Überblick

Das Owenduff Bog ist eines der letzten intakten, aktiven Deckenmoorsysteme Irlands und Westeuropas – ein arbeitendes Moor, das noch immer Torfmoos ansetzt, kein entwässertes oder abgetorftes Relikt. Es erstreckt sich über die Westflanke der Nephin-Beg-Berge im Nordwesten der County Mayo, im Wild Nephin National Park, der rund 15.000 Hektar umfasst. Der Naturforscher Robert Lloyd Praeger nannte diese Bergkette „den aller-einsamsten Ort dieses Landes“, und seitdem ist wenig geschehen, was ihm widersprechen würde.
Zwei Tatsachen prägen jeden Besuch. Erstens: Es gibt keine Wege über das Moor selbst – es ist geschützte Wildnis innerhalb des Owenduff/Nephin Complex Special Area of Conservation (Gebietscode 000534) und Special Protection Area (004098), und man betrachtet es von seinen Rändern aus, statt hineinzuwandern. Zweitens: Der gesamte Park ist ein Gold-Tier-International-Dark-Sky-Park – einer der dunkelsten Himmel Europas –, und wer eine klare, mondlose Nacht abpassen kann, hat damit den besten Grund überhaupt zu kommen.
Das Moor und seine Tierwelt
Das Moor entstand nach der letzten Eiszeit, als Schmelzwasser flache Becken hinterließ, die sich langsam mit torfbildenden Moosen füllten. Jahrtausende später trägt dieser Teppich Pflanzen, die fast nirgendwo sonst in Irland wachsen, darunter die Sumpf-Weichorchis (Hammarbya paludosa), den Sumpf-Wacholderfarn (Lycopodiella inundata) und den Moor-Steinbrech (Saxifraga hirculus).
Für viele sind die Vögel der Hauptgrund. Moorhühner rufen über die Heide, Goldregenpfeifer nisten im höheren Gelände, und Scharen von Grönland-Kurzschnabelgänsen äsen im Winter auf dem offenen Moor. Die Flüsse Owenduff und Tarsaghaun, die sich durch das Moorland schlängeln, sind Laichgewässer für den Atlantischen Lachs und beherbergen Otter. Am frühen Morgen und am späten Abend hat man von einem ruhigen Aussichtspunkt aus die besten Chancen, etwas davon zu sehen.
Wandern und Zugang
Das Owenduff hat keinen eigenen Weg, aber der Bangor Trail verläuft entlang seiner Westkante – eine 40 km lange, markierte Route auf einem alten Viehtriebweg mit Blicken auf die Nephin-Beg-Berge, Achill Island und den Atlantik. Es ist ein ernsthaftes Unterfangen auf nassem, weglosem Gelände; die meisten Wanderer steigen bei Letterkeen in der Nähe des Besucherzentrums ein und nehmen die kürzere 26-km-Etappe statt der vollen Länge. Wasserdichte Stiefel sind hier keine Option – der Torf ist weich und hält lange nach dem Regen Wasser, und es gibt Abschnitte ohne jeden Schutz.
Für eine einfache Alternative führt der Claggan Mountain Coastal Trail als 2 km langer Boardwalk oberhalb der Stelle entlang, an der das Moor auf das Meer trifft, mit Informationstafeln und den blassen Stümpfen eines uralten Kiefernwaldes am Ufer. Er vermittelt das Gefühl des Moorlands ohne die Strapazen des Bangor Trail und eignet sich für Familien.
Besucherzentrum und Veranstaltungen
Das Ballycroy Visitor Centre (ein 700 m² großes Gebäude, eröffnet 2009, mit Blick auf den Atlantik) ist der praktische Ausgangspunkt, mit Karten, einer Ausstellung und einem kleinen Café. Es ist von Mitte März bis Anfang November täglich von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet und schließt im Winter. Der Park selbst ist ganzjährig zugänglich.
Zwei Dinge, um die man den Besuch planen sollte: das Wild Nephin Nature Festival, das an einem Wochenende im Juni stattfindet (5.–7. Juni 2026) mit geführten Wanderungen und Familienaktivitäten, sowie die geführten Bog Day-Wanderungen im Juli, die erfahrene Wanderer tief ins Owenduff führen. Details werden jedes Jahr auf der Parkwebsite veröffentlicht; früh buchen, denn die Plätze sind begrenzt.
Praktische Informationen
- Anreise: Das Besucherzentrum ist von der N59 im Dorf Ballycroy ausgeschildert. Von Newport 16 km nördlich nach Mulranny, dann den Schildern nach Ballycroy folgen; von Bangor Erris 17 km südlich auf der N59.
- Parken: Kostenlos am Besucherzentrum und am Parkplatz des Claggan Mountain Coastal Trail, 8 km entfernt.
- Shuttlebus: Von Juni bis August fährt ein kostenloser National Park Shuttle Bus dienstags bis samstags zwischen Bangor Erris und Westport und hält in Newport, Letterkeen, Mulranny, am Claggan Trail und am Besucherzentrum. Fahrpläne gibt es auf der Parkwebsite.
- Eintritt: Kostenlos, sowohl für das Moor als auch für die Ausstellung.
- Wildcamping: Im Park erlaubt, aber nur auf der vom Besucherzentrum abgewandten Seite.
- Angeln: Der Owenduff ist ein Spate-Fluss für Lachs und Meerforelle; arrangierbar über einen lokalen Ghillie wie Paddy McDonnell.
Wenn man nur eines mitnimmt: Dies ist ein Ort, an den man leicht kommt und nichts hinterlässt. Bleibt auf dem Boardwalk oder dem Bangor Trail, prüft vor dem Aufbruch die NPWS-Wetterhinweise und hebt euch eine klare Nacht für die Sterne auf.