Überblick
Mulroy Bay (irisch: Cuan na Mhaoil Ruaidh, „Bucht der roten Strömung“) ist ein 12 km langer Lough an der Nordküste von Donegal, und den Takt gibt hier die Gezeit vor. Hinter einer schmalen Einfahrt öffnet sich ein gewundener, 10 km langer Kanal, den drei nur 100–150 m breite Engstellen zusammenschnüren; die Strömung läuft dort mit 3–5 Knoten. Dahinter liegt das Broad Water, ein 8 km langer, flacher Lough voller felsiger Inselchen. Der Name geht auf den rötlichen Schimmer zurück, den das Wasser im Winter annimmt.

In den Dörfern am Ufer – Milford, Kerrykeel und Cranford – gibt es traditionelle Pubs, Kunsthandwerksläden und Unterkünfte. Rundherum liegen Hügel, Sandstrände und Wald.
In der geschützten inneren Bucht liegt Red Island (Oileán Ruaidh), eine flache Insel, die sich im Winter tief rostrot färbt. Ein gezeitenabhängiger Damm führt hinüber; die Insel ist ein ausgewiesener Discovery Point am Wild Atlantic Way und ein Brutplatz für Seevögel.
Wenn du nur ein paar Stunden hast: Fahr ab Milford den 35 km langen Mulroy Drive zum Fanad Lighthouse und zur Ballymastocker Bay, und lege den Weg über den Damm nach Red Island auf die Zeit um Niedrigwasser.
Geschichte
Der irische Name verweist auf eine lange maritime Vergangenheit, als die Bucht ein Weg für Fischerei und Handel war und rund um kleine Häfen und Schmieden Dörfer entstanden. Im Ort erzählt man bis heute vom „Red Stream“ und von den alten Schmiedeplätzen am Ufer.
Der früheste überlieferte Name von Red Island war Oileán na Bhreighe, „Insel der Gefangenen“, was auf einen Zufluchtsort oder einen Ort der Gefangenschaft hindeutet. Im 19. Jahrhundert schrieben englische Landvermesser ihn als „Island Roy“ nieder, eine lautliche Annäherung an Oileán Ruaidh; der heutige irische Name spielt auf die Winterfarbe der Insel an.
Sehenswertes und Aktivitäten
Mulroy Drive
Der 35 km lange Mulroy Drive führt in einer Schleife aus Milford heraus und bindet den Atlantic Drive, das Fanad Lighthouse, die Ballymastocker Bay und die Knockalla Coast ein. Von Fáilte Ireland finanzierte Aussichtspunkte rahmen die Blicke auf Meeresarme und Buchten und eignen sich gut für Picknick- und Fotostopps.
Auf dem Festland
- Wandern – der 7 km lange Colmcille Trail und der 1,5 km lange Woodquarter Forest Trail führen durch Wald und am Wasser entlang, vorbei an einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert.
- Wassersport – Kajaktouren, auch bei Vollmond, mit Eco Atlantic Adventures, dazu Kanufahren, Stand-up-Paddeln und Hochseeangeln ab Woodquarter und anderen Einstiegsstellen.
- Tauchen – das Mevagh Dive Centre, eine PADI-Basis mit 5 Sternen, bietet geführte Tauchgänge an Wracks in der Umgebung ab 10 m Tiefe und hat ein beheiztes Hallenbad.
- Radfahren, Mountainbiken und Reiten – die sanften Steigungen des Mulroy Drive passen zu Rennradlern und Familien; die raueren Wege bei Kerrykeel sind etwas für Mountainbiker; die Ashtree Riding Stables bieten geführte Ausritte durch die Hügel an.
- Sterne beobachten – rund um Kerrykeel ist die Lichtverschmutzung gering, entsprechend klar ist der Nachthimmel.
Red Island
Ein kurzer, gut markierter Weg umrundet die Insel, mit freiem Blick über die Mulroy Bay zur Küste von Donegal – eine leichte Runde, die auch Familien liegt. In den Klippen und im Gestrüpp brüten Möwen, Seeschwalben und im Sommer der eine oder andere Papageitaucher; im Wasser rundherum sind Otter und Robben unterwegs. Eine Tafel am Damm gibt einen kurzen Überblick, ein QR-Code führt zu einem Audioguide.

Praktische Informationen
- Zugang – Red Island erreichst du über einen gezeitenabhängigen Damm vom Festland bei Carrigart; die Querung ist bei Niedrigwasser möglich, nur rund um Hochwasser nicht. Prüfe vorher die Gezeiten: Um die Hochwasserzeit steht der Damm mehrere Stunden lang unter Wasser. Tabellen gibt es im Hafenbüro von Carrigart oder online bei Met Éireann.
- Einrichtungen – in den Dörfern auf dem Festland findest du Parkplätze, öffentliche Toiletten, Cafés und Unterkünfte vom B&B bis zum Ferienhaus. Auf der Insel selbst gibt es nichts, nimm also Wasser und Proviant mit.
- Parken – kostenlose Parkplätze in Milford und Carrigart, beide nur einen kurzen Fußweg vom Startpunkt des Mulroy Drive und vom Damm nach Red Island entfernt.
- Sicherheit – für den unebenen Weg auf der Insel brauchst du festes Schuhwerk. Die Strömungen sind kräftig und in den drei Engstellen mit 3–5 Knoten am schnellsten; Kajakfahrer und Taucher sollten vor dem Start den Seewetterbericht prüfen.
- Wetter – an der Küste von Donegal schlägt das Wetter schnell um; selbst im Sommer musst du mit kräftigem Wind und Regen rechnen, also pack Regenkleidung und mehrere Lagen ein. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag sind das Licht am weichsten und die See am ruhigsten.
- Saison – das rote Wasser und die Vegetation der Insel wirken im Winter am eindrucksvollsten; die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist der Sommer.
In der Umgebung
- Ballymastocker Bay (/ballymastocker-bay/) – ein Blue-Flag-Strand mit weißem Sand und klarem Wasser, eine kurze Fahrt nach Norden.
- Doe Castle – eine Festung aus dem 16. Jahrhundert auf einer Halbinsel in der Sheephaven Bay, mit Bawn-Mauer und Bergfried, 15 km westlich.
- Broad Water – der flache südliche Lough der Mulroy Bay, gut zum Kajakfahren und zur Vogelbeobachtung.
