Dudley's / Dudleys
Dudley's / Dudleys Ridiculopathy / Wikimedia Commons / CC0

The Liberties – Dublins altes Brauereiviertel

📍 Dublin, Dublin

🏛️ Sehenswürdigkeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

The Liberties verdankt seinen Namen den liberties selbst – mittelalterlichen Jurisdiktionen, die eigene Gerichte und Märkte außerhalb der Reichweite der Dubliner Stadtbehörden betrieben. Zwei waren am bedeutendsten: die Liberty of St Sepulchre des Erzbischofs und die Liberty of Thomas Court and Donore, die der Abtei des heiligen Thomas Becket gewährt wurde und deren Marktstraße – die Thomas Street – zum kommerziellen Rückgrat des Viertels wurde. Die rechtlichen liberties wurden in den 1840er-Jahren in die Stadt eingegliedert; der Name und der Handelscharakter blieben. Das Viertel liegt heute zwischen dem River Liffey im Norden, der St Patrick’s Cathedral im Osten und dem St James’s Hospital im Westen und packt acht Jahrhunderte Stadtgeschichte in einen Spaziergang, den man an einem Nachmittag schafft.

Ein Arbeiterviertel seit 800 Jahren

An der Kreuzung von Thomas Street und Francis Street trafen einst vier der großen Straßen des alten Irlands aufeinander, und die Straßen sind seitdem nie zur Ruhe gekommen: Als Bauarbeiter 2017 die Thomas Street 130 öffneten, stießen sie auf das älteste Haus Dublins – seine Treppe wird auf 1639 datiert, seine Balken per Radiokarbonmethode auf das 15. Jahrhundert. Nach der Auflösung der Klöster in den 1530er-Jahren übernahm die Familie Brabazon das Land und legte in den 1620er-Jahren Newmarket an. Französische Hugenotten brachten Weberei und Schneiderei mit; niederländische Kaufleute hinterließen Häuser mit Giebelfassaden. Guinness ließ sich am St James’s Gate nieder und wuchs zur größten Brauerei der Welt heran, während fast 40 Brennereien – darunter Powers, Roe und Millar – dem Gebiet den Spitznamen „Golden Triangle“ des irischen Whiskeys einbrachten. Das 19. Jahrhundert brachte schwere Überbevölkerung, der unter anderem der Iveagh Trust mit seinen philanthropischen Wohnanlagen begegnete – sie stehen noch heute.

Was man sehen sollte

Main Viking Brand Shot, Dublinia, Dublin City
Main Viking Brand Shot, Dublinia, Dublin City Courtesy Dublinia

Wenn man nur ein Ticket kauft, ist das Guinness Storehouse am St James’s Gate die naheliegende Wahl – die Braugeschichte über mehrere Etagen, mit dem Gravity Bar als Abschluss und dem Blick über die ganze Stadt. Vorher buchen. Das ruhigere Vergnügen ist jedoch Marsh’s Library (1707), die älteste öffentliche Bibliothek Irlands: originale ledergebundene Bände, die alten Lesekäfige und ein Buch mit einem Einschussloch aus dem Osteraufstand von 1916.

Ebenfalls einen Besuch wert:

  • St Patrick’s Cathedral – 800 Jahre alt, mit Jonathan Swifts Grab und einem Chor, der täglich singt.
  • St Audoen’s – Dublins letzte erhaltene mittelalterliche Pfarrkirche, deren archäologischer Park mittelalterliche und wikingerzeitliche Fundamente freilegt.
  • John’s Lane Church – die Augustinerkirche an der Thomas Street (1874) trägt den höchsten Kirchturm der Stadt, über 60 m, mit Statuen an der Fassade, die James Pearse schuf, der Vater von Patrick und William.
  • Christ Church Cathedral und Dublinia – ein kurzer Fußweg entfernt; die Kathedrale für ihre Krypta und ihre Glasmalerei, das Museum nebenan für das wikingerzeitliche und mittelalterliche Dublin.
  • Die Brennereien – Teeling, Roe & Co im ehemaligen Guinness-Kraftwerk, Pearse Lyons in einer umgebauten Kirche und die Dublin Liberties Distillery bieten alle Führungen und Verkostungen an – der Grund, warum der alte Name „Golden Triangle“ wieder in Umlauf ist.

Zwischen den Attraktionen mit Eintritt ist die Francis Street die Antiquitätenstraße, gesäumt von Händlern und Buchläden, während die Gassen abseits der Meath Street Galerien, Vintage-Läden und Cafés verbergen.

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Essen und Trinken

Catherine’s Bakery an der Meath Street ist die lokale Institution – die Apfel-Sahne-Doughnuts sind die Bestellung. Am anderen Ende der Skala hält Variety Jones an der Thomas Street einen Michelin-Stern für ein Degustationsmenü, das vollständig über offenem Feuer gekocht wird, und Hen’s Teeth kombiniert ein asiatisch angehauchtes Menü mit Kunstinstallationen und einem Plattenladen. Two Pups zieht einen guten Flat White und lässt den Hund rein. Für ein Pint oder einen Schluck ist Dudleys – eine bodenständige Bar, benannt nach einer lokalen Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts – wie gemacht für Gespräche, und die Power House Bar bei Roe & Co deckt die Whiskey-Seite ab.

Märkte und Festivals

Das jährliche Liberties Festival ergießt sich mit Live-Musik, Straßenkunst und Essensständen über die Thomas Street und die umliegenden Innenhöfe – alles frei zugänglich. Woche für Woche verkauft der Liberty Market an der Meath Street Vintage-Kleidung, handgefertigten Schmuck und lokale Lebensmittel, und der Digital Hub – ein Industriegelände, das zum Tech- und Kreativviertel wurde – veranstaltet einen monatlichen Markt mit irischen Designern und Lebensmittelproduzenten.

Praktisches

Das Viertel beginnt etwa zehn Gehminuten westlich des College Green, und die Haltestelle James der Luas Red Line liegt am nächsten zum Storehouse. Das Storehouse ist täglich geöffnet, aber der letzte Einlass ist deutlich vor Schließung, und es ist ausgebucht, also reserviert man besser im Voraus; Kathedrale, Bibliothek und Brennereien haben je nach Saison unterschiedliche Öffnungszeiten, also vor der Reise prüfen. Das Storehouse, St Patrick’s und die großen Museen sind rollstuhlgerecht, aber einige der älteren Kirchen haben nur eingeschränkten stufenlosen Zugang. Wer mitten im Geschehen übernachten möchte, findet Betten vom Hyatt Centric an der Dean Street bis zu Hostels, mit Staycitys Aparthotel an der Chancery Lane in der Nähe von Dublin Castle.

Keine Route nötig. Am Storehouse starten, die Thomas Street entlang nach Osten arbeiten und in Marsh’s Library enden, mit den Antiquitätengeschäften der Francis Street als Umweg – und die Busse fahren dieselbe Linie, falls die Füße aufgeben.