonagh. Das Wetter auf exponierten Pässen wechselt schnell, daher sind Zwiebellook, ein Reparaturset und ein voll geladenes Handy unerlässlich.

Fähr-Abkürzung

Zwischen April und Oktober verkehrt eine saisonale Autofähre von Magilligan Point nach Greencastle. Die 15-minütige Überfahrt verkürzt die Runde um etwa 30 km und umgeht den Binnenabschnitt zwischen der Donegal-Küste und dem Foyle-Ästuar. Die Fähre fährt nach festem Fahrplan, kann aber bei schwerem Seegang ausgesetzt werden. Vorab den Fahrplan zu prüfen, erspart unnötige Wartezeit.

Praktische Informationen

Der Inishowen 100 ist kostenlos befahrbar und ganzjährig geöffnet. Der offizielle Startpunkt ist in Bridgend (bei Newtoncunningham) markiert, die Runde kann aber an jeder Kreuzung begonnen werden. Mindestens fünf Stunden sind nötig, um die Strecke ohne Stopps zu schaffen; ein ganzer Tag erlaubt Mahlzeiten, Museumsbesuche und Strandwanderungen nach Gezeitenplan.

Anreise & Parken

  • Mit dem Auto: Die Route folgt der N13, R238 und Küsten-B-Straßen. Parkplätze für große Fahrzeuge gibt es an den Wild-Atlantic-Way-Aussichtspunkten; kleinere Autos können die kostenlosen Haltebuchten in Bridgend, Dunree und Knockamany nutzen.
  • Mit dem Bus: Regelmäßige Verbindungen verbinden Derry, Letterkenny und Buncrana. Das Besucherzentrum Go Visit Inishowen an der Railway Road in Buncrana ist montags bis freitags von 9:00–17:00 Uhr und samstags von 10:00–16:00 Uhr geöffnet (Mai–September) und kann für Gruppen einen lokalen Bus organisieren.
  • Mit dem Rad: Die Strecke ist anspruchsvoll und erfordert gute Kondition. Teile die Fahrt in Etappen und nimm ausreichend Essen und Wasser mit.
  • Tanken: Tankstellen mit vollem Service gibt es in Buncrana und Carndonagh. Starte mit vollem Tank, wenn du die Runde an einem Tag schaffen willst.

Ausstattung

  • Toiletten: An den meisten Aussichtspunkten und Parkplätzen verfügbar (Glenevin Waterfall, Dunree, Knockamany).
  • Essen & Trinken: Kaffee bei Tank & Skinny’s (Buncrana), Mittagessen bei Nancy’s Barn (Ballyliffin), saisonale Snacks in Glenevin. Hundefreundliche Cafés sind deutlich gekennzeichnet.
  • Unterkunft: Hotels in Buncrana und Ballyliffin, dazu Gästehäuser in Greencastle, Carndonagh und Carrowkeel.
  • Barrierefreiheit: Parkplätze sind eben und asphaltiert. Gebirgspässe und Küstenwanderwege sind nicht rollstuhlgerecht.
  • WLAN: Kostenloser öffentlicher Zugang in den Besucherzentren in Buncrana und Greencastle.
  • Haustiere: Hunde sind auf den meisten Stränden außerhalb der offiziellen Badesaison (Mai–September) willkommen. Leinenpflicht gilt in der Nähe von Vieh und Dünenlebensräumen.
Advertisement

Vorgeschlagene Route (mit dem Auto)

  1. Grianán of Aileach – Start mit dem Gipfelfort; saisonale Öffnungszeiten vorab prüfen.
  2. Lisfannon → Buncrana Beach – Am Ufer entlangspazieren und Kaffee bei Tank & Skinny’s holen.
  3. Fort Dunree – Museum erkunden (Eintritt 5 €) und die Klippenwege ablaufen.
  4. Mamore Gap – Am Aussichtspunkt für Talblicke anhalten.
  5. Glenevin Waterfall – Den Waldweg nehmen; am Parkplatz picknicken.
  6. Tullagh Strand → Ballyliffin – Strandspaziergang, danach Mittagessen bei Nancy’s Barn.
  7. Doagh Famine Village – In der Hauptsaison eine Führung im Voraus buchen.
  8. Five Finger Strand & Knockamany – Die Dünen vom ausgewiesenen Aussichtspunkt betrachten.
  9. Banba’s Crown – Zum Signalturm an Irlands nördlichstem Punkt laufen.
  10. Culdaff → Kinnogoe Bay – Küstenfahrt mit optionalen Surfstunden am Pollan Strand.
  11. Magillahan Point View – Stopp für Fotos der Irischen See und der Causeway Coast.
  12. Stroove Beach & Inishowen Lighthouse – Die Runde abschließen; bei Zeit den Küstenwanderweg Inishowen Head anhängen.

Plane deine Strandstopps nach den Gezeiten, da mehrere Abschnitte wie Lisfannon und Tullagh Strand bei Niedrigwasser am sichersten und am besten zugänglich sind. Auch die Fähre Magilligan–Greencastle fährt nach strengem Fahrplan; richte deinen nördlichen Abschnitt nach den Überfahrtszeiten aus, um Umwege zu vermeiden.